Meereskundliches Museum

Meereskundliches Museum
Finnwalskelett im Museum
Im Schildkrötenbecken
Präparierter Eisbär
Die Trägerkonstruktion an den Wandabschlüssen
Modell eines Korallenriffs
Modell des „Atlantik Supertrawlers“
Darstellung eines Jahres einer Möwe
Aquarienbewohner
Innenraum des Meeresmuseums
Riesenkrake

Das Deutsche Meeresmuseum (dmm), auch Museum für Meereskunde und Fischerei, Aquarium) in der Hansestadt Stralsund ist ein Museum, in dem überwiegend maritime und meereskundliche Ausstellungen gezeigt werden. Es ist das meistbesuchte Museum Norddeutschlands. Neben dem Haupthaus des Museums gibt es drei Außenstellen, das Ozeaneum, das Nautineum und das Natureum.

Eingang zum Meeresmuseum

Das Haupthaus befindet sich in der Halle der ehemaligen Katharinenkirche. Das Meeresmuseum bietet in zahlreichen Ausstellungen Informationen zur Fischerei, zum Umwelt- und Meeresschutz, zur Meeres- und Ozeanforschung, zu Flora und Fauna des Ostseeraumes sowie in knapp 50 Aquarien über 600 lebende Meerestiere, darunter Riesenschildkröten und Südseefische.

Im Ozeaneum auf der Stralsunder Hafeninsel, das am 11. Juli 2008 eröffnet wurde, werden in 39 großen Aquarien über 7000 Tiere der Ostsee, der Nordsee und des Atlantiks sowie die weltweit größte Ausstellung über Wale gezeigt.

Das Nautineum auf dem Dänholm zeigt Ausstellungen zu den Themen Fischerei, Meeresforschung, Walforschung, Hydrographie und Seewasserstraßen.

Themenschwerpunkt des Natureums auf dem Darß sind die Natur und die Landschaft der Halbinsel Darß.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Museum wurde 1951 als Naturkundemuseum von Prof. Otto Dibbelt gegründet. Ab 1956 unter der Leitung von Dr. Sonnfried Streicher, wurde es stets weiterentwickelt. Derzeitiger Direktor ist Dr. Harald Benke.

Nach einer Erweiterung des Ausstellungsthemas auch auf die Meereskunde wurde das Museum 1966 in Meereskundliches Museum und 1974 in Museum für Meereskunde und Fischerei der DDR umbenannt.

In den Jahren 1989 und 1990 wurde der Bau des Museumscafés und eines Museumsladens vorbereitet und der 1988 begonnene Erweiterungstrakt des Meeresaquariums im Rohbau fertiggestellt. Die ständige Ausstellung „Mensch und Meer“ wurde fortgesetzt und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt. Das Museum beteiligte sich beim Aufbau des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft mit einem Ausstellungszentrum im Leuchtturmkomplex Darßer Ort, dem späteren Natureum Darßer Ort. Die Walausstellung wurde neu gestaltet. Auf der Insel Oie wurde die Station des DMM erweitert. Eine Quarantäneanlage für tropische Meerestiere und eine Filteranlage für dern Kaltwasserbereich wurden fertiggestellt wie auch ein 6000-l-Aquarium für lebende Korallen und andere wirbellose Meerestiere. 1991 wurden Museumscafé und -laden eröffnet und die Erweiterung der Sammlungen um über 800 Objekte erreicht. Der Erweiterungstrakt wurde 1992 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde ein Aquarium für tropische Meeresfische übergeben. Das Museumshaus wurde zu Ehren Hermann Burmeisters eröffnet.

1994 erfolgte die Umwandlung des bis dato stadteigenen Museums in eine Stiftung des bürgerlichen Rechts. Ab 1996 wurde der Kutter „Adolf Reichwein“ auf dem Museumshof saniert. Ebenfalls saniert wurden der Ostsee-Rundgang und der Museumsladen. Das Nordsee-Aquarium wurde geschlossen, um die Sanierung des Bauteils zu beginnen.

Ehrungen

Aus Anlass des 50. Jubiläums gab die Bundesrepublik Deutschland eine Briefmarke und eine Gedenkmünze heraus. Zudem steht das Museum, das zu den zehn bestbesuchten Deutschlands gehört, im Blaubuch, einer Liste mit 20 bedeutsamen sogenannten kulturellen Leuchttürmen in den neuen Bundesländern.

Gebäude

Das Museum befindet sich seit seiner Gründung 1951 im ehemaligen Katharinenkloster. Um das Gebäude im Original zu erhalten, wurde in den 1970er Jahren eine selbsttragende Stahlkonstruktion eingebaut, die auch flexible Höhen bei der räumlichen Gestaltung der Ausstellung ermöglicht.

Die Ausstellungen

Der Leipziger Emil Adolf Roßmäßler, der als “Vater der Aquarienkunde“ gilt, prägte den Ausspruch, der auch als Motto für das Deutsche Meeresmuseum gelten könnte: “Freude an der Natur allein tut's nicht, der Genuss des geistigen Beherrschens muss sie veredeln.“

Räumlich ist das Museum unterteilt in den Vorplatz, die dreigeschossige Ausstellungshalle (ehemalige Klosterkirche), die Ostseeausstellung im Mittelbau (ehemals Winterrefektorium und Kapitelsaal), die im Kellergeschoss befindlichen Meeresaquarien, den Museumsladen im Westflügel (ehemalige Ordensschule), das Meeresschildkrötenaquarium im Neubau sowie in Räumlichkeiten zur Präparation der Ausstellungsgegenstände, das Gebäude der Direktion, technische Versorgungseinrichtungen, Arbeitsräume der Wissenschaftler und das „Forum Meeresmuseum“.

Vorplatz

Auf dem weitläufigen Vorplatz, der zu besonders besucherintensiven Zeiten voller am Eingang anstehender Besucher ist, steht der Kutter SAS 95 „Adolf Reichwein“. Der Holzkutter entstand 1949 auf der Boddenwerft in Damgarten und war einer der ersten Kutter der DDR-Hochseefischerei. Bis 1969 war er auf Ostsee und Nordsee im Einsatz und wurde 1973 auf den Museumshof überführt.

An einer Mauer im Eingangsbereich befindet sich ein Wissenstest der Route zur europäischen Backsteingotik mit zahlreichen Fragen und Antworten.

Ausstellungshalle

Die ehemalige Klosterkirche ist mittels einer Raumstabwerkkonstruktion in drei Ebenen unterteilt. Im Erdgeschoss befindet sich ein Modell (Schnitt) der ehemaligen Kirche mit seinem stählernen Stabwerk.

Erdgeschoss

Man betritt die Ausstellungshalle zu ebener Erde. Neben dem Kassen- und Informationsbereich befinden sich hier die ständigen Ausstellungen „Meereskunde“ und „Meeresbiologie“ sowie Tropenaquarien. Auf einem Globus wird dem Besucher die Ausdehnung des Wassers auf unserem Planeten verdeutlicht. Dargestellt wird im Erdgeschoss der Kreislauf des Wassers. Ein Salzbrocken von 35 Kilogramm Gewicht in einer gläsernen Vitrine mit einem Rauminhalt von einem Kubikmeter demonstriert den durchschnittlichen Salzgehalt eines offenen Ozeans. Auf sieben Metern Länge ist ein Relief durch den Nordatlantik zwischen New York und Lissabon aufgebaut. Daneben ist ein zwölf Quadratmeter großes Stück einer Kalksteinplatte ausgestellt, die aus einem Rüdersdorfer Bruch stammt und annähernd 200 Millionen Jahre alt ist; ein Stück fossiler Meeresboden mit 2.300 verschiedenen Muschelschalen. Etwa 180 Millionen Jahre alt sind die versteinerten Kopffüßer auf einer von Öland stammenden Kalksteinplatte.

Verschiedene Modelle von Forschungsschiffen, so die französische „Pourquoi-pas?“ (1908), die deutsche „Meteor“ (1922) und die „Professor Albrecht Penck“ sowie das Tauchboot „Trieste“, zeugen von den Anstrengungen der Menschen, die Meere und die Tiefsee zu erforschen. Auch eine Schautafel sowie eine Inszenierung der Tiefseewelt verdeutlichen das Leben in menschenfeindlichen Tiefen. Drei Tropenaquarien und ein Mittelmeeraquarium präsentieren Krebse, Krabben, Seesterne und andere wirbellose Tiere neben Korallenriffen.

Eine präparierte junge Kegelrobbe und ein Seehund veranschaulichen Informationen über Robben und Seekühe. Zudem ist eine 800 Jahre alte mumifizierte Krabbenfresserrobbe ausgestellt. Aus dem Jahr 1926 stammt das Skelett einer Seekuh in derselben Vitrine. Sie sowie das Skelett und die Gesichtsmaske eines See-Elefanten sind Gaben des Wittenberger Völkerkundemuseums. Die Gesichtsmaske ist als einziges von einem von Karl Kästner 1936 präparierten Bullen erhalten, der aus dem Berliner Zoo stammte und etwa 2.000 Kilogramm schwer und 4,50 Meter lang war. Ein weiteres Thema der Ausstellung sind Knochen- und Knorpelfische wie Schwertfisch und Tigerhai. Gezeigt werden auch präparierte Delfine und das Skelett eines Schweinswals.

Die besondere Aufmerksamkeit des Meeresmuseums gilt den Korallen. Im Erdgeschoss der Halle werden diese Hohltiere gezeigt; zudem ein neun Meter hoher Ausschnitt aus einem Korallenriff. Die Korallenstöcke und die Tierexponate, die das nachgebaute Riff darstellen, wurden bei Expeditionen der Mitarbeiter des Museums 1976 und 1979 im Roten Meer gesammelt. Die größten Säugetiere der Welt werden im Chor der einstigen Kirche gezeigt. Im Raum hängt ein 15 Meter langes, 1.000 Kilogramm schweres Skelett eines 1825 an der Küste Rügens gestrandeten Finnwales. An der Wand sind zudem das Skelett eines 1993 auf Hiddensee gestrandeten Entenwals und der Schädel eines 1851 bei Mukran gestrandeten Schwertwals angebracht. Der Penis und die Luftröhre eines Wales vervollständigen die Sammlung, die durch elektronische Medien unterstützt wird. Die Skelette der 2005 bzw. 2006 an der deutschen Ostseeküste gestrandeten Finnwale sollen ab 2008 im Erweiterungsbau, dem Ozeaneum, gezeigt werden.

1. Obergeschoss

Im 1. Obergeschoss wird die „Geschichte der Fischerei“ anhand zahlreicher Exponate dargestellt. Von Fischereigeräten der Urgesellschaft über die Antike und das Mittelalter zieht sich die Geschichte des Fischfangs, neben Geräten und Dokumenten aus dem 19. Jahrhundert folgt mit dem Fischfang des 20. Jahrhunderts das am besten dokumentierte Zeitalter. Modelle von Fischfangschiffen, deren Originale im Nautineum gezeigt werden (wie das Zeesboot STR 9), sowie ein originales Strandboot aus Breege zeugen vom Übergang zum industriellen Fischfang.

Die Zusammenarbeit mit dem „VEB Kombinat Hochseefischerei Rostock“ von den 1970er Jahren bis 1989 brachte dem Museum einzigartige Zeitzeugnisse der Hochseefischerei in der DDR. Aus der dargestellten Zeit stammt auch der Kutter auf dem Vorhof des Museums. Ein über vier Meter langes Modell des auf der Stralsunder Volkswerft überwiegend für die Sowjetunion in mehr als 200 Stück gebauten „Atlantik-Supertrawlers“ sowie eine Übersicht über die Fischereifahrzeuge der DDR-Flotte vervollständigen diese Ausstellung. Methoden des Fischfangs wie der mittels Grundschleppnetz, pelagischem Netz, Jagernetz und Ringwaden werden anhand von Modellen erläutert. Echolot und früher verwendete Geräte zur Fischortung werden ebenso gezeigt wie die Produkte des Fischfangs: Konserven, Frischfisch und anderes.

2. Obergeschoss

Das 2. Obergeschoss steht unter dem Motto „Mensch und Meer“. Es werden Exponate und Dokumentationen von wissenschaftlichen Forschungen zu Rohstoffen, Tiefseeforschung und Umweltschutz gezeigt. Präparierte Kaiserpinguine, eine 1965 im Strelasund gefangene 450 Kilogramm schwere Lederschildkröte, Heringspräparate, Störe und Quastenflosser zeugen von der Bedrohung der Meeresbewohner durch den Menschen. Ein Modell einer Japanischen Riesenkrabbe sowie Mondfische und Gotteslachse zeigen die Vielfalt der Bewohner des Wassers, das 70 % der Erdoberfläche ausmacht. Neuestes Exponat ist ein präparierter Eisbär. Beeindruckend sind aber auch die Modelle eines Walrosses, eines Kraken und von Robben.

Mittelbau

Im Rundgang befindet sich die Ausstellung zur Ostseeküste. Heimische Seevögel in Dioramen, der Vogelzug, ein Relief der Halbinsel Jasmund (noch mit den Wissower Klinken) sowie Muscheln, Bernstein und andere Funde werden hier gezeigt. Außerdem werden Informationen zum Strelasund präsentiert.

Kellergeschoss

Im Kellergeschoss befinden sich die Ostsee-, Nordsee- und Nordatlantikaquarien, die Tropenaquarien und der 2004 fertiggestellte Neubau des Meeresschildkrötenaquariums. Die Ausstellung zeigt zunächst die Kaltwasseraquarien. Diese enthalten Tiere aus den heimischen Bodden, der Ost- und der Nordsee und des Nordatlantiks. Dorsche, Kabeljau, aber auch Katzenhaie zählen zu den gezeigten heimischen Meeresbewohnern. Die gezeigten Fische der Bodden und der Ostsee sind Stichlinge, Plötzen, Aale (darunter ein 1999 von dem Stralsunder Fischer Paul Hübner übergebenes 1,30 Meter langes und fünf Kilogramm schweres Weibchen), Störe (darunter das älteste Tier des Museums, ein Waxdick, der seit 1968 hier lebt), Seenadeln, Lachse, Meerforellen, Lippfische, Seehasen und andere.

Im „Helgoland-Becken“ leben Plattfische und Rochen. Einer der Rochen wurde dem Museum von einem Besucher übergeben, der ihn 1993 aus einer an der Küste der Normandie gefundenen Ei aufgezogen hatte. Zu den gezeigten Lebewesen zählen aber auch Seeskorpione, Aalmuttern, Butterfische, Petermännchen, Seeigel, Seesterne, Seegurken, Krebstiere und Blumentiere wie Seedahlien und Seenelken.

In weiteren Aquarien leben Bewohner tropischer Meere wie Bambushaie, Muränen, Igelfische, Doktorfische, Makrelen, Rotfeuerfische, Steinfische (die giftigsten Fische überhaupt), Anemonenfische, Preußenfische. Seit dem Neubau und dem Umzug der Meeresschildkröten in das neue Becken gehört zu diesen Aquarien auch das ehemalige Schildkrötenbecken, das 50.000 Liter Wasser fasst. Demonstriert werden hier auch die Lautäußerungen einiger Fische. Den Abschluss des Rundgangs im Aquarienbereich bilden die Kopffüßer. Seit dem Jahr 2004 ist im Kellergeschoss auch der untere Bereich des neuen, 4,50 Meter tiefen Meeresschildkrötenaquariums zu sehen. Dieses fasst 350.000 Liter und ist damit das größte des Meeresmuseums. Es ist in Deutschland das einzige Schildkrötenaquarium. Eine 21 Zentimeter dicke Acrylglasscheibe trennt Meeresbewohner und Besucher. Zu den vier Schildkröten gesellen sich seit 2005 auch Schwarzspitzen-Riffhaie.

Zu den vielen bedeutenden Ausstellungsstücken gehört auch ein präparierter Riesenkalmar. Damit gehört das Stralsunder Museum zu einem von nur 20 Museen weltweit, die über ein derartiges Ausstellungsstück verfügen.

Forum Meeresmuseum

Das Forum Meeresmuseum dient als Versammlungs- und Veranstaltungsraum, in dem wechselnde Ausstellungen und Vorführungen gezeigt werden.

Die Aquarien

Der Naturforscher Philipp Henri Gosse prägte 1853 den Begriff Aquarium für durchsichtige Behältnisse, in denen Meerestiere gehalten werden können. Gehalten wurden Fische aber bereits im antiken Griechenland.

Wasserqualität

Der Haltung von Meerwassertieren ging eine umfangreiche Forschung bezüglich des Meerwassers voraus. Vor allem die Challenger-Expedition von 1872 bis 1876 brachte wichtige Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Meerwassers. Da das Stralsunder Museum nicht über einen direkten Zugang zum Ozean und damit zum benötigten Meerwasser verfügt, wurde Wasser aus der Nordsee mit circa 33 Promille Salzgehalt eingesetzt; seit 1990 wird das Seewasser künstlich hergestellt, wobei industriell gefertigte Seesalzgemische eingesetzt werden. Zum Vergleich: Der Salzgehalt des Ostseewassers vor Rügen beträgt ca. acht Promille, der von offenen Ozeanen 35 Promille.

Da die Aquarien in Kalt- und Warmwasseraquarien unterteilt sind, muss auch das benötigte Wasser getrennt aufbereitet werden. So wird das Wasser, das aus der Nordsee in Tanks herangeschafft wird, für die Ostseewasseraquarien mit Süßwasser auf einen Salzgehalt von 10 Promille verdünnt. Das Wasser für den Warmwasserbereich wird auf bis zu 25 °C erwärmt. Teilweise werden die Temperaturen der Aquarien analog dem natürlichen Jahresverlauf angeglichen. Viele der in der Ausstellung zu sehenden Aquarien sind zu einem Wasserkreislauf zusammengeschlossen. Nicht für die Besucher des Meeresmuseums einsehbar sind gewaltige Reinwasserkammern und Filterkammern. Mittels Umwälzpumpen wird das Wasser mindestens alle zwei Stunden durch Filter geleitet, wo die organischen Schwebstoffe aufgefangen werden. Die Vorfilter werden dabei täglich gereinigt. Das durch die Filter geleitete Wasser gelangt dann in die Reinwasserkammern, wo es wieder auf die benötigte Temperatur gebracht und wieder mittels Umwälzpumpen über Eiweißabschäumer in die Schaubecken geleitet wird.

Die benötigte Qualität des Wassers kann in Aquarien nur durch begleitende Maßnahmen sichergestellt werden. Während Ausscheidungen der Tiere im Meer zum Beispiel dem Plankton nützlich sind, können diese das Wasser, für den Betrachter unsichtbar, schnell bakteriell vergiften. Daher müssen ständig der pH-Wert und das Redoxpotential gemessen werden. Einem Absinken der Qualität wird beispielsweise durch Zugabe von Natriumkarbonat und Natriumbikarbonat oder auch durch Einsatz von UV-Licht entgegengewirkt. Auffallend ist der geringe Besatz mit Algen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele der Fische die Algen vertilgen. Zudem müssen die Fische mit Medikamenten gegen Hautparasiten geschützt werden; diese Medikamente wirken dem Algenwuchs entgegen.

Forschung

Forschungsobjekte der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Meeresmuseums sind zum Beispiel die Fauna der Korallenriffe im Roten Meer, Meeresfische, Robben und Wale. Gemeinsam mit anderen Instituten werden nationale und internationale Forschungsprojekte betrieben. Ergebnisse dieser Forschungen werden unter anderem in Ausstellungen und den offiziellen Publikationen des Museums präsentiert.

Besucherzahlen

Das Museum wurde zu DDR-Zeiten jährlich von bis zu 900.000 Gästen besucht[1]. Nach dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik ging der Besucherstrom zurück, jedoch besuchten auch 1990 noch 500.000 Gäste das Museum und machten es zum meistbesuchten in ganz Norddeutschland.

Bis 2001 wurden zwanzig Millionen Besucher gezählt. Am 14. Juli 1981 erzielte das Museum, das damals noch keine Außenstellen hatte, seinen Besucherrekord: 13.079 Gäste sahen sich die Ausstellungen an. Nach der Wende wurden mit 8.269 Besuchern am 21. Juli 2005 die meisten Tagesbesucher gezählt. Im Schnitt besuchen jährlich etwa 600.000 Menschen die Ausstellungen in der Stralsunder Innenstadt sowie auf dem Dänholm und dem Darß.

Jahr Besucher
1990 > 500.000
1991 403.668
1992 520.454
1993  ?
1994  ?
1995  ?
Jahr Besucher
1996  ?
1997 529.582
1998 581.406
1999  ?
2000  ?
Jahr Besucher
2003  ?
2004  ?
2005  ?
2006 376.4001
2007 410.0001

1 Januar bis November, Quelle: Ostsee-Zeitung Stralsund, 28. Dezember 2007

Freunde und Förderer

1991 wurde der „Verein der Freunde und Förderer des Meeresmuseums Stralsund e.V.“ (VFFM) gegründet. Er unterstützt das Meeresmuseum und ist zweiter Stifter in der Stiftung Deutsches Meeresmuseum. Zudem veranstaltet der Verein zahlreiche Exkursionen und Vorträge.

Literatur

  • Deutsches Meeresmuseum Stralsund – Museumsführer. Hrsg. Deutsches Meeresmuseum Stralsund, 2004.
  • Meeresaquarium Stralsund. Hrsg. Deutsches Meeresmuseum Stralsund.
  • Karl-Heinz Tschiesche: Seepferdchen, Kugelfisch und Krake. 2005, ISBN 3356010964.

Einzelnachweise

  1. Sonnfried Streicher in: Meer und Museum, Band 7, 1991

Weblinks

54.312613.0870805555567Koordinaten: 54° 18′ 45″ N, 13° 5′ 13″ O


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