Hagnau

Hagnau
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hagnau am Bodensee
Hagnau am Bodensee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hagnau am Bodensee hervorgehoben
47.6759.3166666666667393Koordinaten: 47° 41′ N, 9° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Bodenseekreis
Höhe: 393 m ü. NN
Fläche: 2,93 km²
Einwohner: 1426 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 487 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88709
Vorwahl: 07532
Kfz-Kennzeichen: FN
Gemeindeschlüssel: 08 4 35 018
Adresse der Gemeindeverwaltung: Im Hof 5
88709 Hagnau
Webpräsenz:
Bürgermeister: Simon Blümcke (parteilos)
Lage der Gemeinde Hagnau am Bodensee im Bodenseekreis
Karte

Hagnau ist eine Gemeinde am Nordufer des Bodensees zwischen Meersburg und Friedrichshafen im Bodenseekreis in Baden-Württemberg. Sie liegt in steiler Hanglage und hieß zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch Hangnau.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hagnau um 1904

Bereits während der späten Bronzezeit 1050 v.Chr. war die Seeufersiedlung Hagnau-Burg besiedelt. 1986 fand man hier die bislang älteste Holz-Flöte Europas [3].

Hagnau wurde erstmals am 24. Januar 1152 in einer Urkunde Papst Eugens III. erwähnt. Jahrhundertelang gehörte es zur Benediktiner-Abtei Weingarten, wurde aber 1803 säkularisiert.

Politik

Hagnau hat sich mit der Stadt Meersburg und den Gemeinden Daisendorf, Stetten und Uhldingen-Mühlhofen zu einem Gemeindeverwaltungsverband zusammengeschlossen.

Bürgermeister

Der Bürgermeister der Gemeinde ist seit dem Jahr 2003 Simon Blümcke.

Gemeinderat

Bei der Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergab sich folgende Sitzverteilung:

  • CDU - 37,8% (-31,5) - 4 Sitze (-3)
  • FW - 34,4% (+3,7) - 3 Sitze (=)
  • Hagnau Aktiv - 27,8% (+27,8) - 3 Sitze (+3)

Wappen

Das Wappen zeigt links einen Bischofsstab auf goldenem Grund als Hinweis auf die lange geistliche Herrschaft über den Ort. Der Rebzweig mit blauer Traube auf der rechten Wappenseite stellt den auch heute noch intensiv betriebenen Weinbau in Hagnau dar. Das Wappen wurde der Gemeinde vom Baden-Württembergischen Innenminister am 2. Juli 1963 verliehen.

Gemeindepartnerschaften

Hagnau unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu den drei Schweizer Gemeinden

  • Altnau,
  • Münsterlingen: Die Partnerschaft ist besonders gefestigt durch den Brauch, bei der so genannten Seegfrörne die Büste des Heiligen Johannnes über den zugefrorenen See in die jeweilige Partnergemeinde zu tragen. Seit 1963 steht die Büste wieder im Münster zu Münsterlingen. Der Brauch der Eisprozession besteht seit der Seegfrörne von 1573.[4] An die Überquerung des Sees durch Hagnauer Bürger am 2. Februar 1830 anlässlich der damaligen Seegfrörne erinnert ein Findling in der Grünanlage bei der Landestelle in Hagnau.
  • Güttingen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Weinbau

Hagnauer Kirche
Hagnau am Bodensee

Hagnau ist bekannt durch seine ausgedehnten Weinanbaugebiete. Die Winzergenossenschaft, der Winzerverein Hagnau, ist die älteste in Baden und die größte am Bodensee, sowohl nach Mitgliedern (110 Winzer aus 60 Winzerfamilien) als auch nach Hektar Rebland (145 Hektar Anbaufläche). Mittlerweile haben sich viele Winzer mit dem Tourismus ein zweites Standbein geschaffen. Der Winzerverein wurde im Jahr 1881 vom damaligen Pfarrer der Gemeinde, Heinrich Hansjakob, in wirtschaftlicher Notzeit gegründet. Der Weinbau wird „kontrolliert umweltschonend“ betrieben. Gegen den Mehltau werden einerseits Fungizide eingesetzt, andererseits pilzresistente Rebsorten (zum Beispiel Regent) entwickelt. Die Großlage heißt Hagnauer Sonnenufer, die Einzellage Hagnauer Burgstall. Die angebauten Rebsorten sind Müller-Thurgau, Bacchus, Kerner, Weißer Burgunder, Ruländer, Grauburgunder und Spätburgunder.

Außerdem gibt es in Hagnau auch noch zwei private Weingüter.

Obstanbau

Im höher gelegenen Hinterland wird Bodensee-Obst (Äpfel und Zwetschgen) angebaut.

Fischerei

An mehreren Stellen der Seestraße und weiter im Ort kann frischer oder geräucherter Bodenseefisch, zum Beispiel Felchen gekauft werden. Die Restaurants bieten fangfrische Felchen aus dem Bodensee an. Insgesamt gibt es fünf Fischer im Ort mit den typischen offenen, flachen Fischerbooten.

Fremdenverkehr

Eine intakte Dorfstruktur, die direkte Lage am Bodensee und Spazierwege am Bodensee nach Immenstaad und Meersburg machen Hagnau zu einem beliebten Urlaubsort.

Verkehr

Landesteg für die Bodenseeschiffe in Hagnau am Bodensee

Das Dorf liegt an der Bundesstraße 31, etwa 13 Kilometer westlich von Friedrichshafen.

Es ist tagsüber halbstündlich per Bahnbus auf der Strecke Friedrichshafen-Immenstaad-Hagnau-Meersburg-Überlingen erreichbar im Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo).

Die nächsten Bahnhöfe für den Fernverkehr liegen in Friedrichshafen und Konstanz, der nächste Flughafen in Friedrichshafen.

Hagnau ist auch mehrmals täglich per Schiff zu erreichen (Linie Konstanz-Bregenz der Bodensee-Schiffsbetriebe).

Der Bodensee-Rundwanderweg und der Bodensee-Radweg führen durch Hagnau.

Freizeit und Sport

  • Östlich des Ortes gibt es einen Naturstrand mit Bademöglichkeit und Sanitär- und Umkleidebereich.
  • Ebenfalls östlich vom Ort gibt es einen naturbelassenen Campingplatz direkt am See.
  • Bei der Schiffsanlegestelle (Westhafen) gibt es eine Bootsvermietung mit Tretbooten und Motorbooten.
  • Für Wanderer sind 45 Kilometer Rundwanderwege mit der Kennzeichnung durch ein Traubensymbol ausgeschildert.
  • Tennisplätze befinden sich am Rathaus und beim TC Hagnau.
  • Gegenüber des Seeufers befindet sich eine Minigolfanlage.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Aus der Klosterzeit gibt es noch sechs ehemalige Klosterhöfe.

  • Einer davon ist der 1568 umgebaute Salmannsweiler Hof des Klosters Salem.
  • Der ehemalige Klosterhof von 1714 von Weingarten beherbergt heute das Rathaus.
  • Der Irseer Hof wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut und diente als Amtshaus des Benediktiner-Klosters Irsee bei Kaufbeuren. Heute wird er als Wohnhaus genutzt.
  • Das ehemalige Zehnthaus des Bistums Konstanz wurde 1680 unter Bischof Franz Johann Prassberg erbaut.

Hagnauer Trachten

Zu Feiertagen oder Feierlichkeiten tragen alteingesessene Hagnauerinnen ihre Trachten mit der filigranen, goldfarbenen Trachtenhaube.

Museen

Im Hagnauer Museum im Rathaus von Hagnau gibt es Ausstellungsstücke zur Pfahlbausiedlung Hagnau, zur Seegfrörne von 1830 und 1963, zu Heinrich Hansjakob, zum Weinbau, zu Küfer-, Winzer- und Fischereigeräten und Gemälde des Hagnauer Malers Reinhard Sebastian Zimmermann. Im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen ist die älteste Holz-Flöte Europas von Hagnau-Burg (1050 v. Chr.) ausgestellt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Anfang Mai wird das Frühlingsfest sowie nach der Flurprozession das Brunnenfest gefeiert. Ende Mai folgt das Häfelefest direkt am See. Im Juni, Juli und August folgen das Wimmler-, das Sommer- und das Torkelfest. Den Abschluss der Feste bilden dann im Oktober das Erntedank- und Pfarrfest sowie das Suserfest.

Daneben gibt es das regelmäßige wöchentliche Veranstaltungsprogramm für die Touristen während der Sommersaison (Weinproben, Spaziergänge, Lichtbildervorträge, astronomische Führung und Sonntagskonzert).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Bürger

Prominenter Bewohner Hagnaus war der Volkserzähler und Bürgerrechtler Heinrich Hansjakob (1837-1916), der hier ab 1869 Gemeindepfarrer war und am 20. Oktober 1881 den Hagnauer Winzerverein gründete. Ein lebensgroßes Denkmal Hansjakobs vor dem Rathaus erinnert an seine Verdienste.

Der Künstler Julius Bissier zog im Jahr 1939 mit seiner Ehefrau Lisbeth Bissier von Freiburg im Breisgau nach Hagnau. Dort entwickelte er seine einzigartige Bild- und Formsprache. Zu Beginn der 1960er Jahre zog er nach Ascona in die Schweiz, wo er 1965 starb.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Kompass (Hrsg.): Lexikon Bodensee Gesamtgebiet, 1c, ISBN 3-85491-002-9, S. 20
  3. Günter S. Schöbel, Ein Flötenfragment aus der spätbronzezeitlichen Siedlung Hagnau-Burg, Bodenseekreis. In: Archäologische Nachrichten aus Baden. Heft 38/39, 1987, S. 84-87.
  4. Kompass (Hrsg.): Lexikon Bodensee Gesamtgebiet, 1c, ISBN 3-85491-002-9, S. 21

Weblinks


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