Friedrich Franz IV. (Mecklenburg)

Friedrich Franz IV. (Mecklenburg)
Großherzog Friedrich Franz IV.
Abdankungsurkunde vom 14.November 1918 - Ende der Monarchie in Mecklenburg.

Friedrich Franz IV., Großherzog von Mecklenburg [-Schwerin] (* 9. April 1882 in Palermo; † 17. November 1945 in Flensburg) war der letzte Großherzog des Landesteils Mecklenburg-Schwerin und letzter regierender Monarch in Mecklenburg. Er regierte vom Tode seines Vaters 1897 (bis 1901 unter Vormundschaft seines Onkels Herzog Johann Albrecht) bis zum 14. November 1918.

Inhaltsverzeichnis

Regierung

Nach seinem Regierungsantritt bemühte sich Friedrich Franz gemeinsam mit seinen Staatsministern um eine Reform der Mecklenburgischen Verfassung. Alle Vorlagen, die neben der ständischen Repräsentation auch eine gewählte Kammer für den Landtag vorsahen, scheiterten am Widerstand der Landstände und von Mecklenburg-Strelitz.

Im Ersten Weltkrieg führte er trotz seines Generalsranges kein Truppenkommando. Als Landesherr besuchte er mecklenburgische Truppen an der Westfront. Trotz der sich seit 1915 ständig verschlechternden allgemeinen Versorgungslage schränkte er seinen relativ aufwändigen Lebensstil im Krieg nicht ein. Politisch äußerte er Zweifel am von der Reichspolitik und der Obersten Heeresleitung erstrebten deutschen Siegfrieden. 1917 war Friedrich Franz IV.gegen die Radikalisierung der Kriegsführung. Ein Verständigungsfrieden aller Kriegsgegner sollte seiner Ansicht nach den Krieg beenden.

Nach dem Selbstmord seines Verwandten und letzten Regenten der Strelitzer Linie des mecklenburgischen Fürstenhauses, Großherzog Adolf Friedrich VI. von Mecklenburg [-Strelitz], verwaltete er diesen Landesteil als Verweser bis zur Novemberrevolution.

Im Herbst 1918 war er sich über den Ernst der Lage der Mittelmächte nicht im klaren. Deshalb war er gegen das Waffenstillstandsgesuch der Obersten Heeresleitung. Sein Ziel war immer noch ein Verständigungsfrieden. Im Herbst 1918 wollte er gemeinsam mit seinem Staatsminister Adolf Langfeld eine Änderung der Mecklenburgischen Verfassung durch eine Verkündung aus eigener Hand erreichen. Für die sich anbahnende Novemberrevolution hatte er kein politisches Gespür und wurde von ihrem Ausbruch am 8. November 1918 überrascht. Nach der Berufung der Volksregierung aus Mitgliedern der Reichstagsparteien verzichtete er am 14. November – als einer der letzten deutschen Monarchen, vier Tage nach der Abdankung des Kaisers – für sich und sein Haus auf den Thron und emigrierte nach Dänemark.

Seit 1901 war er Mitglied des Corps Borussia Bonn [1] und seit 1933 des Corps Visigothia Rostock.[2]

Leben nach dem Thronverzicht

Mit der Novemberrevolution von 1918 wurde die Mecklenburger Herrscherfamilie enteignet. Im Rahmen der Fürstenabfindung erhielt der Friedrich Franz IV. das Jagdschloss Gelbensande im Jahr 1919 zurück und wohnte dort bis 1921. Danach lebte er bis 1945 meist im Schloss Ludwigslust, das, wie auch das herzogliche Alexandrinen-Cottage in Heiligendamm als Sommersitz, im Besitz der herzoglichen Familie geblieben war. 1945 floh die Familie, bis auf den Erbprinzen Christian Ludwig, vor der anrückenden Roten Armee nach Flensburg. Zuletzt hielt sich die Familie im Schloss Glücksburg auf. Hier wurde Friedrich Franz krank und starb, auch aufgrund der mangelhaften medizinischen Versorgung und Ernährung. Die geplante Ausreise nach Dänemark (Königin Alexandrine war die älteste Schwester von Friedrich Franz IV.) gelang nicht mehr.

Ehe und Nachfahren

Großherzogin Alexandra

Großherzog Friedrich Franz IV. heiratete 1904 Prinzessin Alexandra von Hannover und Cumberland, Tochter von Kronprinz Ernst August von Hannover. Das Paar hatte folgende fünf Kinder:

  1. Friedrich Franz (1910–2001)
  2. Christian Ludwig (1912–1996)
  3. Olga (1916–1917)
  4. Thyra (1919–1981)
  5. Anastasia (1922–1979)

Friedrich Franz IV. bestimmte 1943 seinen Sohn Christian Ludwig zu seinem Nachfolger als Chef des Hauses Mecklenburg, nachdem sein Sohn Friedrich Franz eine unebenbürtige Ehe eingegangen war.

Literatur

  • Bernd Kasten: Der letzte Großherzog – Friedrich Franz IV. von Mecklenburg-Schwerin (1882–1945). In: Mecklenburgische Jahrbücher 122 (2007), S. 253-285

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten, 9, 828
  2. Kösener Corpslisten 1960, 120, 194

Weblinks

 Commons: Friedrich Franz IV. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich Franz III. Großherzog von Mecklenburg [-Schwerin]
1897–1918
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