Kloster Visoki Dečani

Kloster Visoki Dečani
Visoki Dečani*
UNESCO-Welterbe Welterbe.svg

Das Kloster Visoki Dečani (2008)
Staatsgebiet KosovoKosovo Kosovo/SerbienSerbien Serbien
Typ Kultur
Kriterien ii, iii, iv
Referenz-Nr. 724
Regionª Europa
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung 2006  (Sitzung 30)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

42.54700220.266235

Das Kloster Visoki Dečani (kurz Dečani) ist ein mittelalterliches serbisch-orthodoxes Kloster im Kosovo, das von Serbien als Teil seines Staatsgebietes betrachtet wird. Angelehnt an den Stil der apulischen Gotik gehört es zu den Spätwerken der Raška-Schule. Es ist Grablage von König Stefan Uroš III. Dečanski und bedeutendes Wallfahrtszentrum. Der Sarg des Königs ist im Hauptschiff vor der Ikonostase. Die Christus Pantokrator geweihte Kirche birgt das einzige aus dem Mittelalter vollständig erhaltene Freskenensemble der Byzantinischen Kunst. Die Kirche wurde in den letzten Lebensjahren von Stephan Dečanski begonnen und von seinem Sohn Stefan Dušan fertiggestellt.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Kloster liegt oberhalb des Ortes Dečani, 17 km südlich von Peć am Ausgang des Dečanski potok im östlichen Prokletije in Kosovo.

Geschichte

Dieses Kloster ist das größte Gebäude des mittelalterlichen Serbien und wurde in den Jahren 1328–1335 vom Kotoraner Franziskaner Fra Vita als Grablege für Stefan Uroš III. Dečanski errichtet. Die Kirche ist eine fünfschiffige Basilika mit einem dreischiffigen Exonarthex. Die hohen Säulen und das in Serbien nur in Dečani verwendete Kreuzgewölbe und die gotischen Fenster verraten einen starken westlichen Einfluss. Am Haupteingang der Kirche sowie im Narthex-Portal und den Säulenkapitellen befinden sich hervorragende Arbeiten der Steinmetzkunst, unter anderem die sitzende Figur des Christus Pantokrator, Löwenköpfe der Kapitelle und Löwenskulpturen am Narthex-Portal. Die Fresken, zwischen 1335 und 1350 vollendet, gehören zu den bedeutendsten Beispielen der Palaiologischen Renaissance. Sie wurde von Meistern der Malschule von Ohrid gefertigt. Die Bildfülle und behandelten theologischen Szenen bestechen durch die figurenreiche und farblich akzentuierte Darstellung. Bedeutend sind unter anderem die Herrscherporträts sowie der Stammbaum der Nemanjidendynastie. Durch die Heiligsprechung von Stċefan Uroš III. Dečanski und die dort zur Zeit von Stefan Lazarević im frühen 15. Jahrhundert vom bedeutenden bulgarischen Schriftsteller Grigorij Camblak (1402–1409 Iguman des Klosters) verfassten Hagiographie des Königs Stefan Dečanski, erlangte es schnell große Bedeutung als Wallfahrtsort.

Die künstlerische Bedeutung des Klosters ist die komplette Ausgestaltung der Kirche mit Fresken. Aufgrund dieser Bedeutung wurde dem König Stefan Uroš III. Dečanski im Nachhinein der Namenszusatz „Dečanski“ gegeben. Heute ist das Kloster das Zentrum des Kultes um den Heiligen Stefan Uroš III. Dečanski. Sein Sohn König Stefan Uroš IV. Dušan (regierte 1336–1356) hat das Kloster im Namen seines Vaters fertiggestellt.

Die Kirche ist vollständig mit Fresken ausgeschmückt. Sie sind das besterhaltene Ensemble der Freskomalerei Südosteuropas im Mittelalter. Die Schatzkammer birgt wertvolle Ikonen des 14.–16. Jahrhunderts und Werke kirchlichen Kunsthandwerks. Das Grab des Heiligen Stefan Uroš III. Dečanski ist eine wichtige orthodoxe Kultstätte. Der Sarkophag aus geschnitztem Holz steht auf einem Marmorsockel, den Pilger auf dem Boden kriechend umrunden.

Die Fresken im Inneren der Kirche (1335–1350) knüpfen an byzantinische Vorbilder an (siehe: Serbisch-byzantinischer Stil). Der schmiedeeiserne Leuchter (Choros) ist ein Hauptwerk der Metallverarbeitung der mittelalterlichen Kunst. Links neben der Ikonostase befindet sich der Holz-Sarkophag von Stefan Uroš III. Dečanski.

Weltkulturerbe

2004 wurde das Kloster von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Wegen der rechtlich unklaren Situation des Kosovo und der schwierigen Sicherheitslage wurde es gleichzeitig auf der Roten Liste des gefährdeten Welterbes eingetragen.

Literatur

Bratislav Pantelić, 2002: The Architecture of Dečani and the Role of Archbishop Danilo II. Spätantike - Frühes Christentum - Byzanz, Kunst im ersten Jahrtausend. Reihe B: Studien und Perspektiven, Bd. 9, Reichert Verlag, Wiesbaden.

Weblinks

 Commons: Visoki Dečani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien



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