Kurt Kaul

Kurt Kaul
Kurt Kaul

Kurt Kaul (* 5. Oktober 1890 in Brodowo; † 25. Dezember 1944 in Budapest) war ein deutscher SS-Gruppenführer (1937) und ein Generalmajor der Polizei (1941), Politiker, sowie Höherer SS- und Polizeiführer Südwest.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Kaul, Sohn eines Gutsbesitzers, absolvierte nach dem erfolgreichen Ablschuss eines humanistischen Gymnasiums ein landwirtschaftliches Studium. Er nahm ab Anfang September 1914 am Ersten Weltkrieg an der Westfront teil und war dort ab 1916 als Batterieführer eingesetzt. Nach Kriegsende war er ab Februar 1919 im Baltikum als Batterieführer der Baltischen Landwehr eingesetzt. Nachdem die Baltische Landwehr unter englisches Kommando kam war er bis zum 1. April 1920 Angehöriger der Eisernen Division (Russische Westarmee). Zwischen 1920 und 1932 führte Kaul als Selbstständiger Unternehmen, so eine Yachtwerft und einen Autohandel, und war auch als Angestellter tätig. Ab 1920 war er Mitglied im Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund, ab 1924 bei der Deutsch-Völkische Freiheitspartei und 1925 beim „Bund Der Kamerad“ (Saalschutz für NSDAP-Redner) in Danzig. Nach einem Auslandsaufenthalt Ende der 1920er zog er zunächst nach Berlin.[1]

Der SA trat Kaul 1929 bei, von der er 1930 in die SS (Mitgliedsnr. 3.392) wechselte. Ebenfalls 1930 wurde Kaul Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnr. 244.954). Von 1932 bis August 1933 war Kaul Stabsführer bei einem SS-Abschnitt. Von August 1933 bis Ende Februar 1934 war er Kommandeur des SS-Abschnitts IV, vom 1. März 1934 bis Mai 1935 Kommandeur des SS-Abschnitt XXII mit Dienstsitz in Allenstein sowie von Mai 1935 bis März 1937 Kommandeur des SS-Abschnitts XXIII mit Dienstsitz in Berlin.

Nachdem Kaul bereits bei der Reichstagswahl am 29. März 1936 erfolglos kandidiert hatte, war er ab 1938 für die 11. Wahlperiode Reichstagsabgeordneter der NSDAP für den Wahlkreis 31 Württemberg.[1]

Ab März 1937 führte Kaul den SS-Oberabschnitt Südwest mit Dienstsitz Stuttgart. Von Anfang September 1939 bis zum 21. April 1943 war Kaul Höherer SS- und Polizeiführer Südwest. Im Frühjahr 1943 wurde Kaul seines Amtes enthoben und kam als SS-Sturmbannführer der Reserve (Waffen-SS) zur Reiterei.

Kaul nahm an der Gruppenführer-Tagung am 4. Oktober 1943 in Posen teil, bei der Heinrich Himmler die erste Posener Rede hielt[2].

Ab November 1944 war er bei der 22. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division eingesetzt und kam Ende Dezember 1944 während der Schlacht um Budapest ums Leben.[3]

Auszeichnungen

Kauls SS- und Polizeiränge
Datum Rang
Oktober 1931 SS-Sturmbannführer
Juli 1932 SS-Standartenführer
November 1933 SS-Oberführer
SS-Brigadeführer
April 1937 SS-Gruppenführer
Mai 1940 Generalleutnant der Polizei

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Vgl. Kurt Kaul in der Datenbank der Reichstagsabgeordneten
  2. Romuald Karmakar: Das Himmler-Projekt, DVD 2000, Berlin, ISBN 3-89848-719-9
  3. Vgl. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 301

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Поможем решить контрольную работу

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kaul — ist der Familienname folgender Personen: Alexander Kaul (Politiker) (1901–1972), deutscher Politiker Alexander Kaul (Biophysiker) (* 1934), deutscher Biophysiker Anil Kaul (* 1964), kanadischer Badmintonspieler indischer Herkunft Friedrich Karl… …   Deutsch Wikipedia

  • Kurt Masur — dirigiert das San Francisco Symphony Orchestra, Januar 2007 Kurt Masur (* 18. Juli 1927 in Brieg) ist der „wohl populärste deutsche Dirigent der Gegenwart“.[1] Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Kurt Knittel — (* 23. September 1910 in Karlsruhe) war ein deutscher SS Oberscharführer und Abteilungsleiter im KZ Auschwitz und nach dem Zweiten Weltkrieg Regierungsschulrat am Oberschulamt in Karlsruhe. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Nach Kriegsende 3 …   Deutsch Wikipedia

  • Kurt Sonntag — (* 10. Juni 1877 in Gotha; † 8. Juli 1938) war ein deutscher Reichsgerichtsrat. Leben Er wurde promoviert und war evangelischer Konfession. Er legte 1898 die erste Staatsprüfung mit „ausreichend“, die zweite 1904 ebenso mit „ausreichend“ ab und… …   Deutsch Wikipedia

  • Kurt Zimmer — (* 15. September 1885 in Hamburg; † 9. August 1941) war ein deutscher Reichsgerichtsrat. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Parteizugehörigkeit 3 Ehrungen …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Kau–Kaz — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Reichstagsabgeordneten des Dritten Reiches (4. Wahlperiode) — Mit dem § 1 des Gesetzes gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933 wurde die NSDAP zur einzigen im Deutschen Reich bestehenden Partei erklärt. Demzufolge bestand in dem am 10. April 1938 „gewählten“ Reichstag nur die Fraktion der NSDAP …   Deutsch Wikipedia

  • Liste des députés allemands sous le Troisième Reich (4e législature) — La quatrième législature du Troisième Reich dure de 1939 à 1945. Cette législature est la conséquence des élections législatives allemandes de 1938. Dans le paragraphe 1 de la loi contre la formation de nouveaux partis du 14 juillet 1933, le… …   Wikipédia en Français

  • Eiserne Division — nannte sich ein aus Freiwilligen bestehender militärischer Verband, der 1919 im Baltikum existierte. Es war die bekannteste Formation der deutschen Freikorps im Baltikum und wurde hauptsächlich gegen lettische Sowjettruppen eingesetzt.… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der SS- und Polizeiführer — Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A Lud …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”