Margaret Bergmann-Lambert

Margaret Bergmann-Lambert

Gretel Bergmann, auch Margaret Bergmann-Lambert (* 12. April 1914 in Laupheim) ist eine ehemalige deutsche Leichtathletin.

In ihrem Heimatort Laupheim begann sie ihre Karriere. Ab 1930 trat sie für den Ulmer Fußball-Verein 1894 (UFV) an. 1931 stellte sie bei den Süddeutschen Meisterschaften im Hochsprung mit einer übersprungenen Höhe von 1,51 Meter einen Deutschen Rekord auf. Im April 1933 wurde sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft aus ihrem Sportverein ausgeschlossen. Daraufhin verließ sie Deutschland und nahm 1934 an den britischen Meisterschaften teil. Dabei gewann sie den Hochsprung mit 1,55 Meter.

Die Nationalsozialisten forderten nun ihre Rückkehr, da Deutschland in Hinblick auf die Olympischen Spiele als weltoffenes, tolerantes Land erscheinen wollte. Ihrer in Deutschland zurückgebliebenen Familie wurde mit Repressalien gedroht. Nach ihrer Rückkehr durfte sie sich auf die Olympischen Spiele 1936 vorbereiten. 1935 gewann sie die württembergische Meisterschaft, 1936 stellte sie den Deutschen Rekord (1,60 Meter) ein. Kurz vor Beginn der Wettkämpfe wurde ihre Startberechtigung für die Spiele mit der Begründung zurückgezogen, ihr Leistungsstand sei nicht ausreichend.

Im folgenden Jahr wanderte sie in die Vereinigten Staaten aus. Mit Gelegenheitsarbeiten verdiente sie sich ihren Unterhalt. 1937 heiratete sie den Arzt Bruno Lambert, der mit ihrer finanziellen Unterstützung aus Deutschland ausgewandert war. Margaret Bergmann-Lambert gewann auch in den USA die nationalen Meisterschaften im Hochsprung (1937, 1938) und im Kugelstoßen (1937). Mit dem Kriegsbeginn 1939 war ihre sportliche Karriere beendet. 1942 nahm sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

1996 wurde Margaret Bergmann-Lambert in die „National Jewish Sports Hall of Fame“ aufgenommen. 1999 erhielt sie den Georg von Opel-Preis. Sportstätten in Berlin und Laupheim wurden nach ihr benannt. Seit August 2008 wird ihr Leben von der Gemini Film für das Kino verfilmt.

Inhaltsverzeichnis

Literatur

  • Gretel Bergmann: „Ich war die große jüdische Hoffnung“. Erinnerungen einer außergewöhnlichen Sportlerin, Hrsg. v. Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Braun-Verlag, Karlsruhe 2003, ISBN 3-7650-9056-5

Film

Radio

  • Karin Sommer: Die gestohlene Medaille. Die jüdische Hochspringerin Gretel Bergmann und die Olympischen Spiele von 1936, Radiosendung vom 19. März 1994, Bayerischer Rundfunk

Weblinks


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