SETI

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Die Rückseite der Voyager Golden Record mit Symbolen

SETI ist das Akronym für Search for Extraterrestrial Intelligence (deutsch: Suche nach außerirdischer Intelligenz). Derzeitige Direktorin ist Jill Tarter.

Interstellare Reisen sind ein häufiges Thema in Science-Fiction-Romanen. Im wirklichen Leben sind die Hindernisse allerdings noch zu groß. Eine alternative Methode, den Weltraum zu erforschen, ist die Himmelsbeobachtung durch Radioteleskope. Man erhofft sich, dadurch Übertragungen der Zivilisation eines fernen Planeten zu empfangen, allerdings gibt es auch hier zahlreiche Hindernisse.

Der Besuch eines anderen, außerhalb des Sonnensystems gelegenen Planeten wäre sicherlich faszinierend, liegt aber momentan nicht im Bereich der technischen Möglichkeiten. Möglich ist jedoch der Aufbau eines Kommunikationssystems mit starken Sendern und empfindlichen Empfängern um damit den Himmel nach Signalen außerirdischer Kulturen absuchen, die ein ähnliches System verwenden. Die Suche nach solch einem Signal ist aber aufgrund der schieren Größe der Galaxis ausgesprochen schwierig. Die Galaxis, in der sich die Erde befindet, die Milchstraße, hat einen Durchmesser von ungefähr 100.000 Lichtjahren und beinhaltet etwa 300 Milliarden Sterne. Den ganzen Himmel nach einem weit entfernten und schwachen Signal abzusuchen, ist eine ausgesprochen aufwändige Aufgabe. Eine weitere grundsätzliche Schwierigkeit besteht in der höchst unsicheren Abschätzung der Anzahl möglicher Zivilisationen, die überhaupt zu Sendung und Empfang interstellarer Signale in der Lage sind.

Inhaltsverzeichnis

Einschränkungen des Suchgebiets

Einige vereinfachende Einschränkungen sind sinnvoll, um die Aufgabe zu erleichtern. Erstens wird unterstellt, dass außerirdische Lebensformen in unserem Universum in der Mehrzahl auf Kohlenstoff-Chemie basieren würden, wie alle Lebensformen auf der Erde. Obwohl nicht auszuschließen ist, dass lebende Organismen sich auch aus anderen Atomen bilden können, bietet Kohlenstoff eine ungewöhnlich große Vielfalt zur Bildung von Molekülen.

Eine weitere Annahme ist, dass Leben flüssiges Wasser benötigt. Es ist ein einfaches Molekül und eine hervorragende Umgebung für die Entwicklung komplexer kohlenstoffbasierter Moleküle, die zur Entwicklung von Leben führen könnten. Diese chemischen Voraussetzungen sind für Radio-SETI-Experimente nicht relevant, solange wir kaum etwas über die Chemie von extrasolaren Planeten in Erfahrung bringen können.

Eine dritte Einschränkung ist, sich auf sonnenähnliche Sterne zu konzentrieren. Sehr große Sterne haben relativ kurze Lebenszeiten von nur einigen Millionen Jahren bis zu wenigen zehntausend Jahren, so dass intelligentes Leben auf den umliegenden Planeten sehr wenig Zeit für die Entwicklung hätte. Andererseits ist die freigesetzte Energie sehr kleiner Sterne so gering, dass nur Planeten auf einer nahen Umlaufbahn als Kandidaten für Leben in Frage kämen. Die Lebenszeit eines solchen Sterns beträgt allerdings bis zu 20 Milliarden Jahre. Durch die enge Umlaufbahn und die Wirkung der damit verbundenen starken Gezeitenkräfte ist die Eigenrotation solcher Planeten in der Regel sehr langsam oder in gebundene Rotation übergegangen. Die Folge ist ein ungünstiges, sehr starkes Temperaturgefälle (Beispiel: s. Merkur, Ausnahme: s. Venus).

Etwa 10% der Sterne unserer Galaxis sind sonnenähnlich und es gibt etwa 1.000 solcher Sterne in einer Entfernung von bis zu 100 Lichtjahren. Diese Sterne wären erste Ziele für interstellare „Lauschaktionen“. Trotzdem kennen wir bisher nur einen Planeten auf dem sich Leben entwickelt hat: unseren eigenen. Es gibt keine Möglichkeit zu überprüfen, ob die oben genannten Einschränkungen tatsächlich sinnvoll sind. Deshalb muss der gesamte Himmel nach Signalen abgesucht werden.

Eigenschaften eines hypothetischen Signals

Den gesamten Himmel abzusuchen, ist schon schwierig genug. Um eine Radioübertragung von einer außerirdischen Zivilisation zu empfangen, muss man die gängigsten elektromagnetischen Frequenzen absuchen, da man nicht weiß, welche Frequenz die Außerirdischen nutzen könnten. Da das Signal zur leichteren Detektion stärker als die Strahlung des Heimatsterns sein sollte, ist es nicht sinnvoll, ein starkes Signal über eine große Bandbreite von Wellenlängen zu übertragen, deshalb ist es wahrscheinlich, dass ein solches Signal auf einem relativ schmalen Frequenzband gesendet wird. Das bedeutet, dass ein großer Frequenzbereich an jeder räumlichen Koordinate des Himmels abgesucht werden muss.

Ein weiteres Problem ist, dass man nicht weiß, wonach man suchen muss. Die Modulation und Kodierung eines Signals von Außerirdischen ist schließlich nicht bekannt. Interessant sind sicherlich schmalbandige Signale, die stärker sind als das Hintergrundrauschen und konstant in ihrer Stärke. Ein regelmäßiges und komplexes Pulsmuster wäre ein Hinweis darauf, dass sie künstlich sind.

Es wurden Studien durchgeführt, wie man ein Signal sendet, das einfach entschlüsselt werden kann. Dennoch weiß man natürlich nicht, ob die Annahmen aus diesen Studien tatsächlich gültig sind. Das Entschlüsseln der Information eines außerirdischen Signals könnte sehr schwierig sein. Wenn erst einmal ein künstliches Signal gefunden wäre, das aber unbedingt umfangreicher sein sollte, als das Wow-Signal, dann wäre das Entschlüsseln vermutlich relativ leicht. Denn ein solches Signal wäre ja mit bestimmter Absicht verfasst worden. Und es würde technischen Prinzipien folgen.

Radiosignale

Die Identifizierung interstellarer Radiosignale ist aus einem weiteren Grund schwierig. Kosmische Strahlung und auch terrestrische Strahlungsquellen bilden einen gewissen Schwellwert für Signale, die wir noch als solche erkennen können. Um eine außerirdische Zivilisation orten zu können, die 100 Millionen Lichtjahre entfernt lebt und ihre Signale in alle Richtungen ausstrahlt, müsste diese einen sehr starken Sender benutzen. Seine Leistung müsste über 1012 mal so stark sein wie die gesamte elektrische Leistung, die wir heute auf der Erde erzeugen.

Zu Zwecken der Kommunikation wäre es wesentlich effizienter, einen stark fokussierten Sender zu benutzen, dessen effektive Strahlungsleistung entlang des engen Sendestrahls sehr stark, außerhalb dieses Strahls aber praktisch nicht messbar wäre. Das Problem der Sendeleistung wäre damit zwar gelöst, doch ein neues käme hinzu: Man bräuchte viel Glück, um genau im Fokus des Senders zu sitzen. Es besteht auch die Hoffnung, dass außerirdische Zivilisationen die Erde bereits als bewohnten Planeten entdeckt haben und absichtlich Signale in Richtung Erde senden.

Diese Hoffnung ist aber eher rein theoretisch: Wenn eine außerirdische Zivilisation im Abstand von nur 1000 Lj uns hätte so rechtzeitig entdecken sollen, dass wir ihre als Reaktion darauf gesendeten Signale jetzt empfangen könnten, dann hätte diese Zivilisation unsere Signale vor 1000 Jahren empfangen müssen, wir hätten uns vor 2000 Jahren bemerkbar machen müssen. Die alten Römer hatten aber noch keine Sender, konnten sich nicht wirksam bemerkbar machen.

Der Strahl einer außerirdischen Zivilisation kann behindert werden: Er könnte durch interstellaren Nebel blockiert werden, oder auch von Interferenzen überlagert und damit unlesbar werden. Ein ganz ähnlicher Effekt tritt mitunter auch beim Fernsehgerät mit terrestrischem Antennenempfang auf: Wenn die Fernsehsignale von einem Berg oder einem großen Objekt reflektiert werden und damit die Antenne auf zwei verschieden langen Wegen erreichen, so kommt es zu einer zeitversetzten Überlagerung.

Auf die gleiche Art könnte der gebündelte Kommunikationsstrahl einer weit entfernten Zivilisation von interstellaren Wolken abgelenkt oder „gebrochen“ werden und damit unter den Einfluss von Interferenzen geraten, die das Signal schwächen oder gar unlesbar machen könnten.

Wenn interstellare Nachrichten über gebündelte Sendestrahlen ausgestrahlt werden, gibt es nichts, was wir von unserer Seite aus tun könnten, um mit diesen Problemen umzugehen – außer, uns der Problematik bewusst zu sein und mit eventuellen Störungen zu rechnen.

Die moderne SETI-Forschung begann mit einer Publikation der beiden Physiker Giuseppe Cocconi und Philip Morrison, welche 1959 in der wissenschaftlichen Presse veröffentlicht wurde. Cocconi und Morrison kamen darin zu dem Schluss, dass Mikrowellen-Frequenzen zwischen 1 und 10 Gigahertz am besten für die interstellare Kommunikation geeignet wären.

Unter 1 GHz beginnt die so genannte Synchrotronstrahlung (verursacht durch Elektronen, die durch galaktische Magnetfelder wandern) andere Strahlungsquellen zu übertönen. Über 10 GHz wirkt die Strahlung von Wasserstoff- und Sauerstoff-Atomen in unserer Atmosphäre störend auf eventuelle Signale ein. Selbst wenn außerirdische Welten völlig andere Atmosphären-Verhältnisse haben, machen Quanten-Effekte den Bau von konventionellen (elektrotechnischen) Empfängern für Signale über 100 GHz schwierig. Besonders die untere Grenze dieses „Mikrowellenfensters“ eignet sich gut zur Kommunikation: Es ist prinzipiell einfacher, Signale mit niedrigen Frequenzen zu senden und zu empfangen, als solche mit hohen. Die niedrigen Frequenzen sind auch wegen des Doppler-Effekts besser geeignet, welcher durch planetare Bewegungen verursacht wird. Dieser Effekt führt zu einer Änderung der Signalfrequenz im Laufe einer Übertragung, und zwar umso gravierender, je höher die Frequenz des ausgestrahlten Signals ist. Ein Grund mehr, eine möglichst niedrige Frequenz zu wählen. Cocconi und Morrison kamen zu dem Schluss, dass die Frequenz von 1,42 GHz besonders interessant für eine interstellare Übertragung wäre: Diese Frequenz wird von neutralem Wasserstoff ausgestrahlt. Radioastronomen durchsuchen oft das All nach dieser Frequenz, um große Wasserstoff-Wolken zu lokalisieren. Würde man also eine Nachricht nah an dieser „Markierungsfrequenz“ senden, so würde dies die Chance einer zufälligen Entdeckung erhöhen. Da man nach spektral schmalbandigen Signalen sucht, kann man eine Verwechslung mit neutralem Wasserstoff ausschließen, weil dessen Strahlung durch die Temperaturbewegung eine hohe Dopplerverbreiterung (siehe dazu auch Spektrallinie) aufweist.

Optisches SETI

Neben der Suche nach Radiosignalen betreibt man in letzter Zeit verstärkt auch die Suche nach Signalen im sichtbaren Bereich und im nahen Infrarotbereich (Optical SETI). Man vermutet, dass Außerirdische sehr starke Laser für die Kommunikation über interstellare Distanzen verwenden könnten. Bei Licht im sichtbaren Bereich ist die benötigte Spiegel- bzw. Linsengröße, die man braucht, damit die emittierte Strahlung einem bestimmten Divergenzwinkel (halber Öffnungswinkel eines gedachten Strahlungskegels, innerhalb dessen sich der Großteil der Strahlung befindet) aufweist, kleiner als bei den langwelligeren Radiowellen. Dadurch sinkt zwar die Wahrscheinlichkeit, einen nicht absichtlich auf die Erde gerichteten Strahl zu detektieren, jedoch steigt die Stärke nahe dem Strahlzentrum für eine bestimmte Ausgangsleistung. Die Suche nach diesen optischen Signalen erfolgt mit hochauflösenden Spektrographen, man versucht, sehr schmale Spektrallinien zu finden.

Studien haben ergeben, dass man mit heutigen Lasern im nahen Infrarot und 10-m-Spiegeln Laserpulse erzeugen kann, die aus großer Entfernung auf einem engen Frequenzbereich ca. tausend mal so hell sind wie die Sonne (während der kurzen Zeit eines Pulses, nicht über die Zeit von mehreren Pulsen gemittelt). Man sucht daher besonders nach solchen Laserpulsen.

Geschichte der SETI

Radio-Beobachtungen

Frühe Versuche, Radiosignale von Außerirdischen auszumachen, unternahm Guglielmo Marconi, der 1919 behauptete, Signale empfangen zu haben, was aber nicht bestätigt werden konnte. 1960 begann Frank Drake von der Cornell Universität das erste moderne SETI-Experiment, das so genannte Projekt Ozma (benannt nach der Königin von Oz aus den Fantasy-Büchern von Frank L. Baum). Drake nutzte ein Radioteleskop des Green-Bank-Observatoriums mit einem Durchmesser von 26 Metern, um die beiden Sterne Tau Ceti und Epsilon Eridani nahe dem 1,42-GHz-Band zu untersuchen. Er untersuchte ein 400-KHz-Band rund um die Marker-Frequenz und speicherte die Aufnahme auf Band, um sie später nach auffälligen Signalen zu durchsuchen. Die Untersuchung ergab jedoch keine besonderen Auffälligkeiten.

1961 fand die erste Konferenz zum Thema SETI in Green Bank (US-Bundesstaat West Virginia) statt. Auch die Sowjetunion begann 1964 mit einem Suchprogramm. Carl Sagan und Iosif S. Shkolovskii veröffentlichten 1966 mit Intelligent Life in the Universe ein vielzitiertes Buch über SETI. 1971 finanzierte die NASA eine Studie über ein Radio-SETI-Projekt mit dem Namen Zyklop. Es wurde ein Array mit 1.500 91,5-m-Teleskopen vorgeschlagen, die Kosten waren mit ca. 10 Milliarden Dollar jedoch zu hoch.

1974 wurde vom Arecibo-Observatorium eine einmalige Radiobotschaft von 1.679 Bits Länge ins All in Richtung des Kugelsternhaufens M13 (Entfernung ca. 25.000 Lichtjahre) gesendet. Die Zahl 1.679 hat zwei Primfaktoren, 23 und 73, und die Nachricht soll als Bild von 23 mal 73 Pixeln verstanden werden. Die Nachricht wurde durch Frequenzmodulation mit 10 Bits pro Sekunde gesendet. Das Bild soll das Arecibo-Observatorium, eine menschliche Figur, die DNA und die für das Leben auf der Erde notwendigen Elemente darstellen. Aufgrund der Einmaligkeit und der großen Entfernung wollte man mit diesem Projekt möglicherweise eher Aufsehen auf der Erde erregen.

1979 startete die Universität von Kalifornien in Berkeley (UC Berkeley) das SETI-Projekt SERENDIP (Search for Extraterrestrial Radio Emissions from Nearby Developed Intelligent Populations) mit einem Frequenzanalysator mit 100 Kanälen. Es wurden Radioteleskope mit Spiegeldurchmessern von 25 bis 65 Metern verwendet.

Carl Sagan, Bruce Murray und Louis Friedman gründeten 1980 die Planetary Society, die unter anderem verschiedene SETI-Projekte finanziell unterstützt.

Nach Vorschlägen von Paul Horowitz wurden 1981 neue tragbare Radiofrequenzanalysatoren entwickelt. Gegenüber früheren analogen Frequenzanalysatoren hatten sie den Vorteil, dass sie durch ihre DSPs viel mehr und schmälere Kanäle hatten. Von 1982 bis 1985 wurde ein Frequenzanalysator mit 131.000 Kanälen an einem 25-Meter-Radioteleskop an der Harvard-Universität verwendet (Projekt Sentinel). 1985 folgte das Projekt META (Megachannel Extra-Terrestrial Array), geleitet von Horowitz und unterstützt von der Planetary Society sowie vom Regisseur Steven Spielberg, mit einem Analysator mit 8 Millionen Kanälen und einer Kanalbreite von 0,5 Hz. Ein weiteres Teleskop, META II, sucht von Argentinien aus am südlichen Himmel.

Ebenfalls 1985 startete die Ohio State University ein eigenes SETI-Programm, das Projekt „Big Ear“, das später finanzielle Unterstützung von der Planetary Society erhielt. 1986 startete die UC Berkeley ihr zweites SETI-Programm, SERENDIP II, mit 65.536 Kanälen. Hauptsächlich wurde dabei ein 90-m-Radioteleskop am Green-Bank-Observatorium in West Virginia verwendet. Das Nachfolgeprojekt SERENDIP III mit ca. 4 Millionen Kanälen nutzte das Arecibo-Observatorium. Dessen Nachfolger SERENDIP IV nutzt ebenfalls das Arecibo-Observatorium und arbeitet mit ca. 168 Millionen Kanälen. 1992 entschied die NASA bzw. die US-Regierung, das SETI-Programm MOP (Microwave Observing Program) zu finanzieren. MOP beinhaltete eine gezielte Suche bei ca. 800 nahegelegenen Sternen und eine Durchmusterung des gesamten Himmels. Die Frequenzanalysatoren sollten 15 Millionen Kanäle haben, wobei jeder Kanal bei der gezielten Suche 1 Hertz und sonst 30 Hertz breit sein sollte. Als Radioteleskope sollten die Antennen des Deep Space Network, ein 43-Meter-Teleskop in West Virginia und das Arecibo-Observatorium verwendet werden. Das Programm wurde jedoch 1995, ein Jahr nach dem Start, vom US-Kongress beendet. Das Programm wurde vom privat finanzierten SETI Institute in Mountain View in Kalifornien unter dem Namen Phoenix übernommen. Das Projekt Phoenix verwendet das 64-m-Parkes-Teleskop in Australien und untersucht ca. 1.000 sonnennahe Sterne.

Als Nachfolger des META-Projekts wird jetzt das Projekt BETA (Billion-Channel Extraterrestrial Array) von der Planetary Society betrieben. Entgegen der Bezeichnung wird mit weniger als einer Milliarde, nämlich mit nur 250 Millionen Kanälen von jeweils 0,5 Hertz Breite gearbeitet. Der Frequenzbereich von 1.400 bis 1.720 Megahertz wird untersucht, dabei wird jeweils zwei Sekunden (eine kürzere Beobachtungszeit würde diese hohe spektrale Auflösung nicht ermöglichen) ein Bereich von 125 Megahertz Breite (entsprechend dem Produkt aus Breite und Anzahl der Kanäle) untersucht, danach wird der Bereich verschoben und es wird wieder zwei Sekunden beobachtet. Nach acht Verschiebungen ist wieder das ursprüngliche Frequenzband erreicht.

Im Mai 1999 wurde das Projekt SETI@home von der UC Berkeley gestartet, das die Daten von SERENDIP IV benutzt. Dieses Projekt benutzt die Rechenleistung von vielen Computern im Internet, die von Benutzern freiwillig zur Verfügung gestellt wird. Man kann das SETI@home-Programm herunterladen, das Daten vom Server an der UC Berkeley herunterlädt und diese im Hintergrund (bei geringster Priorität) analysiert, sobald auf dem Computer Rechenkapazitäten frei sind. Ein spezieller Bildschirmschoner zeigt den Fortschritt der Arbeit an. Nach Abarbeitung eines Datenpakets werden die Ergebnisse zurückgeschickt. Das SETI Institute arbeitet nun mit der University of California, Berkeley zusammen, um im Norden Kaliforniens ein neues Radioteleskop, das Allen Telescope Array zu bauen. Es soll sich sowohl der Radioastronomie als auch der Suche nach außerirdischer Intelligenz widmen. Das Teleskop wird von Microsoft-Mitbegründer Paul Allen unterstützt und soll aus ca. 350 6,1-m-Teleskopen bestehen. Der beobachtbare Frequenzbereich liegt zwischen 0,5 und 11,2 Gigahertz. Die einzelnen Teleskope sind relativ billig, das Observatorium soll insgesamt etwa 25 Millionen US-Dollar kosten. 2005 wurde mit dem Bau begonnen. Das SETI Institute stellt vor allem Geld für den Bau zur Verfügung, während UC Berkeley das Teleskop entworfen hat und es betreiben wird. Es kann gleichzeitig auf verschiedenen Frequenzen und als Interferometer gleichzeitig viele Objekte innerhalb des Gesichtsfelds der Einzelteleskope beobachten.

Optische Beobachtungen

1961 wurde in der Zeitschrift Nature erstmals ein Artikel über die Verwendung von starken Lasern für interstellare Kommunikation veröffentlicht. 1983 veröffentlichte Charles H. Townes eine detailliertere Studie darüber. In den 1980er Jahren führten zwei sowjetische Wissenschaftler kurze optische Suchen durch.

Eine Arbeitsgruppe um Paul Horowitz hat in den 1990er Jahren einen Detektor entwickelt und an einem 1,55-m-Teleskop der Harvard-Universität installiert. Der Detektor arbeitet parallel zu anderen astronomischen Untersuchungen. Zwischen Oktober 1998 und November 1999 wurden mit dem Detektor ungefähr 2.500 Sterne untersucht. Die Forscher arbeiten nun mit der Universität Princeton zusammen, um an deren 0,91-m-Teleskop ebenfalls einen solchen Detektor zu installieren. Die beiden Teleskope sollen dann gleichzeitig in die gleiche Richtung beobachten, so dass der Fund eines Signals vom jeweils anderen Teleskop bestätigt oder als Falschalarm aussortiert werden kann. Gleichzeitig wird ein 1,8-m-Teleskop gebaut, dass sich primär der Suche nach Signalen Außerirdischer widmen soll. Die UC Berkeley verfolgt zwei optische SETI Programme. Geoffrey Marcy, ein Astronom, der hauptsächlich nach Exoplaneten sucht, führt Untersuchungen an den Spektren durch, kann aber keine Pulse erkennen, weil die zeitliche Auflösung der Aufnahmen zu gering ist. Das andere Programm nutzt ein 0,76-m-Teleskop, es wird eine ähnliche Suche durchgeführt wie von der Gruppe an der Harvard-Universität.

Siehe auch

Literatur

  • Frank Drake, Dava Sobel: Signale von anderen Welten, ISBN 3-86047-769-2.
  • Emmanuel Davoust: Signale ohne Antwort, ISBN 3-932131-36-3.
  • Seth Shostak: Sharing the Universe, ISBN 0-9653774-3-1.
  • Sebastian von Hoerner: Sind wir allein? SETI und das Leben im All, ISBN 3-406-49431-5, von 2003.
  • Ulrich Walter: Zvilisationen im All, ISBN 3-8274-0486-X, von 1999.
  • Tobias Wabbel, Stephen Hawking u.a.: S.E.T.I. – Die Suche nach dem Außerirdischen ISBN 3-89530-080-2.
  • P.Morrison, J.Billingham, J.Wolfe:The search for extraterrestrial intelligence-SETI. NASA SP, Washington 1977.
  • Brian MacConnell: Beyond contact-a guide to SETI and communicating with Alien civilizations. O'Reilly, Beijing 2001, ISBN 0-596-00037-5.
  • Stuart A. Kingsley: The search for extraterrestrial intelligence (SETI) in the optical spectrum III. 3rd SPIE international OSETI conference, Proceedings of the Society for Optical Engineering, Bellingham, Wash. 2001,ISBN 0-8194-3951-7.
  • Michael Michaud: Contact with Alien Civilizations – Our Hopes and Fears about Encountering Extraterrestrials. Springer, Berlin 2006, ISBN 0387285989.
  • Frank White: The Seti Factor – How the Search for Extraterrestrial Intelligence Is Changing Our View of the Universe and Ourselves. Walker & Company, New York 1990, ISBN 978-0-8027-1105-2.
  • David W. Swift: Seti Pioneers - Scientists Talk about Their Search for Extraterrestrial Intelligence Univ. of Arizona Press, Tucson 1993, ISBN 0-8165-1119-5.
  • Thomas Steinegger: Die Kultur der interstellaren Kommunikation – eine Studie zum Demokratisierungs- und Etablierungsprozess rund um SETI. Diplomarbeit, Univ. Wien 2007.
  • Martin Engelbrecht: SETI - Die wissenschaftliche Suche nach Ausserirdischer Intelligenz im Spannungsfeld divergierender Wirklichkeitskonzepte. S.205-226 in: M. Schetsche: Von Menschen und Außerirdischen. Transcript, Bielefeld 2008, ISBN 3-89942-855-2
  • Claudio Maccone: SETI, extrasolar planets search and interstellar flight - When are they going to merge? Acta Astronautica 64 S.724–734, 2009

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