Rhacodium cellare

Rhacodium cellare
Kellertuch
Von der Gewölbedecke hängendes kleines Kellertuch

Von der Gewölbedecke hängendes kleines Kellertuch

Systematik
Abteilung: Schlauchpilze (Ascomycota)
Klasse: Dothideomycetes
Ordnung: Capnodiales (Rußtaupilze)
Familie: Mycosphaerellaceae
Gattung: Zasmidium
Art: Kellertuch
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Zasmidium
Fr. (1849)
Wissenschaftlicher Name der Art
Zasmidium cellare
(Pers.) Fr.

Kellertuch, Kellerschimmel oder Kellerkatze (Zasmidium cellare, Syn.: Cladosporium cellare) ist ein Schimmelpilz, der sich in Kellern mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit bildet.

Da die geschlechtliche Vermehrung dieses Pilzes nicht entdeckt wurde, zählt er zu den Fungi imperfecti. Hugo Schanderl ordnete ihn 1936 aufgrund seiner stark verzweigten, zerbrechlichen Konidienstände in die Gattung Cladosporium ein, während er von Persoon 1794 als Rhacodium cellare beschrieben worden war. Da ihm nicht wie den anderen Cladosporium-Arten die Gattung Mycosphaerella als Hauptfruchtform (Teleomorphe) zugeordnet werden kann, wird er heute wieder als Zasmidium cellare in eine eigene Gattung gestellt[1], die aber wie Cladosporium zur Familie Mycosphaerellaceae gehört.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Besonders in Weinkellern mit Holzfassbestand findet er sich als dicker, graugrüner bis fast schwarzer Belag von fell- oder tuchartigem Aussehen auf trockenem Mauerwerk, Flaschen und Fässern.

Kellerschimmel entwickelt keinen unangenehmen Geruch, gedeiht am besten unter auch für die Weinlagerung idealen Bedingungen und wirkt ausgleichend auf das Raumklima, so dass er in Weinkellern geschätzt wird. Auf dem Fassholz wird er jedoch nicht geduldet.

Ernährung

Er ernährt sich von flüchtigen Bestandteilen des Weines wie Alkohol, Essigsäure und Estern. Durch die Verwertung dieser Substrate, die dampfförmig in der Kellerluft präsent sind, kann er auf Standorten siedeln, welche selbst keine Substrate darstellen. Seinen Stickstoff- und Schwefelbedarf deckt er aus Dämpfen von Schwefelwasserstoff, Schwefelkohlenstoff, Schwefliger Säure, Ethylmercaptan, Pyridin, Piperidin und ähnlichem. Bei ausreichendem Substratangebot (Essigfliegen, Weinetiketten) kann er sich auch saprotroph ernähren.

Literatur

  • Helmut Hans Dittrich, Manfred Großmann: Mikrobiologie des Weines. 3. Auflage von 2005, Verlag Eugen Ulmer, ISBN 978-3-8001-4470-9

Einzelnachweise

  1. Zasmidium cellare (Pers.) Fr. im Index Fungorum, abgerufen am 10. 11. 2007

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