Olympic National Park

Olympic National Park
Olympic-Nationalpark
Mount Olympus
Mount Olympus
Olympic-Nationalpark
Karte der USA
Lage: Washington, USA
Nächste Stadt: Seattle
Fläche: 3.734 km² km²
Gründung: 29. Juni 1938
Besucher: 3.000.000 (2007)

Der Olympic-Nationalpark (engl. Olympic National Park) wurde 1938 gegründet und liegt im westlichen Teil des US-Bundesstaates Washington auf der Olympic-Halbinsel. Seit 1976 ist der Nationalpark auch als Biosphärenreservat der UNESCO ausgewiesen. 1981 erklärte ihn die UNESCO zum Weltnaturerbe.

Der Nationalpark besteht aus drei von einander getrennten Teilen. Die Küste ist stark zerklüftet und oft in Nebel eingehüllt. Landeinwärts schließt sich direkt an die Strände der Wald an, was oft dazu führt, dass umgefallene Baumstämme quer über den Strand liegen. Der zweite Teil des Parks ist die Gebirgsregion Olympic Mountains, die von vielen alten Gletschern bedeckt ist. Der dritte Teil des Parks ist gemäßigter Regenwald, hier liegt (abgesehen von Hawaii) der regenreichste Punkt der USA.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklungsgeschichte

Da der Nationalpark auf einer abgelegenen Halbinsel liegt, haben sich hier einige Tier- und Pflanzenarten entwickeln können, die nur hier im Park vorkommen (endemische Arten). Aus diesem Grund ist der Park ein bei Biologen und Zoologen beliebtes Forschungsgebiet.

Menschliche Spuren

Vor der Zeit der weißen Siedler war das Gebiet von Indianern bewohnt, die hier in der Hauptsache Jagd und Fischfang betrieben. Später wurde das Gebiet von den weißen Siedlern wie der gesamte Nordwesten der USA für die Holzwirtschaft genutzt. Die Blütezeit des Holzhandels war im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Ab 1920 wurde der Holzeinschlag eingeschränkt, als die Auswirkungen der ungebremsten Rodung absehbar wurden. In dieser Zeit erwachte auch ein allgemeines Interesse an der Natur, und so wurde das Gebiet 1938 von Präsident Franklin D. Roosevelt als Nationalpark ausgewiesen.

Aktivitäten

Es führen einige Straßen in den Park, keine davon aber sehr tief ins Innere. Im Park gibt es ein Netz von Wanderwegen, auf denen man tagelang durch die fast menschenleere Landschaft wandern kann. Fast einzigartig ist die Möglichkeit der Wanderungen am Strand. Um die gesamte Küstenlinie um den Nationalpark zu bewältigten, sind auch hier mehrere Tage nötig. An einigen Stellen besteht die Gefahr, von der Flut in den Klippen gefangen zu werden.

Flora und Fauna

Ursprünglich eingerichtet wurde der Olympic-Nationalpark zum Schutz des Roosevelt-Wapiti (Cervus canadiensis roosvelti), der größten Unterart des Wapitis. Diese werden bis zu 450 kg schwer.

Zu den kleinsten im Olympic-Nationalpark heimischen Säugetierarten zählen verschiedene Arten von Rotzahnspitzmäusen (Sorex), welche nur wenige Gramm schwer sind (S. trowbridgii, S. vagrans und S. monticolus).

Küstenlinie

Küstenlinie

Milde Temperaturen und reichlich Regen lassen einen dichten Wald an der Küste der Olympic-Halbinsel wachsen. Mannshohe Büsche drängen sich unter den Wipfeln der Sitka-Fichten, der Westamerikanische Hemlocktannen und den Riesen-Lebensbäumen. Farne und Moose bilden einen schwammigen Teppich. In einigen Gegenden macht der Wald Platz für die feuchten, küstennahen Prärien. Dort leben säureliebende Sumpfpflanzen wie Echte Bärentraube, Krähenbeere, Poleiblättrige Lorbeerrose, Engblättriger Sumpfporst, Sonnentau und Torfmoose.

An den Stränden reicht der dichte Wald bis an den Ozean. Durch die vorherrschenden westlichen Winde finden sich auf der windabgewandten Seite häufig riesige Bäume bzw. Äste als Treibholz. Auf den Baumgipfeln sitzen häufig Weißkopfseeadler und Fischadler an. Durcheinandergeworfenes Treibholz liegt auf dem Strand, welches über die mäanderförmigen Flüsse aus dem Wald hier angespült wurde.

An der rauen Küsten des Olympic-Nationalpark kann man mit ein wenig Glück die ausschließlich im Meer lebenden Seeotter und den Seehund beobachten. Die Seeotter waren zu Beginn des 20ten Jahrhunderts vor der Küste Washingtons ausgestorben. 1969 und 1970 begannen Auswilderungsprogramme, so dass die Anzahl der Seeotter heute wieder auf etwa 800 Tiere geschätzt wird. Von März bis Mai ziehen Grauwale auf ihrem Weg Richtung Süden an der Küste des Nationalparks vorbei. An der Küste kann man eine Reihe Seetaucher und etliche Vertreter der Familie der Alkenvögel beobachten, darunter den stark vom Aussterben bedrohten Marmelalk, welcher als Meeresvogel bis zu 60 km im Landesinneren brütet.

Die nördlicher lebende Pelikanart Nordamerikas, der Nashornpelikan ist hier häufiger anzutreffen als sein im Süden verbreiteter Verwandter, der Braunpelikan. Ebenfalls an der Küste trifft man auf drei Kormoranarten, die Ohrenscharbe, Pinselscharbe und Meerscharbe.

Hurricane Ridge

Gebirgsregion

Bei etwa 1.200 Metern erreicht man die subalpine Bergregion. Auf der Westseite des Parks herrschen neben der Westamerikanischen Hemlocktanne hauptsächlich Purpur-Tannen vor. Auf der trockeneren Ostseite sind Purpur-Tannen nur auf den nordwärts ausgerichteten Hängen zu finden, auf den südlich ausgerichteten Hängen dominieren Douglasien und Westamerikanische Hemlocktannen. Waldbrände spielen eine aktive Rolle und schaffen ein Mosaik aus unterschiedlich altem Wald.

In den Bergen liegt die Waldgrenze zwischen 1.500 und 1.800 Metern. Darüber erstreckt sich die alpine Zone. Hier wachsen eine ganze Reihe von Wildblumen, wie z.B. Campanula piperi, eine nur in den Bergen des Olympic heimische Glockenblumenart. Oberhalb davon trifft man auf verschiedene Gräser und Riedgräser.

Hier sind auch Steinadler, Ohrenlerche, Kolkrabe und der ebenfalls nur in den Bergen des Olympic heimische Olympic Chipmunk (Tamias amoenus caurinus), eine Streifenhörnchenart, sowie das Olympische Murmeltier zu Hause. Der Grauhäher, ein naher Verwandter des in Skandinavien lebenden Unglückshähers, ist häufig im subalpinen Koniferenwald anzutreffen, ebenso der Diademhäher.

Hoh Rain Forest

Regenwald

Die üppigen Wälder in dem Täler des Quinault, Queets, Hoh und Bogachiel sind typische Beispiele für den urigen Gemäßigten Regenwald. Dieser erstreckt sich vom Süden Oregons bis nach Südost-Alaska. Allerdings ist außerhalb der Schutzgebiete wenig davon erhalten. Hier fallen jährlich bis zu 4.000 mm Niederschlag, bei gemäßigter Temperatur, welche selbst im Sommer nicht über 27 Grad Celsius hinausgeht. Hier wachsen Epiphyten, Moose, Farne und Flechten auf den Baumstämmen und Ästen, welche dem Wald ein dschungelartiges Aussehen verleihen.

Die großen, alten Bäume sind hauptsächlich Sitka-Fichten und Westamerikanische Hemlocktannen. Viele davon sind über 100 Jahre alt und können bis zu 80 Meter hoch werden und einen Umfang von bis zu 20 Metern erreichen. Wegen des dicht bewaldeten Grundes wachsen viele Sprösslinge auf umgestürzten Bäumen. Verrotten diese im Laufe der Zeit, bleiben die stelzenartigen Wurzeln übrig. Dieser Vorgang kann Jahrhunderte in Anspruch nehmen und bietet einen wichtigen Lebensraum für Moose, Pilze, kleine Säugetiere, Amphibien und Insekten.

Das Roosevelt-Wapiti bewohnt den Regenwald des Nationalparkes. Neben den Wapitis kommen im Park auch die wesentlich kleineren Maultierhirsche vor. Von den Raubtieren sind hier Puma, Rotluchs, Schwarzbär und Kojote vertreten. Der einst ebenfalls heimische Wolf gilt seit den 1920er Jahren als ausgestorben. Als ebenfalls ausgestorben beziehungsweise nahezu ausgestorben im Olympic-Nationalpark galt auch der Fischermarder. Aufgrund starker Überjagung und Verlust des natürlichen Lebensraums wurde der Fischermarder zur stark gefährdeten Art. Der etwa hauskatzengroße Marder, und damit der größte Vertreter seiner Gattung, wird seit Januar 2008 wieder in seine ursprüngliche Heimat ausgewildert. Seit 2007 wird auch ein Auswilderungsprogramm für den Wolf nach den großen Erfolgen im Yellowstone-Nationalpark diskutiert.

Im Olympic-Nationalpark kommen insgesamt etwa 300 verschiedene Vogelarten vor. Eine der bekanntesten ist der Nördliche Fleckenkauz (Strix occidentalis caurina), eine Unterart des Fleckenkauz. Da diese hohe Ansprüche an ihren Lebensraum stellt und die mittlerweile selten gewordenen alten Wälder bevorzugt, ist sie eine Art Wahrzeichen des Olympic-Nationalparks geworden. Außerdem trifft man neben ihr auch noch auf eine ganze Reihe von Eulen: West-Kreischeule, Virginia-Uhu, Schnee-Eule, Gnomen-Sperlingskauz, Kaninchenkauz, Streifenkauz, Sägekauz und auf die bei uns vorkommenden Schleiereule, Waldohreule und Sumpfohreule.

Von den 23 verschiedenen nordamerikanischen Spechtarten kommen sieben im Nationalpark vor. Relativ häufig kann man Dunenspecht, Haarspecht, Goldspecht, Feuerkopf-Saftlecker und den größten nordamerikanischen Specht, den Verwandten unseres Schwarzspechtes, den Helmspecht beobachten. Seltener zu Gesicht bekommt man dagegen Blutgesichtspecht, Fichtenspecht, Schwarzrückenspecht sowie Rotnacken-Saftlecker.

Die Familie der Reiher ist mit fünf Arten im Olympic-Nationalpark vertreten: Dem in ganz Nordamerika anzutreffenden Kanadareiher, welcher nicht nur mit unserem Graureiher nahe verwandt ist, sondern diesem auch sehr ähnlich sieht, dem nur in Amerika vorkommenden Grünreiher, der Nordamerikanischen Rohrdommel, welche wiederum ein naher Verwandter unserer Rohrdommel ist und den beiden auch in Europa vorkommenden Arten Silberreiher und Kuhreiher.

Die Familie der Entenvögel ist mit über 30 Arten in diesem Nationalpark vertreten. Die größte Schwanenart, der Trompeterschwan kommt hier ebenso vor wie der etwas kleinere Zwergschwan. Beide Schwanenarten kommen hauptsächlich im nördlichen Teil des Kontinentes vor und unterscheiden sich neben der Größe optisch nur dadurch voneinander, das der Zwergschwan einen kleinen gelben Fleck vor dem Auge hat. Ansonsten haben beide einen schwarzen Schnabel und ein weißes Gefieder.

Den nur in Amerika vorkommenden Bindentaucher trifft man hier an Seen und Flüssen. Ebenso trifft man hier die auch bei uns heimischen Ohrentaucher, Rothalstaucher und Schwarzhalstaucher.

Literatur

  • Tim McNulty: Olympic National Park: A Natural History Guide. University of Washington Press 2003
  • Carsten Lien: Olympic Battleground: The Power Politics of Timber Preservation. Sierra Club Books, San Francisco 1991
  • Carsten Lien: Exploring the Olympic Mountains: Accounts of the Earliest Expeditions 1878-1890. The Mountaineers Books, Seattle 2001

Weblinks

47.681103-123.5135657Koordinaten: 47° 40′ 52″ N, 123° 30′ 49″ W


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