Schwebeflug

Schwebeflug
BK 117-B2 der Polizei NRW beim Abheben
BK 117-B2 der Polizei NRW beim Schwebeflug im Bodeneffekt (HIGE) ca.2 Meter über dem Boden

Als Schwebeflug wird der Flugzustand eines Hubschraubers bezeichnet, bei dem er im Bezug zum Boden an unveränderter Position in der Luft schwebt.

Voraussetzungen

Im Allgemeinen benötigt der Schwebezustand mehr Leistung als der Vorwärtsflug. Hierbei wirkt sich die Form des Rumpfes und die Leistung für den Heckrotors aus: Eine aerodynamisch ungünstige Rumpfform erzeugt einen hohen Widerstand durch Abdeckung der Rotorkreisebene und durch Verwirbelungen am oder unter dem Rumpf. Beim Vorwärtsflug wird zudem der Heckrotor entlastet, da der Drehmomentausgleich vom Seitenleitwerk unterstützt wird. Im Schwebeflug steht so letztlich weniger Triebwerksleistung für den Hauptrotor zur Verfügung.

Bei der Heckrotor-Konfiguration entsteht weiterhin eine zusätzliche Seitenkraft (engl. drift), die durch entgegengesetzte Neigung der Hauptrotorebene (engl. roll) ausgeglichen werden muss. Dies reduziert wiederum den Auftrieb und muss durch mehr Hauptrotor-Pitch ausgeglichen werden. Bei der Koaxial- oder Tandem-Konfiguration tritt dieser Effekt nicht auf.

Ein Pilot braucht somit viel Übung, bis er einen ruhigen Schwebeflug erreichen kann. Bei einigen Modellen wird daher eine Hover-Automatik eingesetzt, so beim russischen Mil Mi-26.

Bodeneffekt

Durch Wechselwirkung des Rotorabwinds mit dem Boden entsteht in geringer Flughöhe ein stärkerer Auftrieb. Damit wird weniger Leistung für den Schwebeflug benötigt - auch Schweben im Bodeneffekt (engl. hover in ground effect, HIGE) genannt.

Bei steigender Flughöhe - etwa ab dem Rotordurchmesser - lässt der Bodeneffekt nach und es wird eine höhere Leistung für das Schweben benötigt, auch Schwebeflug außerhalb des Bodeneffekts (engl. hover out of ground effect, HOGE) genannt.

Der Übergang zwischen beiden Flugzuständen verlangt besondere Aufmerksamkeit vom Piloten, da nicht nur die Leistungssteigerung zum Aufsteigen, sondern zusätzlich der relativ plötzlich nachlassende Bodeneffekt zu berücksichtigen sind.

Literatur

  • Götsch, Ernst - Luftfahrzeugtechnik, Motorbuchverlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02006-8

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