Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière

Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière
Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière
Region Aquitanien
Département Dordogne
Arrondissement Nontron
Hauptort Saint-Pardoux-la-Rivière
Einwohner 4.462 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km²
Fläche 214,81 km²
Gemeinden 7
INSEE-Code 2433

Der Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière ist eine französische Verwaltungseinheit im Arrondissement Nontron im Département Dordogne und in der Region Aquitanien; sein Hauptort ist Saint-Pardoux-la-Rivière, Vertreter im Generalrat des Départements ist seit 2001, wiedergewählt 2008, Georges Colas.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Kanton ist 214,81 km² groß und hatte (2008) 4.462 Einwohner, was einer Bevölkerungsdichte von 21 Einwohnern pro km² entspricht. Er liegt im Mittel auf 257 Meter über dem Meeresspiegel, zwischen 125 m in Saint-Front-la-Rivière und 451 m in Firbeix.

Der Kanton grenzt im Norden an das Département Haute-Vienne (Kanton Saint-Mathieu und Kanton Châlus), im Osten an den Kanton Jumilhac-le-Grand, im Südosten an den Kanton Thiviers, im Süden an den Kanton Champagnac-de-Belair und im Westen an den Kanton Nontron.

Der Kanton wird in etwa mittig von der Dronne und ihren Nebenflüssen entwässert. Generelle Fließrichtung ist nach Südwest. Der bedeutendste Nebenfluss der Dronne ist die linksseitige Côle mit ihren rechtsseitigen Nebenflüssen Coly und Queue d’Ane. Zwischen der Dronne und der Côle verläuft der Trincou, der ebenfalls nach Südwest entwässert.

Der Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière ist integraler Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.

Geologie

Augengneis von Mialet

Der Hauptanteil des Kantons Saint-Pardoux-la-Rivière liegt auf metamorphen Grundgebirgsgesteinen des nordwestlichen Massif Central. Nur im Südwestabschnitt stehen flachliegende Sedimente des nordöstlichen Aquitanischen Beckens an. Das pultflächenartig an der Randstörungszone angehobene Grundgebirge liegt deutlich höher als die Beckensedimente. Im Grundgebirge sind von West nach Ost folgende Gesteinsformationen vertreten:

Die Glimmerschiefer haben die anatektischen Paragneise überfahren und werden ihrerseits von den Gesteinen der Unteren Gneisdecke überschoben.

Die Sedimente bestehen aus generell detritischem Lias, der im Bereich der Randstörung oft verkieselt auftritt, aus Fossilkalken des Doggers, die rekristallisiert sein können, sowie aus transgressiver Oberkreide (Cenomanium bis Coniacium). Die Randstörung wird oft von detritischem, eisenhaltigem Sidérolithique aus dem Eozän begleitet. Pleistozänes Kolluvium (Schotter und Kiese fluviatilen Ursprungs) bedeckt stellenweise relativ geringmächtig das Grundgebirge, kann aber im Sedimentbecken zu mächtiger werdenden Hüllsedimenten heranwachsen. Alluviale Schotterterrassen aus der Riß- und der Würm-Kaltzeit finden sich im Tal der Dronne; Côle, Coly und Trincou führen nur zur letzten Vereisung gehörendes Alluvium.

An bekannten mineralischen Rohstoffen zu nennen sind die Minerale Baryt, Bleiglanz, Cassiterit, Scheelit, Zinkblende, die Uranminerale Autunit und Chalkolith, sowie Mangan und Kaolin.

Ökologie

Der Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière weist mehrere ökologische Schutzgebiete auf:

  • Das Tal der Dronne ab dem Gemeindegebiet von Mialet (ZNIEFF bzw. Ökotop des Typus 1, Schutzzonennummer 26810000). Der Flussabschnitt in der Gemeinde Mialet wird nicht nur als (Französisch) "zone naturel d'interêt faunistique et floristique" geschützt, sondern fällt außerdem unter Natura 2000.
  • Das Tal des Coly kurz unterhalb der Gemeindegrenze von Mialet bis zur Mündung in die Côle (ZNIEFF des Typus 1, Schutzzonennummer 27100000)
  • Das Tal der Côle ab dem Stausee von Mialet (ZNIEFF des Typus 1, Schutzzonennummer 27100000)
  • Das Tal der Queue d'Âne im Gemeindegebiet von Saint-Saud-Lacoussière (ZNIEFF des Typus 1, Schutzzonennummer 27100000)
  • Die Weiher bei La Maison Rouge, Gemeinde Mialet (ZNIEFF des Typus 1, Schutzzonennummer 27510000)

Der Stausee von Mialet ist als empfindlicher Naturraum eingestuft worden.

Geschichte

Die Ruinen des Château de la Renaudie

Menschliche Besiedlungspuren lassen sich im Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière mindestens bis ins Neolithikum zurückverfolgen (Funde bei Piogeat, Gemeinde Milhac-de-Nontron). Überbleibsel der Megalithkultur sind Menhire und ein Tumulus bei Coudert-Ferry (ebenfalls Gemeinde Milhac-de-Nontron). Aus der gallorömischen Epoche wurden Überreste in der Gemeinde Firbeix entdeckt.

Im frühen Mittelalter entstanden dann erste romanische Ortskirchen, beispielsweise:

  • Die Kirche Notre-Dame du Scapulaire in Mialet aus dem 12. Jahrhundert.
  • Die Templerkirche Saint-Martin in Milhac-de-Nontron, 12. Jahrhundert.
  • Die Kirche Saint-Front in Saint-Front-la-Rivière.
  • Die Ortskirche von Saint-Saud aus dem 12. Jahrhundert.

Auch mindestens zwei Orden hatten im Kanton etwa zur selben Zeit Niederlassungen:

  • So beispielsweise die Zisterzienser das Priorat Saint-Blaise in Chantres, Gemeinde Milhac-de-Nontron. Übriggeblieben ist die romanische Kapelle aus dem 12. Jahrhundert.
  • Die Zisterzienser gründeten ferner eine Abtei im Jahr 1163 in Peyrouse, Gemeinde Saint-Saud-Lacoussière.
  • Der Templerorden erbaute die Wehrkirche in Milhac-de-Nontron im 12. Jahrhundert.
  • Das einstige Kloster in Saint-Pardoux-la-Rivière geht ins 13. Jahrhundert zurück, die Ordenszugehörigkeit ist jedoch nicht geklärt.

Unter den weltlichen Bauwerken (Burgen, Schlösser und Herrensitze) sind anzuführen:

  • Das Château de Lambertie aus dem 12. Jahrhundert, Gemeinde Mialet.
  • Das Schloss von Lacoussière aus dem 12. Jahrhundert, Gemeinde Saint-Saud-Lacoussière; wurde im Hundertjährigen Krieg zerstört.
  • Die Burgruine Château de la Renaudie und das Château Saulnier aus dem 13. Jahrhundert, Gemeinde Saint-Front-la-Rivière.
  • Der Herrensitz La Glaudie aus dem 15. Jahrhundert, Gemeinde Milhac-de-Nontron; mit Kapelle aus dem 12. Jahrhundert.
  • Das Château de Pommier aus dem 15. Jahrhundert, Gemeinde Saint-Front-la-Rivière.
  • Der Herrensitz in Milhac-de-Nontron aus dem 16. Jahrhundert.
  • Der Herrensitz Magnac ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert, Gemeinde Milhac-de-Nontron.

Gemeinden

Im Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière befinden sich folgende Gemeinden (Stand 2007):

Gemeinde Einwohner Fläche (km²) Bevölkerungsdichte
Einwohner/km²
Code Insee Postleitzahl
Champs-Romain 317 20,33 15,6 24101 24470
Firbeix 330 22,66 14,5 24180 24450
Mialet 681 37,30 18,3 24269 24450
Milhac-de-Nontron 602 34,75 17,3 24271 24470
Saint-Front-la-Rivière 532 17,89 29,7 24410 24300
Saint-Pardoux-la-Rivière 1149 23,84 48,2 24479 24470
Saint-Saud-Lacoussière 856 58,04 14,7 24498 24470

Bevölkerungsentwicklung

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2007 2008
6 633 5 968 5 610 5 152 4 747 4 478 4 481 4 467 4 462

Der Kanton Saint-Pardoux-la-Rivière hat bis 1999 konstant an Bevölkerung verloren, die Bevölkerungszahlen haben sich aber seitdem offensichtlich wieder stabilisiert.

Photogalerie

Weblinks

Der Kanton auf der Website des Insee

Literatur

  • Briand, B. et al.: Feuille Châlus. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • Guillot, P.-L. et al.: Feuille Thiviers. In: Carte géologique de la France à 1/50000. BRGM.
  • Richard, D. et al.: Le Guide Dordogne Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 1993.

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