Kirchzarten

Kirchzarten
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchzarten
Kirchzarten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchzarten hervorgehoben
47.9666666666677.95380
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 380 m ü. NN
Fläche: 21,14 km²
Einwohner:

9.770 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 462 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79199
Vorwahl: 07661
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 064
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Talvogteistraße 12
79199 Kirchzarten
Webpräsenz: www.kirchzarten.de
Bürgermeister: Andreas Hall (CDU)
Lage der Gemeinde Kirchzarten im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild
Luftbild von Kirchzarten

Kirchzarten ist eine Gemeinde im Südschwarzwald im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg (Deutschland) mit rund 10.000 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Die im Verdichtungsraum Freiburg im Breisgau zentral in der Talebene des Dreisamtals gelegene Gemeinde befindet sich im Naturpark Südschwarzwald. Sie grenzt östlich an die Gemeinde Freiburg. Ihr Kernort wird vom Zastler Bach (anschließend Krummbach genannt) durchflossen und südwestlich von der Brugga passiert.

Gemeindegliederung

Zu Kirchzarten mit den bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Burg und Zarten gehören 23 Dörfer, Weiler, Zinken, Höfe und Häuser. Zur ehemaligen Gemeinde Burg gehören die Weiler Burg und Brand, die Zinken Himmelreich und Höfen, Haus und Gehöft, Rainhof, die Höfe Erlenhof und Zähringerhof und der Wohnplatz Untere Blechschmiede. Zur Gemeinde Kirchzarten in den Grenzen von 1973 gehören die Dörfer Kirchzarten, Dietenbach, die Zinken Am Bach, Fischbach, Geroldstal, Oberneuhäuser, Schlempenfeld und Unterneuhäuser, die Höfe Birkenreute und Brühlhof und die Wohnplätze Bruckmühle und Girsberg. Zur ehemaligen Gemeinde Zarten gehören das Dorf Zarten, das Gehöft Breitehof und der Wohnplatz Am Hohrain. Im Gemeindeteil Kirchzarten liegt die abgegangene Ortschaft Mettenzarten.[2]

Nachbargemeinden

Kirchzarten liegt zwischen den Gemeinden Stegen im Norden, Buchenbach im Osten und Oberried im Süden, mit denen eine Verwaltungsgemeinschaft besteht; im Westen grenzt es an Freiburg im Breisgau.

Geschichte

In der Keltenzeit entstand im Dreieck zwischen Wagensteigbach und Rotbach ein circa 200 ha großes keltisches Oppidum, das vom antiken Geographen Ptolemaios im 2. Jahrhundert als Tarodunum erwähnt wird. Dieser Name für die Siedlungen des Dreisamtales erhält sich auch über die alemannische Landnahme nach 260 hinaus, Indiz für eine kontinuierliche Siedlungsgeschichte. Der keltische Name Tarodunon (lat. Tarodunum) wird – nach der im 7. Jahrhundert erfolgten (alt)hochdeutschen Lautverschiebung von t zu z – als Zarduna 765 in einer Urkunde des Klosters St. Gallen erstmals wieder erwähnt, doch liegen die mittelalterlichen Orte Zarten und Kirchzarten nicht mehr auf dem Gelände des keltischen Oppidums. Im Hochmittelalter kam Kirchzarten unter die Herrschaft der Herren zu Falkenstein. Um 1500 erwarb die Stadt Freiburg im Breisgau die Herrschaft über Kirchzarten.

1805 kam Kirchzarten in Folge des Reichsdeputationshauptschlusses zum Großherzogtum Baden und wurde dort dem Landamt Freiburg II zugeordnet. 1829 wurde Burg ausgemeindet, kam aber später wieder zu Kirchzarten (1974). Seit 1952 gehört Kirchzarten zum Bundesland Baden-Württemberg.

siehe auch Burg bei Burg, Burg Galgenbühl, Burg Kirchzarten (Hagenmatten), Burg Kirchzarten (Hochstauden)

Einwohnerentwicklung

Im Jahr 1870 hatte Kirchzarten 1024 Einwohner, 100 Jahre später hat sich diese Zahl mit 6063 Einwohnern fast versechsfacht. 30 Jahre später hat sich die Einwohnerschaft noch einmal um 50 % vergrößert. Hier sind die Zahlen im Einzelnen:

Jahr 1870 1910 1939 1951 1961 1970 1980 1990 2000 2008[3]
Einwohner 1.024 2.268 2.764 3.377 4.817 6.063 8.352 8.726 9.494 9.743

Eingemeindungen

  • 1924: Birkenreute
  • 1936: Dietenbach und Neuhäuser
  • 1. April 1974: Zarten
  • 1. Juli 1974: Burg
Wappen der Ortsteile

Politik

Kommunalwahl in Kirchzarten 2009
 %
30
20
10
0
29,7%
27,9%
22,3%
20,1%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,3%
+1,9%
+1,1%
-2,6%
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/TITEL zu lang
Fußgängerzone in Kirchzarten

Kirchzarten ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Dreisamtal, dem auch die benachbarten Gemeinden Buchenbach, Oberried und Stegen angehören.

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab für die 18 Sitze folgende Sitzverteilung:

Partei /Liste Stimmenanteil + / - Sitze + / -
CDU 29,7 % - 0,3 5 Sitze - 2
SPD 27,8 % +1,8 5 Sitze - 1
FWG 22,3 % + 1,1 4 Sitze ± 0
Die Grünen 20,0 % - 2,7 4 Sitze - 1

Bürgermeister

Zum Nachfolger von Georg-Wilhelm von Oppen (CDU) wurde am 7. Dezember 2008 der Diplom-Verwaltungswirt Andreas Hall (CDU) mit 58,18 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen gewählt. Er setzte sich damit mit absoluter Mehrheit im ersten Wahlgang gegen sechs Mitbewerber durch.

Wappen

Das Wappen zeigt vorn auf gelbem Grund einen stehenden schwarzen Bären, ein silbernes Doppelkreuz tragend – Hinweis auf die Ursprünge des Ortes als Besitz des Klosters St. Gallen – und hinten das halbe Stadtwappen von Freiburg – das Georgskreuz – was auf die lange Zugehörigkeit zur Stadt Freiburg verweist.

Religionen

816 wird erstmals eine Kirche in Kirchzarten erwähnt. Die heutige St. Gallus-Kirche der katholischen Pfarrgemeinde ist der Mittelpunkt des Ortes und weithin sichtbares Wahrzeichen. Die St. Johanes-Kapelle im Ortsteil Zarten gehört zur Herz-Jesu-Gemeinde in Stegen. Im Ortsteil Dietenbach befindet sich das 1928 gegründete Kloster St. Therese der Unbeschuhten Karmelitinnen.

Die evangelischen Christen Kirchzartens und Oberrieds gehören zur Heilig-Geist-Gemeinde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Blick auf Kirchzarten vom Giersberg aus

Bedeutsam ist vor allem der Tourismus wegen der Nähe zu Freiburg und zu den Höhen des Schwarzwaldes. Es gibt einen Campingplatz, der stets gut besucht ist. Das Kurhaus bietet Tagungsmöglichkeiten.

Verkehr

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich zwei Bahnhöfe: Der Bahnhof Kirchzarten im Kernort und der Bahnhof Himmelreich im Ortsteil Burg-Höfen. Sie liegen an der Höllentalbahn, die in den Hochschwarzwald führt und in die andere Richtung nach Freiburg, wo Anschluss an den Fernverkehr der Bahn besteht. Im Bahnhof Himmelreich begegnen sich die tagsüber halbstündlich fahrenden Züge auf der eingleisigen Strecke.

Am Bahnhof Kirchzarten bestehen Umsteigemöglichkeiten in die Buslinien der SüdbadenBus GmbH (SBG) nach St. Peter, St. Märgen und Hinterzarten einerseits und nach Oberried, Todtnau und Todtmoos andererseits.

Durch das Ortsgebiet führt von Freiburg her die Bundesstraße 31 von Breisach nach Lindau (Bodensee), die von Freiburg bis Kirchzarten als vierspurige Autostraße ausgebaut ist, auf Gemeindegebiet dann dreispurig und vom Ortsende bei Himmelreich an zweispurig. Bei Himmelreich zweigt hiervon die Landesstraße 128 ab, die durch das Wagensteigtal nach St. Märgen führt. Bei Zarten zweigt nach Süden die L 126 ab, die über den Notschrei bei Todtnau auf die Bundesstraße 317 trifft, die einerseits zum Feldberg und zum Titisee führt und auf der anderen Seite durch das Wiesental in südwestlicher Richtung nach Basel. Die L 121 verbindet Kirchzarten südlich der B 31 und der Höllentalbahn mit den östlichen Stadtteilen von Freiburg.

Der Dreisamtäler Radwanderweg umrundet von Freiburg aus den ganzen Talboden und berührt dabei neben Kirchzarten auch alle anderen Gemeinden des Dreisamtals.

Bildungseinrichtungen

In Kirchzarten kann auf dem Marie-Curie-Gymnasium das Abitur abgelegt werden. Mit im Schulzentrum befinden sich die Realschule Kirchzarten und eine Hauptschule. Außerdem gibt es zwei Grundschulen (je eine in Kirchzarten und Burg) sowie seit September 2004 eine private Grund- und Werkrealschule (Freie Schule Dreisamtal). Im Ortsteil Zarten befindet sich die Zarduna-Schule, eine Förderschule für lernbehinderte Kinder. Für die Kleinsten gibt es mehrere gemeindliche, kirchliche und private Kindergärten, unter anderem auch einen Waldkindergarten.

Auf dem Gelände des Hofgutes Himmelreich wurde 2006 neben dem Integrativen Hotel- und Restaurantbetrieb die Integrative Akademie Himmelreich eingerichtet, die einen Beitrag zum unbehinderten Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung leisten will. Dazu bietet die Akademie Berufsvorbereitung, Teilausbildung und Fortbildung für Menschen mit geistiger Behinderung, Seminare für Verantwortliche und Fachkräfte in integrativen Betrieben und Fachtagungen zum Thema „Integration durch Qualifikation von Behinderten“.

Die Volkshochschule Dreisamtal e.V. und die Jugendmusikschule Dreisamtal haben ihren Sitz in Kirchzarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Blick in den Innenraum der Pfarrkirche St. Gallus
Giersberg-Kapelle
Talvogtei (Rathaus)
  • Die Pfarrkirche St.Gallus geht auf das Jahr 816 zurück und weist auf die frühen Besitzungen des Klosters St. Gallen hin. Auf dem Dach des 32 m hohen Kirchturms nisten seit mehreren Jahren wieder Störche.
  • Die Giersberg-Kapelle von 1737 mit Pilgergaststätte enthält an der Außenwand drei Statuen, die von Matthias Faller aus St. Märgen gefertigt wurden, sowie (unterhalb in der Einsegungshalle des neuen Friedhofs) ein Altarretabel von Hortense von Gelmini.
  • Der Kamelbuckel auf dem Pfeiferberg
  • In der Talvogtei, einem ehemaligen Wasserschloss aus dem 17. Jahrhundert, ist nach gründlicher Restaurierung das Rathaus untergebracht.
  • Zartener Hof (einer der sieben klassischen Formen des Schwarzwaldhofes)
  • Die St. Johannes-Kapelle in Zarten ist von einem Kräutergarten umgeben.
  • Eine historische Klopfsäge befindet sich ebenfalls in Zarten.

Ausstellung

Im Kurhaus ist eine ständige Ausstellung zu sehen, die das Leben und Wirken des deutsch-jüdischen Bildhauers Richard Engelmann beleuchtet, der von den Nationalsozialisten aus der Weimarer Kunsthochschule vertrieben wurde und nur aufgrund seines Status „in privilegierter Mischehe lebend“ 1940 der Deportation nach dem Lager Gurs im Rahmen der Wagner-Bürckel-Aktion entging.[4]

Sport

  • Der SV Kirchzarten ist der größte Sportverein im Dreisamtal.
  • Die Sportanlage des SV Kirchzarten umfasst zwei Fußball-Rasenplätze, Leichtathletikstadion, zwei Tennenplätze und ein Multifunktions-Hartgummifeld sowie eine Beachvolleyball-Anlage mit drei Feldern.
  • Der TC Grün-Weiß Kirchzarten e. V. hat eine Tennisanlage mit sieben Sandplätzen und einem Kindertennisplatz.
  • Seit 1997 findet jährlich der Black Forest Ultra Bike Marathon statt.
  • Im Süden der Gemeinde an der Grenze zum benachbarten Oberried liegt ein Segelflugplatz des Breisgauvereins für Segelflug e.V.
  • Im Westen der Gemeinde, an der Stadtgrenze zu Freiburg befindet sich der 18-Loch-Golfplatz des Freiburger Golfclubs e.V.

Persönlichkeiten

  • Mehrere Künstler der Bildhauersippe Hauser, 17. bis 19. Jahrhundert, stammen aus Kirchzarten, lebten dort und schufen Skulpturen für die Pfarrkirche.
  • Richard Engelmann (1868–1966) war ein deutsch-jüdischer Bildhauer, der seinen Lebensabend in Kirchzarten verbrachte
  • Josef Saier (1874–1955), wurde in Kirchzarten geboren und begründete die Volksschauspiele Ötigheim
  • Johannes Thiel (1889–1962), Grafiker und Maler, lebte mehrere Jahre in Kirchzarten
  • Hortense von Gelmini, (* 1947), Orchesterdirigentin, Malerin und Schriftstellerin, lebte von 1951 bis 2005 in Kirchzarten
  • Ralph Fleck (* 1951), Maler und Kunstprofessor, arbeitet in Kirchzarten
  • Irene Fischer (* 1959), bekannt als Anna Ziegler in der „Lindenstraße“, seit 1999 ebenfalls als Drehbuchautorin für die Serie aktiv, lebt seit den 1980er Jahren in Kirchzarten

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2. S. 107–110
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; Stand 31. Dezember
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 52, ISBN 3-89331-208-0

Weblinks

 Commons: Kirchzarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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