Motael

Motael
Suco Motael
Der Suco Motael liegt im Norden des Subdistrikts Vera Cruz.
Daten
Fläche 0,55 km²[1]
Einwohnerzahl 2.877 (2010)[2]
Chefe de Suco Cornelio de Araujo Lopes
(Wahl 2009)
Ortsteile Position[3] Höhe
Aitarak 8° 33′ S, 125° 34′ O-8.5488888888889125.565833333330 m
Bebora 8° 33′ S, 125° 34′ O-8.5533333333333125.565555555560 m
Farol 8° 33′ S, 125° 34′ O-8.5533333333333125.568611111110 m
Palapasot 8° 33′ S, 125° 34′ O-8.5497222222222125.569166666670 m
Palapasot (Osttimor)
Palapasot
Palapasot

Motael (ehemals 20 Maio)[4] ist ein osttimoresischer Suco, der einen Stadtteil der Landeshauptstadt Dili bildet. Seit 2004 gehört Motael zum Subdistrikt Vera Cruz, davor zu Dom Aleixo. Im Suco leben 2.877 Einwohner (2010,[2] 2004: 3.257[5]).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Leuchtturm von Motael

Motael gehört zum Zentrum der Hauptstadt. An der Stelle, wo sich die Bucht von Dili noch einmal etwas in das Land hineinschiebt, liegt Motael am westlichen Ende der kleinen Bucht. Der Suco hat eine Fläche von 0,55 km².[1] Südlich liegt der Suco Colmera, westlich die Sucos Bairro Pite und Kampung Alor, die zum Subdistrikt Dom Aleixo gehören.

Motael teilt sich in vier Stadtviertel: Aitarak im Nordwesten, Palapasot im Nordosten, Bebora im Südwesten und Farol (Parol) im Südosten.[6] Farol (port. Leuchtturm) war am Ende der Kolonialzeit das Wohnviertel der europäischstämmigen Bevölkerung Dilis. Im Zentrum von Motael befindet sich die Grundschule (Escola Primaria Farol),[7] am Nordostufer eine Station der Nationalpolizei Osttimors und am Nordufer der Leuchtturm Motaels; Nicht in Farol, wie man es vom Namen her erwarten könnte, sondern in Aitarak.[6]

Die Kirche San António de Motael im portugiesischen Stil ist die älteste, bestehende Kirche in Osttimor, auch wenn sie 1955 nach der Schlacht um Timor im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut werden musste.[8]

Im Suco befinden sich die fünf Aldeias Bee Dalan, Boa Morena, Halibur, Hura und Lirio.[9]

Geschichte

San António Kirche in Motael

Den Namen erhielt der Stadtteil vom timoresischen Reich, das über die Region herrschte, als die Portugiesen die Hauptstadt ihrer Kolonie 1769 hierher verlegten. Schon vorher hatten hier Jesuiten erfolgreich Kinder zum Christentum bekehrt und dem Liurai von Motael christanisierte Soldaten aus Larantuka überlassen, zum Schutz vor muslimischen Überfällen. Als treuer Verbündeter stellte Dom Alexandre, der Liurai von Motael, den Portugiesen das nötige Land und Bauholz für die Gründung Dilis zur Verfügung. Zudem sicherte er ihnen auch Männer und Pferde zur Verteidigung zu. Mit der Zeit wurde Motael zu einer starken Macht innerhalb der Kolonie Portugiesisch-Timor.

1810 bis 1812 war der Liurai von Motael sogar einer der führenden Mitglieder des Conselho Governativo, die anstelle des fehlenden Gouverneurs die Kolonie regierten. 1867 half Motael den Portugiesen die Rebellion von Vemasse niederzuschlagen. 1887 wurde als einer der Verantwortlichen für die Revolte der Moradores, der Liurai von Motael, Lucas Martins, verhaftet und schließlich in Goa vor Gericht gestellt. Im Verlauf der Revolte war der Gouverneur Alfredo de Lacerda Maia ermordet worden.

Während der indonesischen Besatzung Osttimors (1975 bis 1999) wurde der Timorese Sebastião Gomes am 27. Oktober 1991 von indonesischen Sicherheitskräften angeschossen und verblutete in der Kirche San António de Motael. Bei seinem Begräbnis kam es zu einer Demonstration für die Unabhängigkeit Osttimors. Folge war ein Massaker an den Demonstranten durch indonesische Sicherheitskräften, das sogenannte Santa-Cruz-Massaker.

2006 wurde bei der Kirche von Motael ein Lager aufgebaut, um Flüchtlingen nach den Unruhen in Osttimor 2006 eine Unterkunft zu bieten.

Politik

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Cornelio de Araujo Lopes zum Chefe de Suco gewählt[10] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[11]

Einzelnachweise

  1. a b Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010)
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch)
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. Timor-Leste: Poverty in a Young Nation
  5. Direcção Nacional de Estatística Census 2004
  6. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008
  7. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  8. Tony Wheeler, Xanana Gusmao, Kristy Sword-Gusmao: East Timor. Lonely Planet, London 2004, ISBN 1-74059-644-7
  9. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch)
  10. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados

Siehe auch


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