Kunstzentrum Radialsystem

Kunstzentrum Radialsystem
Radialsystem V in Berlin

Im September 2006 wurde das Radialsystem V als ein neuer Ort kreativer und kultureller Entwicklung in Berlin eröffnet. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Pumpwerks werden sowohl künstlerische Programme produziert und aufgeführt als auch verschiedene Veranstaltungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien realisiert. Das Radialsystem V befindet sich an der Schnittstelle der Ortsteile Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg, in der Nähe des Ostbahnhofes direkt an der Spree.

Inhaltsverzeichnis

Idee und Konzeption

Das Radialsystem V wurde 2006 von dem Kulturunternehmer Jochen Sandig und dem Musikmanager Folkert Uhde in Berlin gegründet. Das sogenannte „Dialogische Prinzip“ ist für das Haus und seine Nutzung ausschlaggebend. Die Symbiose von Neu und Alt, die sich in der Architektur durch die Verbindung eines Industriedenkmals mit einem schlichten, gläsernen Neubau zeigt, spiegelt die Grundidee des Radialsystem V wider: Das Zusammenspiel von Tradition und Innovation, Musik und Tanz, Bildender Kunst und Neuen Medien, Kultur und Unternehmergeist.

Künstlerisches Programm

Das Radialsystem V entwickelt in Zusammenarbeit mit Künstlern, Ensembles und anderen Partnern genreübergreifende, innovative künstlerische Formate und begibt sich auf die Suche nach neuen künstlerischen Darstellungsformen jenseits des traditionellen Konzert-, Tanz- und Theaterbetriebs. Unterschiedliche Kunstformen treten miteinander in Verbindung und inspirieren sich gegenseitig. Die Compagnie Sasha Waltz & Guests, die Akademie für Alte Musik Berlin, das Vocalconsort Berlin, das Solistenensemble Kaleidoskop und das Barockorchester Elbipolis sind als Ensembles-in-residence durch Proben- und Produktionsprozesse sowie Veranstaltungen eng mit der Entwicklung des Hauses verbunden. Mit der Sopranistin Annette Dasch produziert das Radialsystem V regelmäßig das Fernsehformat Annettes DaschSalon, das im ZDF theaterkanal ausgestrahlt wird. Zudem sind regelmäßig Künstler, Ensembles und Institutionen aus verschiedenen Bereichen im Radialsystem V zu Gast oder in eigene Formate eingebunden. Die nationale und internationale Vernetzung des Hauses zeigt sich auch an der Einbindung in verschiedene renommierte Festivals.

Räumlichkeiten und Vermietung

Der Dialog von Kultur und Wirtschaft ist integraler Bestandteil des wirtschaftlichen Nutzungskonzeptes des Radialsystem V. Die Arbeit im Radialsystem V fußt auf der Überzeugung, dass das Zusammenspiel von künstlerischen und außerkünstlerischen Veranstaltungen Synergieeffekte erzielen und einen Mehrwert für beide Seiten schaffen kann. Neben dem künstlerischen Programm finden daher auch Veranstaltungen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien in den Räumlichkeiten des Radialsystem V statt. Das Haus verfügt über verschiedene Räume und Flächen auf insgesamt sechs Etagen, die für Konferenzen, Galaveranstaltungen, Empfänge, Partys und Fernsehproduktionen genutzt werden.

Architektur und Geschichte

1869 erhielt James Hobrecht den Auftrag, für Berlin ein Abwasserentsorgungssystem zu konzipieren. Der Baurat und Ingenieur teilte die Stadt in zwölf Areale – zwölf Radialsysteme – ein, von denen aus die Abwässer auf die Rieselfelder geleitet wurden. Das Radialsystem V in der Holzmarktstraße wurde 1881 errichtet, 1905 umgebaut und erweitert. Im zweiten Weltkrieg wurde ein Drittel der Anlage zerstört, der verbliebene Teil wurde noch bis 1999 genutzt. 2004 legte der Architekt Gerhard Spangenberg einen Entwurf für die Sanierung des denkmalgeschützten Bauwerks vor und gewann die Radialsystem V GmbH als Betreiber für das Projekt. Die Schauseiten des Gebäudes sollten sichtbar bleiben und um zusätzlichen Raum zu schaffen, sollte die Abrissseite neu gestaltet werden. Über dem ehemaligen Kesselhaus entstand ein neues zweigeschossiges Gebäudeelement auf einem eigenen Tragwerk, vom Altbau durch ein Luftgeschoss getrennt. Die im Krieg zerstörte Seite erhielt einen dreigeschossigen Vorbau. Wie der alte Teil beschränkt sich der Neubau auf wenige Materialien – Beton, Stahl, Glas – und orientiert sich an Funktion und schlichter Eleganz. Der massive Bestandsbau wird kontrastiert von einem kleinteilig facettierten, transparenten und geschlossenen Körper, der den Altbau einfasst und ergänzt.

Gastronomie und Gästehaus

Im Foyer des Radialsystem V befindet sich eine Cafébar, die täglich geöffnet ist und bei schönem Wetter um die hauseigene Spreeterrasse erweitert wird. Das historische Pumpwärterhäuschen neben dem Radialsystem V wurde zu einem Gästehaus umgebaut. Hier befinden sich verschiedene Zimmer, die vermietet werden.

Radialstiftung

Die Radial Stiftung ist Bestandteil des „radialen Systems“, das um das Radialsystem V als Ort kreativer und kultureller Entwicklung wächst. Die gemeinnützige Stiftung widmet sich in besonderem Maße der Aufgabe, die Idee des dialogischen Prinzips in modellhaften Kultur- und Bildungsprojekten zu fördern.

Weblinks


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