Angelloch (Adelsgeschlecht)

Angelloch (Adelsgeschlecht)
Familienwappen

Die Herren von Angelach, auch Angeloch, Angloch, Anglach oder Andelachen, waren in Gauangelloch ansässig, gehörten dem Ministerialadel an und wurden 1255 erstmals erwähnt.

Eine bereits 1198 erwähnte Witwe eines Sigward von Andelachen und ihre Kinder sollen zu dieser Familie gehört haben. Mit Ludwig (1255), Konrad I. (1278) und Konrad II. (1312–1316) erfolgen weitere Erwähnungen. Sicher fassbar in Urkunden mit Siegeln ist Dieter I. (1328–1350).

Zu den Besitzungen zählte bis ca. 1370 Gauangelloch in der Hand der von Angellach-Obrigheim. Ab 1417 im Besitz von Dieter VI. von Angelach-Angelach und seinen Nachfahren. Waldangelloch war spätestens ab 1363 ein Lehen der von Angelach-Angelach. Zwischen 1433 und 1441 aber der Familie von Angelach-Braubach. Danach erscheinen wieder die von Angelach-Angelach. Von 1448 bis 1560 war die Burg Streichenberg im Besitz der von Angelach-Angelach. Von 1401 bis 1552 ist ein Anteil am Frucht-Zehnten in Mingolsheim für die Angelach-Angelach nachgewiesen.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sind 13 männliche Personen erwähnt, jedoch traten in kurzer Folge, vermutlich wegen schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse der Familie, viele von ihnen kämpfenden klerikalen Ritterorden, Malteserorden, Deutschen Orden, bei. Schließlich starb 1608 die Familie in männlicher Linie mit Hans Philipp (1596–1608) aus.

In der Schweiz spaltete sich im 16. Jahrhundert ein Zweig ab, der auf einen illegitimen, aber anerkannten Sohn des maltesischen Großprior Bernhard IV. zurückgeht. Dessen Nachkommen sind derzeit bis Mitte des 17. Jahrhunderts nachgewiesen. Auch tritt ab Mitte des 16. Jahrhundert eine bürgerliche Familie Angeloch bei Bad Wimpfen auf, möglicherweise wegen Verarmung verbürgerte Personen des Geschlechts.

Daneben gab es die Familien von Angelach-Braubach bei Braubach und einen Dieter von Anwesßheim (Öwisheim), genannt von Angelach. Obwohl von allen drei Familien die männlichen Vornamen Hans bzw. Johann bevorzugt wurden, wird nach dem derzeitigen Stand der Forschung keine Verwandtschaft der drei Geschlechter angenommen, zumal sie auch verschiedene Wappen trugen.

Literatur

  • Ludwig H. Hildebrandt: Die Ministerialen von Angelach aus Sinzheim-Waldangelloch in Kraichgau Folge 19/2005. Heimatverein Kraichgau unter Förderung der Stiftung Kraichgau, Eppingen 2005

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