Katholischer Akademischer Ausländerdienst

Katholischer Akademischer Ausländerdienst

Der Katholische Akademische Ausländerdienst (KAAD) ist ein Verein, dessen Mitgliederversammlung aus Vertretern von zehn kirchlichen Organisationen und der Diözesen gebildet wird. Der KAAD ging aus einer Initiative des Katholikentages in Fulda (1954) hervor und wurde 1958 als Verein eingetragen.

offizielles Vereinslogo

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben

Die hauptsächlichen Tätigkeitsbereiche des KAAD wurden 1991 neu definiert:

  • Stipendien für Ausländer zur Förderung von Studierenden aus Übersee und Osteuropa in Deutschland
  • Förderung von Nachwuchskräften aus Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa, insbesondere durch Postgraduiertenstudien und Forschungsaufenthalte in Deutschland, so dass diese Führungsaufgaben bei der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung ihres Heimatlandes aus sozialer Verantwortung und kirchlichem Engagement wahrnehmen können
  • Partnerschaftliches Zusammenwirken von deutscher Kirche und Kirchen der südlichen Hemisphäre und Osteuropa, sowie der allgemeine Dialog zwischen den Weltreligionen; gleichzeitig sollen die Stipendiaten als zukünftige Multiplikatoren im akademisch-wissenschaftlichen Bereich und über diesen hinaus mithelfen am Entwicklungsprozess ihrer Länder
  • Betreuung ehemaliger ausländischer Stipendiaten und Einbeziehung engagierter kirchlicher Laien, sowie nicht-christlicher Studierender und Forscher (Alumni) in die Betreuung der ausländischen Studierenden in Deutschland

Über den durch die Programmrichtlinien abgesteckten Rahmen ist der KAAD eine allgemeine 'Clearing-Stelle' der Deutschen Bischofskonferenz für ausländische Studierende. Die Vergabe der Stipendien für Ausländer erfolgt entweder durch Partnergremien, die aus Vertretern der jeweiligen Heimatkirchen und den Universitäten an Postgraduierte vergeben werden ('Einladungsprogramme'), oder durch das Vorschlagsrecht Katholischer Studenten- und Hochschulgemeinden für ausländische Studierende aus sogenannten Entwicklungsländern, die in einer fortgeschrittenen Phase ihres Studiums in Deutschland stehen.

Daneben veranstaltet der KAAD Seminare im In- und Ausland, eine einwöchige Jahresakademie, örtliche Treffen an den Hochschulorten sowie eine jährliche Studien- und Pilgerfahrt nach Rom.

Im Jahre 2006 erfolgten 2775 Erstanfragen auf Stipendien. Davon wurden insgesamt 545 Anträge bewilligt.

Finanzierung

Die finanziellen Mittel des KAAD (insgesamt ca. 6,3 Mio. Euro) stammen überwiegend aus Kirchensteuern und Bundesmitteln (Stand: 2005):

Organisation

Der Vorstand des KAAD e. V. setzt sich zusammen aus dem Vorstandsvorsitzenden, Dompropst Wilhelm Gegenfurtner, dem Präsidenten des KAAD, Josef Reiter und dem Geschäftsführer von Renovabis, Gerhard Albert. Reiter war vorher Präsident der Universität Mainz; er löste 2003 Peter Hünermann ab, der die Präsidentschaft des KAAD seit 1985 innehatte.[1] Neben der oben erwähnten Mitgliederversammlung umfasst das Förderungswerk einen Akademischen Ausschuss, ein Stipendiatenauswahlgremium und eine Geschäftsstelle mit derzeit fünf Regionalreferaten sowie den Geistlichen Beiräten. Die Geschäftsstelle des KAAD befindet sich in der Bundesstadt Bonn. Sie besteht aus insgesamt 25 Mitarbeiter(inne)n und wird von Generalsekretär Herrmann Weber geleitet.

Quellen

  • Jahresbericht 2006, Köllen Druck+Verlag, Bonn, ISSN 0930-9659

weitere Publikationen

  • Herrmann Weber(Hrg.): Im Spiegel der Anderen: Deutschland. Geschichte - Sprache - Mentalität - Religion., Bonn 2006, ISBN 3-926-28828-0
  • Carsten-Michael Walbiner(ed.): The Role of Universities in the Dialogue of Cultures and Religions., Bonn 2006, ISBN 3-926-28827-2

Einzelnachweise

  1. kaad.de: Überblick Geschichte, S.17 abgerufen am 31. August 2011

Weblinks


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