Jizerka

Jizerka
Jizerka
Jizerka führt kein Wappen
Jizerka (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Jablonec nad Nisou
Gemeinde: Kořenov
Geographische Lage: 50° 49′ N, 15° 21′ O50.81555555555615.350833333333Koordinaten: 50° 48′ 56″ N, 15° 21′ 3″ O
Einwohner: 8 (1. März 2001)

Jizerka (deutsch Klein Iser, früher Wilhelmshöhe) ist ein Ortsteil der Gemeinde Kořenov im Okres Jablonec nad Nisou. Der Ort hat drei Einwohner und 23 Häuser, die fast ausschließlich touristisch oder gastronomisch genutzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Jizerka liegt unweit der polnischen Grenze an dem gleichnamigen Bach Jizerka (Kleine Iser) auf der Iserwiese zwischen dem Vlašský hřeben (Welscher Kamm) und Střední jizerský hřeben (Mitteliserkamm). Das Dorf war bis etwa 1970 vollständig von Nadelwäldern umgeben. Als Folge des Waldsterbens im früheren Schwarzen Dreieck sind die Kämme des Isergebirges heute kahl. Seit den 1990er-Jahren wurden verstärkt Wiederaufforstungsmaßnahmen eingeleitet. Durch den schneereichen und harten Winter 2005/2006 sind jedoch viele neu gepflanzte junge Bäume durch Schneebruch beschädigt worden. In den Wintermonaten ist der Ort ein beliebtes Zentrum für Skilangläufer und wird von der Isergebirgs-Skimagistrale berührt.

Blick vom Misthaus über den Ort zum Buchberg / Bukovec (Isergebirge)
Blick vom Buchberg auf Jizerka

Der Ferienort am Fuße des Vulkankegels des Bukovec (Buchberg, 1005 m) liegt in 860 m ü. M. und ist zusammen mit Příchovice der höchstgelegene Ort im tschechischen Teil des Isergebirges. Für den motorisierten Fahrzeugverkehr ist er ausschließlich über Horní Polubny erreichbar. Die Zufahrt mit dem Auto ist nur Anliegern und Gästen des Ortes erlaubt. Seit 15. Juli 2005 ist auch der Karlsthaler Steg über den Grenzfluss Iser als Wandergrenzübergang nach Orle (Karlsthal) wieder aufgebaut.

Geschichte

Erste Siedler in den tiefen Wäldern des Isergebirges waren evangelische Glaubensflüchtlinge, die sich am Hang des Buchberges niederließen. Um 1550 entstand eine kleine Ansiedlung von Edelsteingräbern. Der eigentlich Ort Klein Iser entstand als Ansiedlung Wilhelmshöhe um eine 1769 gegründete Glashütte, die aber wieder einging. Daneben lebten die Bewohner von der Forstwirtschaft und der Vogelfängerei. Im Jahre 1828 ließ der Glasmacher Franz Riedel eine neue Glashütte errichten. Als dessen Neffe und Schwiegersohn Josef Riedel 1841 das Unternehmen übernahm, verlegte er seinen Wohnsitz bis 1844 nach Wilhelmshöhe und ließ ein Herrenhaus errichten. 1866 ging neben dem Herrenhaus eine zweite Glashütte in Betrieb, die bis 1911 produzierte. Nach der Stilllegung der Glashütte war eine Sägemühle der größte Betrieb des Ortes.

Auf dem Sattel westlich des Buchberges entstanden im 19. Jahrhundert einige Bauden, und die Ansiedlung trug den Namen Buchberg. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Wilhelmshöhe und Buchberg zum Dorf Klein Iser vereinigt.

Über die Iser, die die Grenze zu Schlesien bildete, führte unterhalb des Buchberges der Karlstaler Steg in den jenseits der Grenze gelegenen Nachbarort Orle (Karlstal) und weiter über die alte Zollstraße nach Schreiberhau. Ein weiterer Weg, der Zollweg, führte über den Mitteliserkamm am Hegerhaus, später nach seinen Bewohnern als Hoyerhaus bezeichnet, auf die Große Iserwiese nach Groß Iser in Schlesien. Am Fuße des Buchberges, wo beide Wege zusammentrafen, befand sich das Zollhaus.

Nach dem Ersten Weltkrieg diente die neue Glashütte als Jugendherberge. Die alte verfiel und wurde abgetragen.

1945 wurde die deutschstämmige Bevölkerung vertrieben und der Ort blieb fast unbewohnt. Dadurch verfielen zahlreiche Gebäude und wurden abgerissen. In den 1960er-Jahren wurde die seit Kriegsende gesperrte Brücke am Karlstaler Steg durch ein Hochwasser der Jizera weggerissen. Wegen der geringen Einwohnerzahl erfolgte 1960 die Eingemeindung nach Kořenov. Nach dem Brand der Jugendherberge wurde die Ruine der Glashütte als Kuhstall genutzt. Ab 1980 erfolgten durch Gustav Ginzel und Helfer Instandsetzungsarbeiten am Herrenhaus. Ab 1989 begann der Wiederaufbau der Glashütte zu einer Gaststätte, Pension und Reithalle. Das Herrenhaus beherbergt heute ein Hotel. 1991 hatte der Ort 2 Einwohner. Im Jahre 2001 bestand das Dorf aus 13 Häusern, in denen 8 Menschen lebten. Im Jahre 2005 wurde die Pyramida, ein fast 100 Jahre altes Ausflugsrestaurant restauriert, wobei die historische Bauform erhalten wurde.

Iserwiese

Schon lange vor der Gründung des Ortes erlangte die Iserwiese als Fundstätte von Edelsteinen große Bedeutung. Im 15. Jahrhundert waren es vor allem Walen, die hier nach Saphir, Topas, Zirkon, Smaragd und Rubin suchten. Vor allem am Saphirflössel am Rande des Kleinen Isermoores wurden immer wieder Edelsteine gefunden. Dazu gehörten insbesondere seltene Titaneisensteine, die nach der Fundstätte als Iserine bezeichnet werden.

Die Iserwiese war Teil der Herrschaft Friedland und deren Besitzer, die Bibersteiner, ließen seit Beginn des 16. Jahrhunderts selbst nach den Steinen schürfen und waschen. Fremden Edelsteinsuchern wurden mit Androhung der Blendung jegliche Aktivitäten untersagt. Über die Edelsteinfunde auf der Iserwiese, die zu Zeiten Rudolfs II. als der bedeutendste Fundort Böhmens galt, berichten auch die Chronisten Bohuslav Balbinus, Caspar von Schwenckfeld und Nicolaus Henel.

1539 brach zwischen den Herrschaften Friedland und Nawarow ein Grenzstreit um die Iserwiese aus, der erst 1591 zugunsten der Friedländer beigelegt wurde.

Rudolf II. erteilte am 8. Juli 1595 ein Privileg zur Edelsteinsuche auf der Iserwiese an die Bergleute Leonhard Stadler und Johann Eckstein, gleiches erhielten später noch der Pfarrer Simon Thaddäus Budeccius von Falkenberg und der Steinschneider Willibald Heffter. Im 17. Jahrhundert beauftragte Albrecht von Waldstein italienische Edelsteinsucher mit der Untersuchung des Gebirges zwischen Isermoor und Buchberg. Franz Xaver Zippe beschrieb die Iserwiese 1824 in den Beiträgen zur Kenntnis des Mineralreiches.

Immer wieder versuchten Edelsteingräber ihr Glück auf der Iserwiese, letzte größere Versuche erfolgten nach dem Ersten Weltkrieg.

Sehenswürdigkeiten

Herrenhaus, um 1990
zum Hotel »Pansky Dům« umgebautes Herrenhaus 2005
  • Bekannt wurde der Ort auch durch das Misthaus und dessen Besitzer, den Globetrotter Gustav Ginzel, zu dessen Vorträgen und Führungen durch das Haus früher eine Vielzahl von Tagestouristen vor allem aus der DDR anreisten. Gleichzeitig war das Haus ein beliebter Treffpunkt von Bergsteigern. Das Misthaus ist seit einigen Jahren geschlossen.
  • Das kleine Isermoor wurde zum Naturschutzgebiet erklärt und ist nur auf gekennzeichneten Pfaden begehbar.
  • Der Bukovec besitzt an seinen Hängen einige warme Quellgebiete, an denen die Trollblume, der Gelbblühende Dreifuß und der Schwalbenwurzige Enzian zu finden sind.
  • Nordwestlich des Ortes befindet sich in fünf Kilometer Entfernung die bekannte Bergbaude Smědava (Wittighaus). Östlich, über den Welschen Kamm, liegt die Darretalsperre. Wegen des Einzugsgebietes dieser Trinkwassertalsperre und des Naturschutzgebietes Isermoor wurden die Straßen zwischen Jizerka und dem Wittighaus und von dort zur Talsperre für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt.
  • Pytlácke kameny (Raubschützenfelsen, 975 m) und Wackelstein (Viklan) auf dem Mitteliserkamm
  • In der früheren Schule zeigt das Nordböhmische Museum Liberec eine Dauerausstellung zur Geschichte von Jizerka und das Leben im Isergebirge
  • Steinobelisk vor der Chata Pyramida

Weblinks

 Commons: Jizerka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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