Großsteffelsdorf

Großsteffelsdorf
Rimavská Sobota
Wappen Karte
Wappen von Rimavská Sobota
Rimavská Sobota (Slowakei)
DEC
Rimavská Sobota
Rimavská Sobota
Basisdaten
Landschaftsverband (Kraj): Banskobystrický kraj
Bezirk (Okres): Rimavská Sobota
Region: Gemer
Fläche: 77,55 km²
Einwohner: 24.374 (31. Dezember 2006)
Bevölkerungsdichte: 314,3 Einwohner je km²
Höhe: 208 Meter
Postleitzahl: 979 01
Telefonvorwahl: 0 47
Geographische Lage: 48° 23′ N, 20° 1′ O48.38333333333320.017777777778208Koordinaten: 48° 23′ 0″ N, 20° 1′ 4″ O
Kfz-Kennzeichen: RS
Gemeindekennziffer: 514462
Struktur
Gemeindeart: Stadt
Gliederung Stadtgebiet: 11 Stadtteile
Verwaltung (Stand: Mai 2008)
Bürgermeister: Štefan Cifruš
Adresse: Mestský úrad Rimavská Sobota
Svätoplukova 9
97901 Rimavská Sobota
Webpräsenz: www.rimavskasobota.sk
Gemeindeinformation
auf portal.gov.sk
Statistikinformation
auf statistics.sk

Rimavská Sobota (deutsch Großsteffelsdorf, ungarisch Rimaszombat) ist eine Stadt im Banskobystrický kraj im Süden der Slowakei nahe der ungarischen Grenze. Die Stadt war von 1850 bis 1918 Hauptstadt der Gemerer Gespanschaft, ist heute die größte Stadt des gleichnamigen Okres und zählt rund 25.000 Einwohner.

Blick in der Stadt

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Rimavská Sobota befindet sich rund 250 km östlich von Bratislava im Süden der Mittelslowakei. Die Stadt und der Landkreis liegen im Tal des Flusses Rimava zwischen dem Slowakischen Erzgebirge und dem Bergland Cerová vrchovina.

Stadtgliederung

Die Stadt Rimavská Sobota besteht aus 11 Stadtteilen:

  • Bakta (1973 eingemeindet)
  • Dúžava (1975 eingemeindet)
  • Kurinec
  • Mojín (1975 eingemeindet)
  • Nižná Pokoradz (1975 eingemeindet)
  • Rimavská Sobota
  • Sabová
  • Sobôtka
  • Včelinec
  • Vinice
  • Vyšná Pokoradz (1975 eingemeindet)

1976-1990 war auch die Gemeinde Zacharovce Teil von Rimavská Sobota, 1926-1973 war Bakta vorübergehend eine selbständige Gemeinde.

Geschichte

Der Ort ist ein alter Siedlungsplatz (Jungsteinzeit, Bronzezeit). Die Gemeinde entwickelte sich aus einer alten Siedlung, die wahrscheinlich bereits im 12. Jahrhundert eine Marktsiedlung war. Um 1150 wurde sie bis ca. 1340 zusammen mit dem gesamten Rimava-Gebiet Eigentum des Erzbischofs von Kalocsa.

Rimavská Sobota wurde erstmals 1268 als Rymoa Zumbota erwähnt. Der ungarische König Karl I. verlieh der Stadt 1335 Stadtrechte. Im Jahre 1387 hielt sich der spätere römisch-deutsche Kaiser Sigismund von Luxemburg in der Stadt auf und verlieh ihr damals ein Stadtwappen: Auf silbernen Schild ein rot bewehrter und bezungter schwarzer Adler. Für die Stadt war das eine große Auszeichnung, da eine Wappenverleihung zu dieser Zeit nicht nur aufwändig, sondern auch mit hohen Kosten verbunden war. Im Jahre 1506 zerstörte eine gewaltige Feuersbrunst die ganze Stadt. Damit sie wieder schnell wiederaufgebaut werden konnte, wurde sie von König Vladislav II. für acht Jahre von allen Steuern befreit. Im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt wurde das Straßennetz planmäßig in Form eines Rechtecks angelegt, was sich bis heute nicht geändert hat.

Die schnelle Entwicklung der Stadt nahm mit dem Türkeneinfall 1553 ein jähes Ende. Zum zweiten Mal wurde die Stadt 1596 von den Türken besetzt, bis sie 1686 befreit wurde. 1710 wütete in der Stadt eine schwere Choleraepidemie. Im Jahre 1769 kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen den örtlichen Calvinisten und den Katholiken. Die Calvinisten hatten eine katholische Prozession gestört, da sie den Katholiken vorwarfen, ihre Kirche übernehmen zu wollen. Dies stieß im katholisch geprägten Habsburgerreich auf Empörung, so dass Maria Theresia 1771 die Kirche der Calvinisten abreißen und an deren Stelle eine katholische errichten ließ. Zur Zeit des Josephinismus wurde Rimavská Sobota erstmals Hauptstadt der Gemerer Gespanschaft (1786 – 1790). Von 1850 bis 1922 war sie wieder Hauptstadt der Gespanschaft von Gemer und Kleinhont.

Ende 1918/Januar 1919 fiel die Stadt an die neu gegründete Tschechoslowakei. Durch die Nähe zu Ungarn wird die Region um Rimavská Sobota traditionell von einer bedeutenden ungarischen Minderheit bewohnt. Dies führte im Ersten Wiener Schiedsspruch zur erneuten Zugehörigkeit der Stadt zu Ungarn in den Jahren 1938 bis 1945.

Die Hauptwirtschaftszweige der Stadt sind die Agrarwirtschaft und die Lebensmittelindustrie, aber auch der Tourismus im Slowakischen Erzgebirge gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der größte Arbeitgeber der Region ist der Lebensmittelkonzern Tauris, der mit der Privatisierung nach 1989 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde.

Der Ort hat seit 2004 traurige Berühmtheit als Herkunftsort für Bettler im Ausland erlangt. Einige Bewohner, zumeist Roma, werden durch Wucherer und Erpresser über Jahre hinweg dazu gezwungen, in Bayern und Österreich zu betteln. Dabei treten sie als Touristen auf und müssen sämtliche Einnahmen an die Mafia abführen. Die Bettler müssen trotz dreistelliger Beträge, die sie pro Tag einnehmen, unterhalb des Existenzminimums leben.

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Geburtsort von:

  • 1718: István Hatvani, ungarischer Professor und Astronom
  • 1792: István Ferenczy, ungarischer Bildhauer
  • 1817: Michael Tompa, ungarischer Poet
  • 1843: Aglaja Orgeni, ungarische Sängerin (Koloratursopran) und Gesangspädagogin
  • 1851: Samuel Freiherr von Házai, k. u. k. Generaloberst, K.u.k Verteidigungsminister (ungarisch:Honvédelmi miniszter)
  • 1896: Árpád Vajda, ungarischer Schachspieler
  • 1946: Ilma Rakusa, Slawistin, Übersetzerin, Schriftstellerin

Wirkungsstätte von: Janko Jesenský, Peter Kalmon Hostinský, Jozef Škultéty, Eduard Putra u.a.

Siehe auch

Weblinks



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