Pathé

Pathé
Hauptsitz von Pathé in Großbritannien in der Wardour Street in London
Pathé-Phonograph mit abgenommener Wiedergabeschalldose, ca. 1902–1906
Ungarische Pathé-Tiefenschriftplatte mit Hülle

Pathé oder Pathé Frères ist der Name verschiedener Unternehmen der Musik- und Filmindustrie. Zu Pathé gehört auch eine Plattenfirma, siehe Pathé Records. Gegründet wurde das Unternehmen am 28. September 1896 in Paris als Société Pathé Frères von Charles, Émile, Théophile und Jacques Pathé. Die vier Brüder legten je 8000 Francs aus ihren Ersparnissen zusammen, um mit der Firma phonographische Geräte zu verkaufen. Bereits ab 1896 wurde mit der Herstellung eigener Walzen begonnen, die Produktion jedoch schon 1906 zu Gunsten der Schallplatte wieder eingestellt, wobei auch eigene Spezialformate entwickelt wurden. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Pathé zur größten Filmausstattungs- und -produktionsfirma der Welt und zu einer der führenden Plattenfirmen.

Die treibende Kraft hinter der Firma war von Anfang an Charles Pathé, der 1894 an der Eröffnung eines Ladens für Walzen beteiligt gewesen war und später im Pariser Außenbezirk Chatou eine Schallplattenfabrik eröffnete. Schon früh erkannte er das Potential des neuen Zweigs der Unterhaltungsbranche: den Film.

Nachdem Pathé 1902 die Rechte auf Patente der Brüder Lumière erhalten hatten, machten sie sich daran, eine Studiokamera zu entwickeln und sich ein Inventar an Filmausrüstungen zusammenzustellen. Ihr technisch hochentwickeltes Equipment, ihr aggressives Merchandising und ein effizientes Absatzsystem führten dazu, dass sie einen hohen Marktanteil auf dem Weltmarkt bekamen. 1902 expandierte die Firma nach Großbritannien. In London gründeten sie eine Produktionsfirma und eine Kinokette. 1904 erfolgte die Gründung einer Tochtergesellschaft in Wien. Diese hatte lange Zeit, bis zur Gründung der ersten österreichischen Filmgesellschaften, das alleinige Recht, den Kaiser zu filmen. 1909 hatte Pathé in Frankreich und Belgien über 200 Kinos errichtet. Im Jahr darauf hatten sie Firmenableger in Madrid, Moskau, Rom, New York, Australien und Japan.

Pathé seit 1990

1990 erwarb die französische Gruppe Chargeurs, die Jérôme Seysdoux gehört, Pathé. Aufgrund der 1990 erfolgten Deregulierung des französischen Telekommunikations-, Unterhaltungs- und Medienmarktes konnte sich die Firma im Juni desselben Jahres mit Vivendi zusammenschließen. Vivendi behielt nach dem Zusammenschluss einige der Pathé Beteiligungen in Großbritannien. Sämtliche anderen Rechte gingen an die im Besitz der Familie Sydoux befindliche Fournier S.A., die anschließend in Pathé umfirmierte.

2011 hatte Pathé folgende Geschäftsfelder: 1. Kino: mit Produktion, Distribution an Kinos und für den Hausgebrauch, eigenen Kinotheatern und die Verwertung der Nutzungsrechten an mehr als 500 Filmen 2. Kabel- und Satelliten-Fernsehsender: darunter Télé Monte Carlo, Comédie!, cuisine.tv, Voyage

Außerhalb Frankreichs bringt Pathé seine Filme als VHS oder DVD heraus. Zum 20. Jubiläum der Neuausrichtung der Firma wurde eine 21 DVD umfassende Publikation mit 20 Filmen aus der Zeit 1990 - 2010 mit einem 500 Seiten umfassenden Booklet veröffentlicht.

Weblinks

 Commons: Pathé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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