Andachtsbildchen

Andachtsbildchen
Vorderseite eines Andachtsbildchens aus dem 20. Jhd. Der hl. Bonifatius verlässt England, um den Deutschen den hl. Glauben zu verkünden.

Andachtsbildchen sind gedruckte oder gemalte Bildchen mit einem religiösen Motiv auf der Vorderseite. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert sind sie in der katholischen Kirche weit verbreitet und als Devotionalien ein Element der Volksfrömmigkeit. Typische Motive sind Darstellungen Jesu Christi, der Gottesmutter, der Heiligen oder auch des Papstes.

In Klöstern wurden die ersten Bildchen als Dankgabe kunstvoll von Hand gemalt und gefertigt. Wanderprediger verteilten die Bildchen, um die Verkündigung zu unterstützen. Sie dokumentieren zudem auch den Fortschritt der Drucktechnik. Mit Erfindung des Holzstichs und des Kupferstiches konnte ab dem 15. Jahrhundert die steigende Nachfrage nach Heiligenbildchen befriedigt werden.

Andachtsbildchen liegen manchmal in Kirchen aus. Meist erhält man sie jedoch bei einer Wallfahrt, zur Erstkommunion, zur Beichte vor Ostern oder zu festlichen Anlässen, wie Ordensprofess, einer Selig- oder Heiligsprechung, bei Priesterweihen, Primizen oder zu Weihetagen -und jubiliäen, etwa des Diözesanbischofs.

Die Bildchen sind einfach oder gefaltet und von der Größe her als Einlage ins Gesang- oder Gebetbuch geeignet. Auf der Rückseite sind meist ein geistlicher Text zum Gebet des Gläubigen und (bei einem Gedächtnis- oder Totenbildchen) die Daten aufgedruckt.

Literatur

  • Hans Gärtner: Andachtsbildchen. Kleinode privater Frömmigkeitskultur. Verlag Sankt Michaelsbund, München 2004, ISBN 3-920821-45-9.

Siehe auch


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