Mustangs

Mustangs
Mustang (Pferd)
Wichtige Daten
Ursprung: Nordamerika
Hauptzuchtgebiet: Verwilderte Pferde; keine gezielte Zucht
Verbreitung: Nordamerika
Stockmaß: uneinheitlich ca. 140 - 150 cm
Farben: alle Farben und Zeichnungen
Haupteinsatzgebiet:
Mustangs in Utah

Mustang heißen die wild lebenden Pferde Amerikas. Sie sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

Es sind keine Wildpferde; sie stammen von Hausrassen ab, die die spanischen Konquistadoren mit in die Neue Welt verschifften (meist Araber, Berber und die in Spanien um diese Zeit heimischen Hauspferderassen). Viele dieser Tiere nahmen Reißaus und verwilderten.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

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Die Herkunft des Begriffes Mustang ist nicht eindeutig geklärt. Es gibt mehrere Quellen, die angeben, dass der Begriff vom altspanischen mesteño abstamme, einer Bezeichnung für das Eigentum der spanischen Viehhirten, den mesta. Die etymologische Forschung führt den Begriff auf das spanische Wort Mestengo (Fremder oder Vagabund) zurück, das von mostrenco abstammt. Als mostrenco wird ein verirrtes, öffentlich vorgeführtes Schaf bezeichnet, das auf diese Weise seinen Besitzer wiederfindet. Einer Behauptung von J. Frank Dobie nach soll der Begriff jedoch erst im frühen 19. Jahrhundert entstanden sein, allerdings ist nicht geklärt, wie er entstand.

Bedeutung der Mustangs bei den Indianern

Travois bei einer Gruppe Cheyenne 1890

Die Indianer lernten die Mustangs durch die Begegnung mit den Konquistadoren zuerst als heilige Tiere zu verehren, denen sie mit Ehrfurcht und Respekt begegneten. Doch die Mustangs dienten den Indianern in erster Linie als Fleischquelle, wenn sie die Tiere den Siedlern irgendwie entwenden konnten. Erst ab dem 17. Jahrhundert lernten die Indianer selbst den Umgang mit den Tieren und setzten sie für Jagd, Krieg, Zucht und als Transportmittel ein. Die Plains-Indianer nutzten zum Transport ihrer Tipis spezielle Tragegestelle, sogenannte Travois, welche die Tiere problemlos ziehen konnten. Dies zeugt von deren großer Zähigkeit und trotz der Verwilderung sehr menschenbezogenen Art. Zu diesen Stämmen der Plains-Indianer, die schon früh Kontakt mit den Pferden knüpfen konnten, zählen die Comanche und Apachen, die als sehr gute Reiter bekannt waren. Die wohl bekannteste indianische Pferdezucht geht auf die Nez Percé Indianer zurück, die selektiv bei der Auswahl ihrer Tiere vorgingen, aus der die heutige Appaloosa-Zucht hervorging. Allerdings wurde diese Zucht erst bekannt, nachdem dieser Stamm um 1877 nach einem Krieg in die Northern Idaho-Reservation nach Idaho verschleppt wurde.

Bedeutung der Mustangs für die Entwicklung der USA

Bei den Cowboys wurden die Mustangs eher als Broncos bezeichnet, da sie vor der Nutzung zugeritten werden mussten. Der Begriff kommt aus dem Spanischen und bedeutet wildes, junges Pferd. Die Cowboys machten sich die Eigenschaften der Wildpferde auf dem weiten Weg nach Westen zunutze und fingen sie unterwegs ein, ritten sie zu und nutzten sie für die Zucht und den Viehtrieb, oder um sie bei Rodeos zur Schau zu stellen.

Bei der Nutzung der Mustangs für die Rodeos rückte eine andere Form des Zureitens ins Licht der Öffentlichkeit als bei dem behutsamen Umgang, den die Indianer mit ihren Mustangs pflegten: Hier kam es nicht darauf an, ein selbstbewusstes, dem Menschen mit Freude dienendes Tier heranzuziehen, sondern eher darum, den Willen des Tieres zu brechen. Dies wurde vor allem bei wilden Rodeos praktiziert, nicht zuletzt, um die Männlichkeit der Rodeoreiter herauszustellen. Auch die Cowboys ritten Mustangs zu, taten jedoch im ganzen mehr dafür, den Willen der Tiere nicht zu brechen und sie dadurch zu schonen.

Rassemerkmale

Ursprünglich waren die Mustangs kleine, zähe Tiere, die zwischen 140 und 150 cm Stockmaß erreichten. Sie haben einen hartnäckigen und unabhängigen Charakter und fallen durch ihr gleichmäßiges Exterieur (Erscheinungsbild) auf. Sie verfügen über einen Ramskopf, der in einen tiefangesetzten Hals übergeht, an dessen Ende sich der Widerrist nicht auffallend erhebt. Mustangs haben sehr harte und kleine Hufe an relativ kurzen Beinen, einen kräftigen Rücken und eine abfallende Kruppe.

Mustangs heute

Um 1900 hatte die Zahl der Mustangs so zugenommen, dass sie eine Konkurrenz für die Halter von Nutztieren darstellten. Daraufhin wurden sie nach einem willkürlichen System getötet und zu Hunde- und Katzenfutter verarbeitet. Sie landeten aber auch auf der Speisekarte des Menschen. Erst 1959 trat das Gesetz zum Schutz der Mustangs in Kraft, das den Umgang mit den Tieren regelte, doch das weiterhin weit verbreitete, wahllose Abschlachten führte zu einer starken Dezimierung der Mustangs. Erst 1971 traten Bestimmungen in Kraft, die das Abschlachten der Tiere untersagte und zu einer Art Naturschutzbund für die Tiere wurde.

Die Mustangs sind inzwischen gesetzlich geschützt und ihr Bestand wird vom Bureau of Land Management (BLM) kontrolliert. 1973 wurde ein kontrovers beurteiltes „Pferdeadoptionsprogramm“ ins Leben gerufen, das von vielen als sehr hilfreich für die Verwaltung des Mustangbestands angesehen wird. Trotzdem landen Jahr für Jahr Hunderte von Mustangs in kanadischen Tierfutterfabriken.

Im Dezember 2004 wurde ein umstrittener Gesetzesvorschlag eines republikanischen Abgeordneten ohne öffentliche Anhörung abgesegnet und von Präsident George W. Bush unterschrieben, der das Massenschlachten der wilden Mustangs erlaubt. Eingefangene Mustangs, die älter als zehn Jahre sind, darf das staatliche Bureau of Land Management (BLM) zukünftig an Schlachthäuser verkaufen. Jüngere Pferde entgehen ihrem Schicksal nur, wenn sich adoptionswillige Bürger finden. Schon für 125 Dollar ist ein Pferd zu haben.

Mustangs als Schädlinge

Die Viehzüchter argumentierten, dass Mustangs ihren Rindern die durch Dürreperioden kargen Weideplätze auf öffentlichem Land streitig machen. Die International Society for the Protection of Mustangs and Burros sagt: „Für jeden Dollar, den ein Farmer für das Leasen des Landes ausgibt, erhält er drei Dollar an Subventionen“ und „auf jeden Mustang kommen 150 Rinder“.

Das BLM verkauft die zur Schlachtung vorgesehenen Pferde zu einem Preis unter 100 Dollar pro Pferd. Das Fleisch wird nach Europa – vor allem Frankreich – und Japan exportiert. In den USA ist der Verzehr von Pferden ein Tabu und in Kalifornien sogar verboten.

Demokratische Kongressmitglieder haben einen Gesetzentwurf eingereicht, der den Schutz der Mustangs wiederherstellen soll.

Siehe auch

Quellen

  • Hans Läng: Kulturgeschichte der Indianer Nordamerikas; Olten: Walter, 1981
  • Judith Draper: Das grosse Buch der Pferde und Ponys; Bindlach: Gondrom, 2002
  • Jürgen Döring: Kulturwandel bei den nordamerikanischen Plainsindianern. Zur Rolle des Pferdes bei den Comanchen und den Cheyenne; Berlin: Reimer, 1984

Literatur

  • Nordamerikanische Mustangs. In: Westermann's Illustrirte Deutsche Monatshefte Bd. 30,2, Nr. 82 (Juli 1871), S. 392-394 (mit einer Abb.)
  • Andrea Pabel; Hauke Kock: Wilde Mustangs, kühne Reiter: die Pferde der Indianer. Stuttgart 1997
  • Hans-Heinrich Isenbart: Mustangs: Wildpferde in Amerika. Mit Fotos von Jay Featherley. Luzern 1987

Weblinks


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