Kippachsenfehler

Kippachsenfehler

Kippachse heißt die horizontale Achse eines Theodolits oder Universalinstruments, um die sich das Zielfernrohr beim Einstellen des Vertikalwinkels dreht.

Sie ruht auf den zwei Stützen der Alhidade und ist mit dem Vertikalkreis fest verbunden. Wenn sie nicht genau 90° auf die Stehachse des Theodolit-Unterbaues steht, spricht man von einem Kippachsenfehler. Er beträgt bei modernen Theodoliten nur wenige Bogensekunden, was aber bei Steilvisuren die Genauigkeit beeinträchtigen kann. Man kann ihn messtechnisch durch Beobachtung jedes Zielpunkts in beiden Kreislagen eliminieren.

Neigungsmessung der Kippachse eines astronomischen Universals mit einer Reiterlibelle (stark überhöht). Bei 180°-Drehung oder Durchschlagen des Instruments spielt die Libelle wieder an fast derselben Stelle ein (α' ~ α). Die Neigung ist an der Skala ablesbar und wird beim Horizontieren mit den Fußschrauben weggestellt.

Auch eine nachträgliche Reduktion der gemessenen Richtungen ist möglich, wenn man eine Reiterlibelle verwendet. Wird diese in beiden Kreislagen angelesen, entfällt auch der Resteinfluss des Stehachsfehlers.
Die letztgenannte Methode ist bei Messgenauigkeiten über 1" üblich, also vor allem in der Astrogeodäsie und Astrometrie.

Bei großen Universalinstrumenten wie dem Wild T4 und bei Passageninstrumenten sind auch Hängelibellen in Gebrauch, die direkt an zwei blankliegende Stellen der Kippachse gehängt werden. Man spricht dann von Kippachsneigung bzw. von der Neigungskorrektion.


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