Internet der Dinge

Internet der Dinge

Das Internet der Dinge (auch engl.: Internet of Things) bezeichnet die Verknüpfung eindeutig identifizierbarer physischer Objekte (Things) mit einer virtuellen Repräsentation in einer Internet-ähnlichen Struktur. Das Internet der Dinge besteht nicht mehr nur aus menschlichen Teilnehmern, sondern auch aus Dingen. Der Begriff geht zurück auf Kevin Ashton, der 1999 Internet of Things erstmalig verwendet hat[1]. Bekannt wurde das Internet der Dinge durch die Aktivitäten der Auto-ID Labs[2].

Die automatische Identifikation mittels RFID wird oft als Grundlage für das Internet der Dinge angesehen. Allerdings kann eine eindeutige Identifikation von Objekten auch mittels Strichcode oder 2D-Code erfolgen. Weitere Technologien wie Sensoren und Aktuatoren erweitern die Funktionalität um die Erfassung von Zuständen bzw. die Ausführung von Aktionen. Erweiterte Definitionen zum Internet der Dinge betonen die Zugehörigkeit zum zukünftigen Internet (auch engl.: Future Internet)[3] sowie die Abgrenzung von verwandten Forschungsthemen[4].

Inhaltsverzeichnis

Zielsetzung

Das Ziel des Internet der Dinge ist es, die Informationslücke zwischen der realen und virtuellen Welt zu minimieren[5]. Ein wichtiger Schritt zu diesem Ziel ist vor allem die Standardisierung der Komponenten und Dienste im Internet der Dinge.

Abgrenzung

Das Internet der Dinge unterscheidet sich von dem Konzept der Selbststeuerung in der Logistik. Selbststeuernde Objekte benötigen nicht zwangsläufig internetähnliche vernetzte Strukturen. Dennoch lassen sich Synergien herstellen, so dass zumindest in der Forschung beide Konzepte gerne verknüpft werden[6]. Weiterhin gibt es Überschneidungen mit Themenfeldern wie Ubiquitous Computing, Pervasive Computing, dem Internet Protocol, Kommunikationstechnologien, Eingebetteten Systemen, Web2.0-Anwendungen, dem Internet (der Menschen) und dem Intranet bzw. Extranet der Dinge[7].

Beispiele

In der Anwendung reicht oft der Einsatz weniger technischer Komponenten und Funktionen im Internet der Dinge aus[8].

  • Paketverfolgung über das Internet – Paketdienstleister bieten heute auf Basis einer eindeutigen Identifikation über Strichcodes oder 2D-Codes die Möglichkeit, Pakete im Transportprozess über entsprechende Webseiten zu verfolgen.
  • Nachbestellung von Druckerpatronen – Druckpatronen werden heute bereits mittels Chiptechnologie identifiziert und der Füllstand überwacht. Unterschreitet der Füllstand eine gewisse Grenze erfolgt eine Aufforderung zur Nachbestellung über die Herstellerwebseite.

In beiden Beispielen erfolgen eine eindeutige Identifikation und die Verknüpfung zu einer entsprechenden Internetseite. Allerdings ist für beide Beispiele die menschliche Interaktion notwendig. Das Internet der Dinge soll allerdings ebenso die direkte Verarbeitung durch Maschinen ermöglichen. Weiterhin fehlen in den Beispielen Internet-basierte Verzeichnisdienste sowie die Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Diensten.

  • Ein weiteres Beispiel ist das EPCglobal Netzwerk. Allerdings beschränkt sich die EPCglobal Architecture[9] bisher auf logistische Anwendungen und stellt somit nur eine Untermenge der Zukunftsvision für das Internet der Dinge dar. RFID dient als Basistechnologie im EPCglobal Netzwerk, mit der sich die reale Welt in die Informationswelt, zum Beispiel anhand einer weltweit eindeutigen Identität wie dem Electronic Product Code, verlängern lässt. Diese Verschmelzung ermöglicht nicht nur das verbesserte Management von bestehenden Geschäftsprozessen, sondern erlaubt auch die Entstehung von komplett neuen Märkten und Geschäftsmodellen. Mit dem EPCglobal und weiteren standardisierten Komponenten steht bereits heute ein Großteil der entsprechenden Infrastruktur bereit. Die Basisdienste dieser Infrastruktur bauen dabei funktional auf den Grundlagen des Internets auf.

Forschung

Die Forschung zum Thema wird seit Jahren von verschiedenen Einrichtungen betrieben. Dabei ist eine stetige thematische Erweiterung der ursprünglichen Vision der Auto-ID Labs[10] zu beobachten. Auf europäischer[11] und deutscher Ebene[12] wurden und werden eine Vielzahl von Forschungsprojekten zum Internet der Dinge gefördert.

Weblinks

Literatur

  • Bullinger, H.-J. and ten Hompel, M. (Hrsg.): Internet der Dinge, Springer, Berlin 2007.
  • Fleisch, E.; Mattern, F. (Hrsg.): Das Internet der Dinge - Ubiquitous Computing und RFID in der Praxis, Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-24003-9.
  • Michahelles, F.; Mitsugi, J. (Hrsg.): Internet of Things (IOT 2010), Tokyo, Japan, November 29 - December 1, IEEE 2010, ISBN 978-1-4244-7415-8
  • ten Hompel, M.; Heidenblut, V.: Taschenlexikon Logistik, VDI-Buch, Springer, Berlin 2005, ISBN 3-540-28581-4
  • Uckelmann, D.; Harrison, M; Michaelles, F. (Hrsg.): Architecting the Internet of Things, Springer, Berlin 2011. ISBN 978-3-642-19156-5

Einzelnachweise

  1. Kevin Ashton: That 'Internet of Things' Thing. In: RFID Journal, 22. Juli 2009. Abgerufen am 8. April 2011.
  2. Mattern, F.; Flörkemeier, Ch.: Vom Internet der Computer zum Internet der Dinge, Informatik-Spektrum, Vol. 33, No. 2, pp. 107-121, April 2010, http://www.vs.inf.ethz.ch/publ/papers/Internet-der-Dinge.pdf. Abgerufen am 8. April 2011.
  3. CERP-IOT: Internet of Things Strategic Research Roadmap. Abgerufen am 8. April 2011.
  4. Uckelmann, D.; Harrison, M.; Michahelles, F.: An Architectural Approach towards the Future Internet of Things In: Uckelmann, D.; Harrison, M.; Michahelles, F.(Hrsg.): Architecting the Internet of Things, Springer, Berlin 2011. Abgerufen am 8. April 2011.
  5. vgl. Fleisch, Elgar; Mattern, Friedemann: Das Internet der Dinge, Berlin: Springer, 2005
  6. Uckelmann, D., Isenberg, M.-A.; Teucke, M.; Halfar, H; Scholz-Reiter, B.: Autonomous Control and the Internet of Things: Increasing Robustness, Scalability and Agility in Logistic Networks. In: Ranasinghe, D. C.; Sheng, Q. Z.; Zeadally S. (Hrsg.): Unique Radio Innovation for the 21st Century: Building Scalable and Global RFID Networks. Berlin: Springer; 2010:163-181
  7. Uckelmann, D.; Harrison, M.; Michahelles, F.: An Architectural Approach towards the Future Internet of Things In: Uckelmann, D.; Harrison, M.; Michahelles, F.(Hrsg.): Architecting the Internet of Things, Springer, Berlin 2011. Abgerufen am 8. April 2011.
  8. Mattern, F.; Flörkemeier, Ch.: Vom Internet der Computer zum Internet der Dinge, Informatik-Spektrum, Vol. 33, No. 2, pp. 107-121, April 2010, http://www.vs.inf.ethz.ch/publ/papers/Internet-der-Dinge.pdf. Abgerufen am 8. April 2011.
  9. The EPCglobal Architecture Framework, http://www.gs1.org/gsmp/kc/epcglobal/architecture/architecture_1_2-framework-20070910.pdf. Abgerufen am 13. April 2011.
  10. Webseite der Auto-ID Labs, http://www.autoidlabs.org/. Abgerufen am 8. April 2011.
  11. Webseite des IoT European Research Cluster, http://www.internet-of-things-research.eu/partners.htm. Abgerufen am 8. April 2011.
  12. Webseite des BMWi-Technologieprogramms "next generation media", http://www.nextgenerationmedia.de/. Abgerufen am 8. April 2011.

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