Golota

Golota
Andrew Golota
[[Datei:|200px]]
Daten
Geburtsname Andrzej Gołota
Kampfname(n) {{{ringname}}}
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität Polnisch
Geburtstag 5. Januar 1968
Geburtsort Warschau
Todestag
Todesort
Stil Linksauslage
Größe 1,93 m
Reichweite
Kampfstatistik
Kämpfe 50
Siege 41
K.-o.-Siege 33
Niederlagen 7
Unentschieden 1
Keine Wertung 1

Andrzej Gołota (* 5. Januar 1968 in Warschau, in den USA auch bekannt als Andrew Golota) ist ein polnischer Schwergewichtsboxer.

Amateurkarriere

Gołota gewann als Amateur vier polnische Meistertitel im Schwergewicht. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 1985 in Bukarest verlor er erst im Finale gegen Félix Savón. 1986 wurde er in Kopenhagen Junioreneuropameister. Er nahm 1988 für Polen an den Olympischen Spielen in Seoul teil und gewann eine Bronzemedaille. Bei der Europameisterschaft 1989 in Athen belegte er ebenfalls einen dritten Platz. 1990 siedelte er in die USA über.

Profikarriere

1992 wurde er schließlich Profi. Gołota lebt und trainiert in Chicago. Er zeigte gute Leistungen und vor allem sehr starke Nehmerfähigkeiten, fiel aber schon früh durch grob unsportliches Verhalten auf; im Kampf gegen Samson Po'uha im Juni 1995, den er schließlich durch KO in Runde fünf gewann, biß er seinem Gegner in die Schulter, wofür er nach Ansicht vieler Experten hätte disqualifiziert werden müssen.

Am 11. Juli 1996 boxte er zum ersten Mal gegen den stärker eingeschätzten Ex-Weltmeister Riddick Bowe und führte nach Punkten, wurde aber in der siebten Runde wegen Tiefschlägen disqualifiziert. Anschließend attackierten Bowes Betreuer Gołota, was zu einer Massenschlägerei im Saal führte. Auch den Rückkampf am 14. Dezember verlor er durch Disqualifikation (diesmal in Runde neun), wieder in Führung liegend, wieder nach fortgesetzten Tiefschlägen.

Sein sportliches Ansehen war nach den gezeigten sehr starken Leistungen deutlich gestiegen, doch zweifelte man eher an seiner mentalen Stabilität. Wegen seiner Tendenz zu Tiefschlägen erwarb er sich die Spitznamen „Foul Pole“ und „Polish Low Blow“. So bekam er ein Jahr später einen Weltmeisterschaftkampf gegen WBC-Titelträger Lennox Lewis; hier ließ er sich jedoch kalt erwischen und ging bereits in der ersten Runde KO.

In der Folgezeit gelangen ihm Siege gegen den in die Jahre gekommenen Ex-Weltmeister Tim Witherspoon, Jesse Ferguson und Corey Sanders. Im November 1999 verlor er jedoch einen Qualifikationskampf für einen weiteren WM-Kampf gegen Lewis gegen Michael Grant. Gołota gelangen zwar in der ersten Runde zwei Niederschläge, und auch das weitere Kampfgeschehen konnte er überwiegend dominieren, doch nachdem er in der zehnten Runde seinerseits zu Boden ging, erklärte er dem Ringrichter, dass er nicht weiterkämpfen wollte, obwohl er nach Punkten immer noch klar in Führung lag.

Am 20. Oktober 2000 boxte Gołota gegen Mike Tyson, der ihn in der ersten Runde zu Boden schlug und die zweite Runde gewann; auch hier hatte Golota durchaus gute Szenen. Als er nach der Rundenpause wieder aufstehen und zur dritten Runde antreten sollte, gab er auf und verließ den Ring. Als der Showtime-Reporter ihn anschließend dazu befragte, meinte er nur: „Boxing is a difficult sport.“ Später stellte sich heraus, dass Gołota eine Gehirnerschütterung erlitten hatte. Das Kampfergebnis wurde später allerdings annulliert, da Tyson positiv auf Marihuana getestet wurde.

Nach diesem Kampf erklärte er zunächst seinen Rücktritt vom Profiboxen. Drei Jahre später kehrte er jedoch in den Ring zurück, unterschrieb bei Don King und boxte nach zwei erfolgreichen Aufbaukämpfen im April 2004 gegen Chris Byrd um die IBF-Weltmeisterschaft. Der Kampf wurde umstritten unentschieden gewertet, was bedeutete, dass Byrd seinen Titel verteidigen konnte.

Ein halbes Jahr später forderte Gołota den Titelträger der WBA, John Ruiz, und schlug ihn in der zweiten Runde zweimal zu Boden, konnte ihn jedoch nicht KO schlagen. In der vierte Runde erhielt Ruiz einen Punktabzug wegen Nachschlagens. Am Ende wurde Ruiz mit knappem Vorsprung zum Sieger erklärt, was viele Beobachter für ein Fehlurteil hielten.

2005 scheiterte auch der Versuch, die WBO-Krone gegen Lamon Brewster zu erobern, diesmal eindeutig: Der schlagstarke Brewster schlug Gołota überraschend schon innerhalb der ersten Minute der ersten Runde KO.

Im Oktober 2006 sollte Gołota nach eineinhalbjähriger Inaktivität gegen Kevin McBride ein Comeback bestreiten, dieser Kampf wurde jedoch abgesagt. Stattdessen kehrte er erst am 9. Juni 2007 wieder in den Ring zurück und besiegte in Kattowitz Jeremey Bates durch KO in der zweiten Runde. Am 6. Oktober 2007 kam es dann doch noch zum Kampf gegen den Iren McBride. Gołota geriet in der ersten Runde in Schwierigkeiten, dominierte den Kampf in den folgenden Runden jedoch und gewann durch Abbruch in Runde sechs. Anschließend gelang ihm ein überraschend klarer Punktsieg über zwölf Runden gegen den Italoamerikaner Mike Mollo, obwohl er einen Großteil des Kampfes mit einem durch eine starke Schwellung geschlossenem linken Auge bestreiten musste.

Am 7. November 2008 bestritt er seinen vorerst letzten Kampf gegen Ray Austin, der ihm seinen bislang schnellsten Niederschlag bescherte. Bereits nach 3 Sekunden ging Golota nach einer Rechts-Links-Kombination des Gegners zu Boden, konnte allerdings weiterkämpfen. Im späteren Verlauf der ersten Runde zog er sich eine Armverletzung zu, die ihn zu einer Aufgabe nach dem ersten Durchgang zwang.

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