Gustav Deckwitz

Gustav Deckwitz

Gustav Adolph Deckwitz (* 17. April 1837 in Zeitz; † 21. Juli 1921 in Bremen) war ein deutscher Politiker und Tischlermeister.

Biografie

Deckwitz lernte das Tischlerhandwerk. In seiner Jugend ging er auf Wanderschaft. In Hamburg lernte er Ferdinand Lassalle und die Lassalleaner mit ihren Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) kennen, der am 23. Mai 1863 in Leipzig gegründet wurde. Er sammelte in dem sich gründenden Verein von 1862 bis 1863 seine ersten politischen Erfahrungen. 1863 siedelte er nach Bremen über. Im Verein Vorwärts warb er für die neue politische Bewegung.

Deckwitz richtete am 1. Januar 1864 in Bremen eine Gruppe des ADAV ein. Am 6. April 1864 wurde er zum Bremer Bevollmächtigten des ADAV ernannt. Damit begann die Geschichte der Bremer SPD. Durch rege Werbung konnte er erreichen, dass 1865 der Verein schon 239 Mitglieder hatte. In den Auseinandersetzungen der entstehenden sozialistischen Gruppierungen in Deutschland (Hatzfeldt/Schweitzer und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) von August Bebel und Wilhelm Liebknecht) verlor der kleiner werdende Arbeiterverein von Deckwitz an Mitgliedern und Einfluss und vereinigte sich 1875 mit der nun führenden Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD).

1888 gründete er mit dem Tischlermeister Seebach die Dampftischlerei Seebach & Deckwitz in Bremen, die bis zu 25 Mitarbeiter beschäftigte. Die Firma musste 1891 Konkurs anmelden, die Werkstatt wurde jedoch nahezu unverändert bis 1985 unter anderem Namen weiterbetrieben und existiert heute noch als Tischlerei-Museum.

Ehrungen

Die Gustav-Deckwitz-Straße in Bremen-Kattenesch ist nach ihm benannt worden.

Literatur

  • Wilhelm Lührs: Deckwitz, Gustav Adolph. In: Historische Gesellschaft Bremen, Staatsarchiv Bremen (Hrsg.): Bremische Biographie 1912–1962. Hauschild, Bremen 1969, S.99 (Sp.2) bis S.101 (Sp.1).
  • Herbert Schwarzwälder: Das Große Bremen-Lexikon. Edition Temmen, Bremen 2003, ISBN 3-86108-693-X.
  • Monika Porsch: Bremer Straßenlexikon, Band 7 · Habenhausen, Arsten. Verlag Schmetterling, Bremen, 1999, ISBN 3-932249-04-6.

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