Köln-Bocklemünd/Mengenich

Köln-Bocklemünd/Mengenich
Wappen von Köln

Bocklemünd/Mengenich
Stadtteil 405 von Köln

Lage des Stadtteils Bocklemünd/Mengenich im Stadtbezirk Ehrenfeld
Koordinaten 50° 58′ 32″ N, 6° 51′ 32″ O50.9755555555566.8588888888889Koordinaten: 50° 58′ 32″ N, 6° 51′ 32″ O
Fläche 4,93 km²
Einwohner 10.398 (31. Dez. 2010)
Bevölkerungsdichte 2109 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1888
Postleitzahl 50829
Vorwahl 0221
Stadtbezirk Ehrenfeld (4)
Verkehrsanbindung
Autobahn Bundesautobahn 1 number.svg
Bundesstraße Bundesstraße 59 number.svg
Stadtbahn-Linien 3 4
Bus-Linien 126 127 143 145 962 970
Quelle: Strukturdaten Stadt Köln

Bocklemünd/Mengenich ist ein Stadtteil am nordwestlichen Stadtrand von Köln im Stadtbezirk Ehrenfeld. Er besteht aus den zusammengewachsenen und verwaltungstechnisch 1950 zusammengefassten Dörfern Bocklemünd und Mengenich. Bekannt ist der Stadtteil heute vor allem für die großen Produktionsstätten des WDR, der hier unter anderem seine erfolgreiche Fernsehserie Lindenstraße dreht. Die Unterhaltungsshow „Hollymünd“ wurde dreizehn Jahre live vom dortigen Open-Air-Gelände gesendet und war dank der internationalen Gäste aus Show und Musik ein großer Publikumsmagnet. Außer dem WDR-Gelände prägt auch das Biotechnologiezentrum BioCampus Cologne das Bild des Stadtteils.

Arnoldshof, ältester Bauernhof in Bocklemünd, bewirtschaftet bis 1948
Wegekreuz zur Erinnerung an die alte Pfarrkirche St. Johann APL („vor dem lateinischen Tore“)


Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Stadtteil Bocklemünd/Mengenich grenzt im Osten an Pesch und Ossendorf und Vogelsang, im Süden an Widdersdorf, im Westen an Pulheim und im Norden an Esch/Auweiler.

Geschichte

Archäologische Funde förderten Überreste einer bedeutenden bandkeramischen Siedlung aus der Jungsteinzeit in Mengenich zutage. Auch aus der Glockenbecher-Kultur sowie der Bronze- und Eisenzeit gibt es Funde.

Der Name Mengenich leitet sich vermutlich vom lateinischen Magniniacum ab, mit der Bedeutung Die Siedlung des Magninus, einer keltisch-römischen Landsiedlung, die an der vermuteten römischen Fernstraße in Richtung Westen lag. Hier soll es auch ein Standbild der römischen Wegegöttin Virtus gegeben haben.

Bocklemünd hatte über die Jahrhunderte mehrere Schreibweisen: Bugchilomunti, Biggilmonte, Biggilmonti, Buchelmundt oder Pocklemünd. Die Herkunft des Namens ist unklar: werden einerseits topographische Herleitungen von „Buckel“ oder „Mündung“ vertreten, könnte auch das mittelhochdeutsche Wort für „Heckenschutzwehr“ für die Namensgebung verwandt worden sein. Ebenfalls wahrscheinlich ist die Wortherkunft aus dem altdeutschen Wort boc für Ziegenbock, sodass mit Bocklemünd ein Ziegengehege benannt worden sein könnte. Hierfür spricht auch die auch von Tiernamen hergeleitete Benennung nahegelegener Orte, wie Ossendorf (Ochse), Widdersdorf (Widder) oder Marsdorf (Pferd).

Im Jahr 941 schenkte der Kölner Erzbischof Wiegried zwei Höfe und das umliegende Ackerland auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils an die Nonnen von St. Cäcilien; einer der Höfe, später Cäcilienhof genannt, befand sich auf dem Gebiet Bocklemünds, der andere — der Dohmenhof — auf dem Gebiet des heutigen Mengenich. Diese Schenkung gilt als die erste urkundliche Erwähnung von Bocklemünd.

Über viele Jahrhunderte blieben Bocklemünd und Mengenich zwei kleine, von landwirtschaftlichen Höfen geprägte Dörfer. Mit Mechtern (ferme-Hof), Melaten, Mengenich, Ossendorf, Bickendorf und Subbelrath wurde Bocklemünd Teil der Mairie Müngersdorf in dem 1798 gebildeten Kanton Weiden. [1]

Im Jahr 1885 hatte Bocklemünd 532 und Mengenich 217 Einwohner. 1888 wurden beide Dörfer im Rahmen der Stadterweiterung nach Köln eingemeindet; ihr dörflicher Charakter blieb jedoch bis in die 1950er Jahre erhalten, trotz des in den 1930er Jahren begonnenen Siedlungsbaus in Mengenich.

Erst in den 1960er Jahren veränderte sich das Gesicht des Stadtteils, als ein Großbauprojekt Bocklemünd zum modernen Stadtteil anwachsen ließ. 2009 lebten 10.563 Menschen in Bocklemünd/Mengenich.

Siehe auch

Literatur

  • Christian Schuh: Kölns 85 Stadtteile. Emons, Köln 2003, ISBN 3-89705-278-4
  • JAKOB OBERMANNS, HANS CLEMENS: Die Gemeinde Lövenich im Spiegel der Geschichte. Verlag: Otto Ritterbach, Köln-Weiden 1956

Quellverweise

  1. Olbermanns, Clemens im: Die Gemeinde Lövenich im Spiegel der Geschichte, Köln 1856.

Weblinks


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