Karl Wilhelm von Baden-Durlach

Karl Wilhelm von Baden-Durlach
Markgraf Karl Wilhelm von Baden
Frontansicht Schloss Karlsruhe Herbst 2004
Pyramide am Marktplatz

Markgraf Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach (* 17. Januar (nach anderen Angaben auch 18. Januar oder 26. Januar) 1679 in Durlach; † 12. Mai 1738 in Karlsruhe) regierte die Markgrafschaft Baden von 1709 bis 1738. Er gründete 1715 die Stadt Karlsruhe und verlegte dorthin die neue Residenz.

Karl Wilhelm war der Sohn von Markgraf Friedrich Magnus zu Durlach und der Augusta Maria von Schleswig-Holstein-Gottorf.

Leben

Nach Studium in Utrecht, Genf und Lausanne, Reisen nach England, Schweden und Italien, dem Dienst bei seinem Onkel Markgraf Ludwig Wilhelm, dem so genannten „Türkenlouis“, bei dem er es bis zum Obristen brachte, Heirat und Teilnahme an Kriegen wurde Karl-Wilhelm im Jahre 1709 Markgraf von Baden-Durlach.

Die Residenz des Markgrafen war die Durlacher Karlsburg. Als jedoch am 15. August 1689 Durlach vollständig von den Franzosen geplündert und niedergebrannt wurde und sich diese Plünderungen 1691 wiederholten, kam es nur langsam zum Wiederaufbau der Durlacher Residenz. Die Durlacher Bürger waren wenig gewillt, den teuren Plänen ihres Fürsten beim Ausbau der wiedererstehenden Karlsburg zu folgen und sträubten sich, ihre Äcker für die neuen Anlagen zu opfern, so dass sich Karl Wilhelm entschloss, eine neue Residenz auf der freien Ebene zu errichten. Im Jahr 1715 gründete er Karlsruhe. Bereits am 5. Juli 1717 hielt Markgraf Karl Wilhelm Audienz im neuen Karlsruher Schloss und zog zum Bedauern und Ärger der Durlacher Bevölkerung mit dem gesamten Hof nach Karlsruhe um.

Das von ihm 1719 unterhalb der Barbarakapelle in Langensteinbach errichtete Badegebäude war im 18. Jahrhundert weit über die Grenzen hinaus als Fürstenbad berühmt, und 1971 Anlass für die Namensgebung der Gemeinde Karlsbad (Baden).

Am 12. Mai 1738 verstarb der Markgraf in Karlsruhe, er war gerade beim Bepflanzen und Häckeln seiner Tulpenbeete, als ihn der Schlag traf. Sein Leichnam wurde nach seinem letzten Willen in der Gruft der Konkordienkirche beigesetzt. Noch heute zeigt die Pyramide am Marktplatz die Stelle, unter der sich die Gruft mit den Gebeinen des Markgrafen befindet.

Nachdem sein Sohn Friedrich schon zu Lebzeiten des Markgrafen verstarb, wurde sein Enkel zu seinem Nachfolger. Dieser war jedoch erst 10 Jahre alt, so dass eine Vormundschaftsregierung unter Prinz Karl August von Baden-Durlach eingesetzt werden musste.

Ehe und Nachkommen

Karl III. Wilhelm heiratete am 27. Juni 1697 Magdalena Wilhelmine von Württemberg (* 7. November 1677; † 30. Oktober 1742), die Tochter des Herzogs Wilhelm Ludwig von Württemberg. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

  • Karl Magnus (* 21. Januar 1701; † 12. Januar 1712), Erbprinz von Baden-Durlach
  • Friedrich (* 7. Oktober 1703; † 26. März 1732), Erbprinz von Baden-Durlach
  • Auguste Magdalene (* 13. November 1706; † 25. August 1709)

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