Friederike Sophie Seyler

Friederike Sophie Seyler
Sophie Friederike Hensel, Gemälde von Anton Graff, Kunsthalle Hamburg

Sophie Friederike Hensel (* 1737 oder 1738 in Dresden; † 22. November 1789 in Schleswig; geb. Sparmann, später Seyler) war eine deutsche Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sophie Friederike Hensel wurde in Dresden als einziges Kind des Arztes Dr. Johann Wilhelm Sparmann und seiner Frau Luise Catharina Pöppelmann geboren. Ihre Eltern ließen sich scheiden, als Sophie 11 Jahre alt war. Da ihre Mutter in ein Stift eintrat, wuchs Sophie bei einem Onkel auf, der sie so schlecht behandelt haben soll, dass sie zunächst zu einer anderen Verwandten, später zur Bühne floh.

Ab 1754 war sie Mitglied der Schuchschen Gesellschaft in Danzig und Breslau, wo sie ein Jahr später den Schauspieler Johann Gottlieb Hensel heiratete, von dem sie sich schon 1759 wieder trennte. Sie pendelte einige Zeit zwischen Wien, Frankfurt und Hildburghausen und spielte sogar mit dem Gedanken, wegen ihrer angegriffenen Gesundheit die Schauspielerei aufzugeben. Schließlich wurde sie Mitglied der Ackermannschen Gesellschaft in Hamburg und war wohl an deren Spaltung sowie der Gründung des Hamburger Nationaltheaters beteiligt, wo sie als erste tragische Schauspielerin glänzte.

Nach dem Ende des Hamburger Nationaltheaters 1769 und einer erneuten Spaltung der Ackermannschen Gesellschaft zog sie mit der „Seylerschen Gesellschaft“, die von ihrem Liebhaber Abel Seyler, geleitet wurde, von Bühne zu Bühne. 1787 ließ sie sich schließlich mit Seyler, den sie 1772 geheiratet hatte, in Schleswig nieder, wo er Leiter des Hoftheaters wurde, und sie bis zu ihrem Tod 1789 (nach manchen Quellen auch 1790) auf der Bühne stand.

Bedeutung

Sophie Friederike Hensel galt neben Friederike Caroline Neuber als bedeutendste Schauspielerin ihrer Zeit, die die verschiedensten Charaktere meisterte, aber vor allem in leidenschaftlichen, tragischen Rollen glänzte wie Klytaimnestra, Medea oder Hamlets Mutter. Ein zeitgenössischer Stich aus dem Theaterkalender zeigt sie als wenig schöne, aber imposante Erscheinung.

Der Dichter Gotthold Ephraim Lessing nannte Sophie Friederike Hensel eine der besten deutschen Schauspielerinnen und erwähnte sie in seiner Hamburgischen Dramaturgie mehrmals. Er rühmte die Leichtigkeit und Präzision ihrer Deklamationen, der beim verworrensten Vers kein falscher Ton entschlüpfte, und ihr raffiniertes Spiel. Besonders beeindruckte ihn, wie sie als Titelheldin in seinem Stück Miss Sara Sampson, die Sterbeszene meisterte. Er schrieb über sie: „Kein Wort fällt aus ihrem Munde auf die Erde. Was sie sagt, hat sie nicht gelernt, es kommt aus ihrem eigenen Kopfe, aus ihrem eigenen Herzen. Sie mag sprechen, oder sie mag nicht sprechen, ihr Spiel geht ununterbrochen fort.“

Darüber hinaus galt „die Hensel“ jedoch auch als äußerst schwierige Schauspielerin, die beleidigt auf die leiseste Kritik reagierte und durch ihre große Eitelkeit und Rollensucht für Spannungen sorgte.

Neben ihrer Schauspielerei verfasste sie auch mehrere Bühnenstücke. Ihr Drama „Die Entführung oder die zärtliche Mutter“ - nach einem Roman der irischen Schriftstellerin Frances Sheridan verfasst - wurde in den 1770-er Jahren häufig aufgeführt. Es nahm das beliebte Thema „verfolgte Unschuld“ auf, konzentrierte sich aber weniger auf dramatische Szenen zwischen Entführter und Entführer, als vielmehr auf die Verwerfungen in der Familie der Entführten, vor allem die herschsüchtige Mutter und deren Schwarz-Weiß-Moral. Außerdem schrieb Hensel das Libretto zu einem Romantischen Singspiel namens „Oberon oder der König der Elfen“, das Ende des 18. Jh. ein Publikumsmagnet in Hamburg war. Auch das Libretto der von Paul Wranitzky komponierten Ober "Oberon" war ein Plagiat von Hensels Texte durch den Wiener Schauspieler Karl Ludwig Giesecke.


Literatur

  • Friederike Sophie Hensel: Die Entführung oder die zärtliche Mutter, Drama 1772. Wehrhahn Verlag Laatzen (2. Aufl. 2004). ISBN 3-86525-012-2.

Weblinks


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