Parakobellit

Parakobellit
Galenit (Bleiglanz)
Galenit (Bleiglanz); Fundort: Slovakia, Banská Štiavnica
Chemische Formel PbS
Mineralklasse Sulfide, Sulfosalze
II/C.15-40 (nach Strunz)
2.8.1.1 (nach Dana)
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse kubisch-hexakisoktaedrisch \ 4/m \ \bar 3 \ 2/m
Farbe bleigrau
Strichfarbe bleigrau
Mohshärte 2,5
Dichte (g/cm³) 7,4 bis 7,6 g/cm3
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Bruch muschelig
Spaltbarkeit vollkommen nach {100}
Habitus Würfel, Oktaeder, oft auch kombiniert, tafelige, skelettförmige Kristalle und Aggregate
Häufige Kristallflächen {100}, {111}, {110}
Zwillingsbildung {111}
Kristalloptik
Brechzahl 3,90 (bei 590 nm)
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten löst sich in HNO3
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch

Galenit oder Bleiglanz, auch unter der chemischen Bezeichnung Blei(II)-sulfid bekannt, ist ein weit verbreitetes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Schwefel = 1 : 1. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Formel PbS und kann bis zu einem Prozent Silber enthalten.

Galenit entwickelt oft Kristalle von vollkommener Würfelform, aber auch oktaedrische, seltener tafelige oder skelettförmige Kristalle und massige Aggregate von bleigrauer Farbe und Strichfarbe. Es hat eine Härte von 2,5 und mit 7,4 bis 7,6 g/cm3 eine vergleichsweise hohe Dichte. Galenit zeigt metallischen Glanz.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Geschichte

Galenit kann als eines der ersten Minerale gelten, das von Menschen bergmännisch abgebaut wurde: Schon die Babylonier verhütteten es, auch bei den Römern war es begehrt. Ihre Bezeichnung „Galena“ lebt heute noch in der wissenschaftlichen Benennung „Galenit“ weiter.

Varietäten und Modifikationen

Es sind mehrere Varietäten des Galenits bekannt, die zusätzlich Silber[1], Gold[2], Bismut[3], Selen[4] enthalten. U-Galenit ist eine Varietät, die 206Pb enthält, das beim Zerfall des Uran-Isotops 238U entsteht.[5]

Steinmannit ist ein Gemenge aus Galenit, Zinksulfid und Bleiarsenid.[6]

Bildung und Fundorte

Galenit, massiges Stück mit Spaltflächen

Galenit bildet sich in metamorphem Gestein genauso wie in hydrothermalen und vulkanischen Sulfidlagerstätten, dort meist mit Kupfererzen vergesellschaftet. Daneben kommt es auch in Erzablagerungen im Riffkalkstein und Dolomitgestein vor.

Fundorte sind unter anderem Bad Bleiberg in Kärnten; in Deutschland Freiberg/Sachsen im Erzgebirge; hydrothermale Erzgänge bei Clausthal-Zellerfeld, Bad Grund und St. Andreasberg im Oberharz sowie Neudorf im Ostharz; das synsedimentär-exhalativ-submarine Erzlager im Rammelsberg bei Goslar; in triassischen Sedimenten bei Mechernich, Maubach in Nordrhein-Westfalen sowie Wiesloch südlich von Heidelberg, Walhausen im Saarland.

Verwendung

Galenit ist aufgrund seines Bleigehalts von 87 Prozent das wichtigste Erz zur Gewinnung von Blei und wegen seines Silbergehalts bis zu 1 % auch wichtigstes Silbererz.

Schon im Alten Reich Ägyptens wurde es zum Schminken (als Bleiweiß, aber auch zum Betonen der Augen) benutzt.

In der frühen Funktechnik wurde Galenit in Detektorempfängern als Gleichrichter (Demodulator) verwendet.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Argentiferous Galena bei mindat.org (engl.)
  2. Auriferous Galena bei mindat.org (engl.)
  3. Bismuthiferous Galena bei mindat.org (engl.)
  4. Selenian Galena bei mindat.org (engl.)
  5. U-Galena bei mindat.org (engl.)
  6. Mineralienatlas:Mineralienportrait/Galenit

Literatur

  • Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-540-23812-3
  • Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. 4. Auflage. Christian Weise Verlag, München 2002, ISBN 3-921656-17-6
  • Edition Dörfler: Mineralien Enzyklopädie, Nebel Verlag, ISBN 3-89555-076-0

Weblinks


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