Giacomo Manzú

Giacomo Manzú


Giacomo Manzù (* 22. Dezember 1908 in Bergamo, Italien; † 17. Januar 1991 in Ardea bei Rom, Italien) war ein italienischer Bildhauer, Medailleur, Grafiker und Zeichner.

Biografie

Manzù wurde als zwölftes von 14 Kindern in eine Schuhmacher- und Mesnerfamilie geboren.

Politisch war Manzù während des Faschismus im Widerstand und blieb auch später Kommunist.

Seit den 50er Jahren beherrschen zwei Themen wie Gegenpole sein Schaffen: Junge, anmutige Frauenkörper in leichten, schwebenden und tänzerischen Haltungen und strenge Kardinäle, umschlossen vom liturgischen Ornat, unbewegt in Gestalt und Antlitz.

Manzù war zunächst von Picasso beeinflusst; später entdeckte er die Kunst Rodins. Er blieb in seiner ganz vom Figurativen bestimmten Kunst immer an der Natur orientiert; seine Darstellung wurde nie völlig abstrakt. Im Jahr 1959 war Giacomo Manzù Teilnehmer der documenta II in Kassel.

Manzù starb am 17. Januar 1991 im Alter von 82 Jahren in Ardea bei Rom, wo er auch begraben ist. Seine Frau Inge (ehemalige Primaballerina am Salzburger Landestheater), die er 1954 als junge Tänzerin kennengelernt hatte, und die zu seinem Lieblingsmodell geworden war, verfügt, dass im Atelier in Ardea, in der Nähe von Rom, alles so bleibt, wie er es verlassen hat.

Kunsthistorische Bedeutung

Manzù arbeitete meist in Bronze. 1929 und 1936 reiste Manzù nach Paris. Dort entdeckte der Künstler die impressionistische Oberflächenbehandlung in den Skulpturen von Auguste Rodin und Edgar Degas. In seiner figurativen Formensprache blieb auch sein späteres plastisches Schaffen durch die italienische Romanik und Frührenaissance und auch durch die Moderne geprägt. „Seine figürliche Plastik und Reliefkunst orientierte Manzù am Naturvorbild und gestaltete nie völlig abstrakt. Mit ausgewogenem Maß subtiler Anmut und Würde, formal stets elegant, besticht seine Menschendarstellung durch sinnenhafte Einfühlung und vitalen Realismus. Gerade die tief empfundene verinnerlichte Ausdrucksart war für Manzù charakteristisch. Manzù wußte dadurch wie wenige Künstler im 20. Jh. die abstrahierende Formvereinfachung der Moderne mit der europäischen Tradition realistischer Plastik seit Antike und Renaissance zu verbinden.“[1]


Museo Manzù

In Ardea befindet sich auch das Museo Manzu, welches um die 400 Zeichnungen und Skulpturen des Künstlers beherbergt.

Werke

  • "Cristo nella nostra umanità" ("Christus in unserer Menschlichkeit"), 30 Bronzereliefs, 1939
  • Die "Porta della Morte", das linke Fassadenportal des Petersdoms in Rom, in Erinnerung an seinen Freund Papst Johannes XXIII., 1963
  • Die "Porta dell’Amore" ("Tor der Liebe") des Salzburger Doms
  • Kardinal vor den Dombögen des Salzburger Doms
  • "Tänzerin" am Rosenhügel, im Kurpark zwischen Mirabellgarten und Kongresshaus in Salzburg
  • Die "Porta della Guerra e della Pace" ("Tor des Krieges und des Friedens") der Kirche St. Laurentius in Rotterdam
  • Friedensmonument "PAX AETERNA" in Philippsburg/Baden gestiftet von Senator Dr. Franz Burda

Anmerkungen

  1. Bühren 2009/10.

Literatur

  • Ralf van Bühren: Giacomo Manzù, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, hrsg. v. Friedrich-Wilhelm Bautz, fortgeführt von Traugott Bautz, Band 31, Herzberg 2009/10 (zugleich URL, siehe Weblinks).
  • Eva Huttenlauch, Giacomo Manzù. Die Porta della Morte an St. Peter in Rom (in Bearbeitung)
  • Mario De Micheli, Manzù, Mailand 1988 (1. Aufl. 1971)
  • Bernhard Kirchgessner, Liebe und Tod, Krieg und Frieden. Die drei Bronzeportale Giacomo Manzùs, ISBN 3-933047-99-4


Weblinks


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