Pockholz

Pockholz
 

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Der Begriff Guajak bezeichnet zum einen die Gattung Guajak-Bäume und zum anderen das Guajak-Harz.

Guajak-Bäume
Guajak-Baum (Guaiacum officinale), Illustration

Guajak-Baum (Guaiacum officinale), Illustration

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Dreifurchenpollen-
Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Rosenähnliche (Rosidae)
Ordnung: Jochblattartige (Zygophyllales)
Familie: Jochblattgewächse (Zygophyllaceae)
Gattung: Guajak-Bäume
Wissenschaftlicher Name
Guaiacum
L.

Inhaltsverzeichnis

Guajak-Baum

Guajak-Bäume (Guaiacum) sind eine Gattung aus der Familie der Jochblattgewächse (Zygophyllaceae) innerhalb der Bedecktsamer (Magnoliophyta).

Beschreibung

Es sind Bäume oder Sträucher mit sehr hartem, harzreichen Holz, gegenständigen, paarig gefiederten Blättern, einblütigen, achselständigen Blüten und etwas fleischiger, fast kreiselförmiger, zwei- bis fünffächriger Kapsel.

Arten

Es gibt sechs bis acht Arten in der Gattung der Guajak-Bäume (Guaiacum), im tropischen und wärmeren Amerika:

Guaiacum officinale L. (Franzosenholzbaum, Pockholzbaum) ist ein 12 m hoher, immergrüner Baum mit ausgebreiteter Krone, gegenständigen, zwei-, selten dreijochigen Blättern, ovalen, kahlen Blättchen, langgestielten, blauen Blüten und zweifächriger Kapsel, wächst in Westindien und auf der Nordküste Südamerikas,

Guaiacum sanctum L., mit drei- bis vierjochigen Blättern und fünffächriger Kapsel, auf Florida, den Bahamas und den westindischen Inseln.

Beide Arten liefern das Guajak-Holz (Franzosenholz, Pockholz, „Lignum sanctum“), welches in oft zentnerschweren Stammstücken oder in starken Ästen, meist entrindet, in den Handel kommt. Es ist sehr schwer (spezifisches Gewicht etwa 1,4), fest, hart, brüchig, spaltet schwer und unregelmäßig, ist dunkelgrünlichbraun, mit hellgelblichem Splint umgeben und von diesem scharf abgegrenzt. Das Holz ist widerspänig und lässt sich deshalb nicht hobeln. An älteren, über 20 cm starken Stämmen ist der Splint so schwach, dass er nicht in die Augen fällt. Im Kern und im Splint finden sich abwechselnd hellere und dunklere Schichten, welche sehr zahlreiche, an Jahresringe erinnernde Kreise bilden. Der Splint ist geschmacklos; das Kernholz schmeckt schwach aromatisch, ein wenig kratzend und entwickelt beim Erwärmen einen schwachen angenehmen Geruch. Es ist sehr harzreich (25–27 %) und liefert das Guajak-Harz.

Das Wort Guajak ist westindischen Ursprungs. Die Anwendung des Holzes lernten die Spanier von den Eingeborenen Santo Domingos kennen; sie brachten es schon 1508 unter dem Namen „Palo santo“ („Lignum vitae“, „Lignum sanctum“) nach Europa, wo es noch 1532 sehr teuer war. In Deutschland trugen Nicolaus Poll und Leonhard Schmaus, besonders aber Ulrich von Hutten zur Verbreitung des „heiligen oder indischen Holzes“ bei. Letzterer will nach langem vergeblichen Gebrauch des Quecksilbers seine angebliche Heilung von der Syphilis dem „Lebensholz“[1] verdankt haben. Der deutsche Ausdruck Pockholz entstand, weil die Späne des Guajak-Baumes Öle enthalten, die man in früheren Zeiten als Medikament gegen die Pocken eingesetzt hat.[2]

Guajak-Harz

Guajak-Harz (Guajakgummi, „Guajacum“), ist der Name des Harzes, welches freiwillig oder infolge von Einschnitten aus dem Stamm von Guaiacum officinale L. ausfließt und erhärtet, meist aber auf Gonâve, gegenüber Port au Prince, gewonnen wird, indem man der Länge nach durchbohrte, 1 m lange Holzstücke an dem einen Ende über das Feuer legt und das an dem anderen Ende ausfließende Harz in untergestellten Kalebassen auffängt. Es bildet eine spröde, dunkelgrüne bis braunschwarze, oft rissige Masse vom spezifischen Gewicht 1,2, schmilzt bei 85° und riecht dabei eigentümlich benzoeartig. Es schmeckt scharf kratzend und klebt an den Zähnen, löst sich in Alkohol und Äther, färbt sich durch oxydierende Einflüsse, allmählich selbst an der Luft, schön blau oder grün und wird durch reduzierende Agenzien, auch durch Erhitzen entfärbt. Es besteht aus etwa 70 % amorpher, brauner, geruch- und geschmackloser Guajakonsäure C19H20O5, welche bei 95-100° schmilzt und durch Oxydationsmittel vorübergehend blau gefärbt wird; ferner aus etwa 10 % farbloser, kristallisierbarer Guajakharzsäure C20H26O4, 10 % in Äther unlöslichem Guajakbetaharz, sehr wenig farbloser, kristallisierbarer Guajaksäure C6H8O3, einem gelben, kristallisierbaren, geruchlosen, bittern Farbstoff, 3,7 % Gummi und 0,8 % mineralischen Substanzen. Guajak-Harz dient als schweiß- und harntreibendes Mittel bei Syphilis, Rheumatismus, Gicht, Psoriasis, Skrofulose, Bronchialkatarrh und so weiter. Mit verdünnter alkoholischer Guajakharzlösung (1:100) getränktes Papier bläut sich durch Oxydationsmittel schnell und intensiv und wird deshalb als Reagenzpapier benutzt. In den Apotheken findet sich das Guajak-Harz erst seit dem 17. Jahrhundert.[2]

Verwendung

Heilmittel

Schon in der mexikanischen Mayakultur wurden Abkochungen des Holzes zur Therapie der Geschlechtskrankheit Syphilis eingesetzt. Holz und Rinde wurden noch im 19. Jahrhundert zerkleinert als Mittel gegen Syphilis (als Tee), hartnäckige chronische Exantheme, Rheuma und Gicht verwendet. Der populäre Name Pockholz erinnert an den medizinisch nicht erwiesenen Glauben, dass Extrakte des Holzes in der Lage seien, die Pockenkrankheit zu heilen. Jedenfalls bezieht sich der lateinische Name "Lignum vitae" auf die heilenden und lebensverlängernden Eigenschaften dieses im 18. Jahrhundert berühmten Holzes. Heutzutage nutzt die pharmazeutische Industrie Guajak-Extrakte insbesondere für homöopathische Medikamente zur Behandlung von Hals- und Rachenentzündungen sowie rheumatischer Beschwerden. Ein wichtiger Einsatzbereich ist auch der sogenannte Haemoccult-Test, der zur Früherkennung von Darmkrebs eingesetzt wird. Hier werden die Teststreifen mit Guajak-Harz getränkt, um verborgenes Blut im Stuhl sichtbar zu machen.

Aroma

Mindestens 20 Tonnen Holz werden in Deutschland als Aromaessenz für die Zubereitung von Kräuterlikören verbraucht. Darüber hinaus werden Guajak-Extrakte als Räuchermischungen angeboten. Den Düften des Harzes werden sowohl stimulierende als auch beruhigende Einflüsse nachgesagt.

Holzbau

Ungefähr 50 Tonnen des Holzes werden für den Massivholzbau verwendet. Als eines der härtesten Hölzer überhaupt wurde Pockholz schon vor Jahrhunderten zum Schiffbau, zur Herstellung von Achslagern, Presswalzen, Kegelkugeln, Mörsern, Pistillen etc verwendet. Es eignet sich für hoch beanspruchte Teile wie Schiffslager, Zahnräder und Werkzeuge, wie zum Beispiel als Hobelsohle für verschiedene Tischlerhobel. Die im friesischen Nationalsport „Boßeln“ benutzten Kugeln werden übrigens auch aus diesem sehr widerstandsfähigen Holz angefertigt.

Artenschutz

Der internationale Handel mit dem Holz und Harz der Arten des tropischen Guajak- oder Pockholzbaumes (Guaiacum) ist nach der Entscheidung der 12. Vertragsstaatenkonferenz zum Schutze gehandelter Tier- und Pflanzenarten (CITES) seit dem 26. November 2002 genehmigungspflichtig. Auf Antrag Deutschlands wurde der bisherige Schutz von zwei Arten des Guajakbaums auf alle Arten der Gattung ausgedehnt. Durch die Aufnahme in den Anhang II der Konvention wird der Handel mit diesem Holz nicht verboten, sondern er wird genehmigungspflichtig. Ziel ist es, den Handel mit den Pockholzarten langfristig naturverträglich zu gestalten.

Referenzen

  1. Ulrich von Huttens: De Guajaci medicina et morbo gallico. Mainz 1519.
  2. a b Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. 1888/90.

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