Großenwieden

Großenwieden

Großenwieden ist ein Ortsteil von Hessisch Oldendorf im Landkreis Hameln-Pyrmont in Niedersachsen. Das Fährdorf liegt etwa 2 km westlich von Hessisch Oldendorf an der Weser.

St. Matthaei
Der freskenbemalte Chorraum mit dem Tabernakel-Fenster (links) und dem Glasgemälde von 1927 (Mitte)

Inhaltsverzeichnis

St. Matthaei

Der Ort Großenwieden ist von kunstgeschichtlicher Bedeutung wegen seiner gotischen St. Matthaei-Kirche. Eine erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1031, als die Kirche dem Kloster Abdingshof übertragen wurde. Die heutige Kirche wurde im späten 13. Jahrhundert aus Bruchsteinen errichtet. Sie bestand ursprünglich wohl nur aus den beiden westlichen Gewölben der heutigen Kirche; Turm und Chorraum sind später entstanden. Die angebaute Sakristei stammt von 1481. Eine einschneidende Baumaßnahme fand 1927 statt, als die beiden nördlichen Gewölbejoche errichtet wurden. Hierbei wurden auch die Fresken im Altarraum freigelegt.

Ältestes Kunstwerk ist der Tabernakel von Arnold Eckersten von 1300 im Altarraum; die Reformation mit ihrem veränderten Abendmahlverständnis wandelte ihn zu einem Fenster um. Ein hölzerner Wandschrank an der Ostwand ist der gotischen Zeit zuzuordnen. 1488 wurde der Chorraum mit Fresken mit zahlreichen Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament (20 in einer oberen und 18 in einer unteren Bildreihe) ausgestattet. Hexen- und Teufelsdarstellungen sind teilweise sehr drastisch.

Im Kirchturm hängt eine Bronzeglocke von 1519. Die Abendmahlsgeräte wurden 1664, ein Kronleuchter 1680 gestiftet. Kanzel, Kruzifix auf dem Altar und Taufstein stammen aus dem 17. Jahrhundert. Das Fenstergemälde über dem Altar von 1927 zeigt den Auferstandenen.

Die Kirchengemeinde St. Matthaei gehört zum Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg.

Fähre

Die Weserfähre Großenwieden verbindet die Hessisch Oldendorfer Ortsteile Großenwieden und Rumbeck miteinander. Die (seit 1922 Hochseil-) Fähre wurde 1960 von der Bayerischen Schiffbaugesellschaft in Erlenbach am Main gebaut; sie ist 24 m lang und 5 m breit. 1979/80 wurde die Fährstelle 50 m stromaufwärts verlegt.

Vereine

  • Ortsfeuerwehr Großenwieden
  • Gemischter Chor „Eintracht Großenwieden“
  • Heimatgemeinschaft Großenwieden e.V.
  • Kreis zur Pflege der plattdeutschen Mundart
  • Posaunenchor der ev. Kirchengemeinde Großenwieden
  • Schützenverein Großenwieden
  • Spielmannszug des Schützenvereins Großenwieden
  • Turn- und Sportverein von 1913 Großenwieden e.V.

Persönlichkeiten

  • Fritz Hohmeier (1876–1950), Mediziner, Präsident der Ärztekammer von Rheinland-Pfalz

Literatur

  • Die St. Matthaei-Kirche zu Großenwieden. Informationsblatt o. D.
  • Gerhard Bruns, Gerhard: Großenwieden. Heimatblätter Hessisch Oldendorf. Berichte des Heimatbundes Hessisch Oldendorf. „Großenwieden“. Heft 4. Rinteln: Bösendahl, 1989.
  • Eberhard Michael Iba: Aus der Schatzkammer der deutschen Märchenstraße. Nördliches Weserbergland. 1993 (darin auf S. 210: Sage vom Fährmann von Großenwieden)
  • Kirchen & Klöster. Radwandern. Rinteln bis Hessisch Oldendorf. Faltblatt der Tourist-Info von Hessisch Oldendorf, o. J.
  • H. Thönicke: Kirchenführer Großenwieden (um 2000)

Weblinks

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