Rokitnitz

Rokitnitz
Rokytnice v Orlických horách
Wappen von Rokytnice v Orlických horách
Rokytnice v Orlických horách (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Rychnov nad Kněžnou
Fläche: 4019 ha
Geographische Lage: 50° 10′ N, 16° 28′ O50.16972222222216.473055555556580Koordinaten: 50° 10′ 11″ N, 16° 28′ 23″ O
Höhe: 580 m n.m.
Einwohner: 2.378 (28. August 2006)
Postleitzahl: 517 61
Verkehr
Straße: Rychnov nad Kněžnou - Mladkov
Bahnanschluss: Vamberk - Rokytnice v Orlických horách
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 2
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Petr Hudousek
Adresse: náměstí Jindřicha Šimka 3
517 61 Rokytnice v Orlických horách
Website: www.rokytnice.cz

Rokytnice v Orlických horách (deutsch Rokitnitz i. Adlergebirge) ist eine Stadt in Tschechien. Sie liegt 14 Kilometer östlich von Rychnov nad Kněžnou im Adlergebirge und gehört zum Okres Rychnov nad Kněžnou.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Rokytnice befindet sich im Tal des Flüsschens Rokytenka am Fuße des Adlergebirges. Durch den Ort führt die Staatsstraße 319 von Rychnov nad Kněžnou nach Mladkov, von der in Rokytnice die 310 nach Zdobnice abzweigt.

Nachbarorte sind Prostřední Rokytnice im Norden, Bartošovice v Orlických horách im Osten, Záhory, Kunačice, V Dole und Kunvald im Südosten, Kameničná im Süden, Pěčín im Westen sowie Nebeská Rybná im Nordwesten.

Geschichte

Rokytnice wurde 1318 erstmals urkundlich erwähnt und ist eine Gründung der Herren von Rychnov. 1487 wurde der Ort aus der Herrschaft Rychnov herausgelöst und die Herrschaft Rokytnice gegründet. Unter den Lickov von Riesenburg, die das Städtchen 1548 erwarben, entstand eine Wasserfeste. 1567 erwarb Joachim Mauschwitz von Armenruh die Herrschaft; 1627 folgte Johann Nikolaus von Nostitz.

Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften wurde Rokitnitz zur selbstständigen Stadt. 1852 wurde der zur Bezirkshauptmannschaft Senftenberg gehörige Marktflecken zur Stadt erhoben. Mit dem Bau der Lokalbahn Daudleb–Rokitnitz erhielt die Stadt 1906 einen Eisenbahnanschluss. Die Herren von Nostitz besaßen das Schloss und den zugehörigen Großgrundbesitz bis in die 1920er Jahre. In Rokitnitz lebte eine deutsche Bevölkerungsmehrheit, die die nach dem Zusammenbruch der k.u.k Monarchie entstandene Tschechoslowakei ablehnte. 1918 trat die Stadt deshalb der Provinz Sudetenland bei. Am 15. Dezember 1918 wurde Rokitnitz durch die tschechoslowakische Armee besetzt. Zwischen 1935 und 1938 erfolgte auf dem Höhenzug östlich der Stadt der Bau von Bunkerlinien des Tschechoslowakischen Walles. 1939 lebten 1023 Menschen in der Stadt. Nach dem Münchner Abkommen erfolgte eine Eingliederung in das Deutsche Reich; von 1939 bis 1945 gehörte die Stadt zum deutschen Landkreis Grulich. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Deutschen vertrieben und Rokytnice verlor die Stadtrechte.

Nach dem Einmarsch der Warschauer Paktstaaten in die Tschechoslowakei wurde Rokytnice 1968 zur einer Garnisonsstadt der Roten Armee. Im Jahre 1971 wurden die Stadtrechte erneuert. Nach der Samtenen Revolution entwickelte sich die Stadt zum touristischen Zentrum des Adlergebirges. 1991 zog die Rote Armee aus der Stadt ab.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Rokytnice v Orlických horách besteht aus den Ortsteilen Nebeská Rybná (Himmlisch Rybnai) und Rokytnice v Orlických horách (Rokitnitz) sowie den Ortslagen Dolní Rokytnice v Orlických horách (Niederdorf), Hamernice (Hammerdorf), Horní Rokytnice (Oberdorf), Julinčíno Údolí (Julienthal), Popelov (Popelow) und Prostřední Rokytnice (Mitteldorf).

Auf den Fluren der Stadt liegen die aufgelassenen Orte Hanička (Hannchen), Panské Pole (Herrnfeld), Václavova Seč (Wenzelshau) und Údoličko (Liebenthal).

Sehenswürdigkeiten

  • Dreifaltigkeitskirche, erbaut 1604
  • Pfarrkirche Aller Heiligen, errichtet zwischen 1679 und 1684
  • Schloss Rokytnice v Orlických horách, am Marktplatz
  • Brunnen auf dem Markt
  • Museum Artilleriefestung Hanička, Teil des Tschechoslowakischen Walles

Söhne und Töchter der Stadt


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