Gerode

Gerode

51.52194444444410.427Koordinaten: 51° 31′ N, 10° 25′ O Das Kloster Gerode ist ein ehemaliges Benediktinerkloster im Südharz in Thüringen, etwa einen Kilometer südlich von Weißenborn-Lüderode. Es wurde um 1100 als erstes Kloster des Eichsfeldes – nach dem damals schon über ein Jahrhundert bestehenden St. Martins-Stift in Heiligenstadt – gestiftet.

Im Spätmittelalter wurden das Kloster und seine Besitzungen durch Kriege und Fehden sowie die Pest stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch der Bauernkrieg 1525 und der hier ab 1622 wütende Dreißigjährige Krieg hatten verheerende Folgen. Nachdem sich die Mainzer Regierung bereits 1790 mit dem Gedanken beschäftigt hatte, das Kloster aufzuheben, erfolgte 1803 die Aufhebung durch das Königreich Preußen, zu dem das Eichsfeld seit 1802 gehörte. Das ehemalige Kloster wurde nun eine Staatsdomäne.

Erster Generalpächter der preußischen Domäne mit dem Vorwerk Fuhrbach von insgesamt 931 ha wurde 1805 der Oberamtmann Konrad Heinrich Goldmann. Nach seinem Tod folgten ihm als Pächter:

  • von 1837 bis 1868: Amtsrat Gustav Wilhelm Felber auf Teistungenburg (Schwiegersohn des K. H. Goldmann)
  • von 1868 bis 1871: Ökonom Julius Felber (Sohn des G. W. Felber)
  • von 1871 bis 1898: Oberamtmann Max Jordan (2. Ehemann der Johanna Felber, geb. Gremse auf Teistungenburg)
  • von 1898 bis 1927: Oberamtmann Ernst Lorenz
  • von 1927 bis 1945: Konrad Lorenz (Sohn des E. Lorenz)

1946 wird die Staatsdomäne aufgelöst und im Zuge der kommunistischen Bodenreform analog dem privaten Großgrundbesitz an Kleinbauern aufgeteilt.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten auch hier seit 1939 mehr als 20 Frauen und Männer aus Polen und der Ukraine im landwirtschaftlichen Betrieb Zwangsarbeit verrichten.[1]

Nach dem 2. Weltkrieg wurden die nicht zerstörten Gebäude in der DDR zunächst als Kinderheim (1952–1956), als Jugendwerkhof (1959–1961), als Unterkunft der NVA (1962–1967) und schließlich als Schulungs- und Ferienzentrum des RFT Leipzig genutzt.

Seit 1994 sind die Gebäude und der Park im Eigentum eines gemeinnützigen Vereins.

Literatur

  • Wagner, Reinhardt: 850 Jahre Kloster Gerode: Festschrift, Gerode 1999

Quellen

  1. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 34, ISBN 3-88864-343-0

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