Sedlnitzky

Sedlnitzky
Das Wappen der Sedlnitzky

Die Sedlnitzky (tschechisch Sedlnitzký z Choltic oder Sedlničtí z Choltic), sind ein mährisch-schlesisches Adelsgeschlecht, das vermutlich von der böhmischen Adelsfamilie der Beneschauer abstammte. Das Wappen der Sedlnitzky (vgl. Polnische Wappen), weißer Pfeil, nach oben gerichtet, einen Knebelbart durchstoßend, auf rotem Grund, sowie der Beinahme Odrowąż, der von der Familie geführt wird, deuten auch auf eine Verbindung mit den polnischen Familien der Szlachta hin.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Hauptsitz befand sich ursprünglich in Choltice bei Chrudim in Böhmen und wurde Anfang des 14. Jahrhunderts nach Mähren verlegt, wo Peter von Choltitz 1373 die Herrschaft Erb-Sedlnitz erwarb und dessen Nachkommen den Namenszusatz von Sedlnitzky angenommen hatten. 1401 war auch Závěšice bei Neutitschein im Besitz eines Nikolaus von Choltitz. Wohl um diese Zeit verzweigte sich das Geschlecht.

Als Herren von Troppau und Neutitschein hielten die Sedlnitzky einige Lehen des Bistums Olmütz, für das sie auch zahlreiche Ämter ausübten.

Am 8. September 1546 wurden die Sedlnitzky in den Herrenstand des Königreichs Böhmen aufgenommen. Nachfolgend erhielten einige Familienmitglieder hohe Regierungs- und Verwaltungsämtern. Weniger erfolgreich waren sie als Verwalter. Anfang des 17. Jahrhunderts verschuldeten sie sich zusehends und verloren Großteile ihrer Ländereien.

Der in Troppau und Neutitschein residierende Familienzweig erhielt am 16. September 1695 den Reichsgrafentitel.

Der zweite Zweig, der Ländereien im Herzogtum Teschen besaß, wurde in den Freiherrenstand aufgenommen.

Peter Sedlnitzky von Choltitz der Ältere musste als einer der Anführerer des Ständeaufstandes Böhmen verlassen und starb 1622 im Exil im Herzogtum Jülich. Aus der Ehe seiner Tochter Anna mit Isaac de Perponcher entstand die Linie Perponcher-Sedlnitzky.

Die auf Wagstadt residierenden Sedlnitzky erhielten 1911 den Grafentitel.

Nachkommen der Familie Sedlnitzky und der Familie Perponcher-Sedlnitzky leben noch heute u.a. in Deutschland und Österreich.

Bekannte Persönlichkeiten

Sedlnitzky von Choltitz

  • Albrecht Sedlnitzky von Choltitz (Albrecht Sedlnický z Choltic) war Landrichter und von 1596 bis 1606 Landeshauptmann des Troppauer Herzogtums sowie 1599 Stellvertreter des Höchsten Kämmerers.
  • Albrecht der Ältere von Sedlnitzky (Albrecht starší Sedlnický) († 1628) war Anhänger des radikalen Flügels beim Ständeaufstand in Mähren und enger Mitarbeiter des Ladislav Velen von Žerotín. Er gehörte dem Direktorium der Landesregierung an und wurde zum Kämmerer des Königs Friedrich von der Pfalz ernannt. Daneben beteiligte er sich als Landeshauptmann des Olmützer Kreises am Ausverkauf des kaiserlichen Vermögens. 1620 vertrat er die mährischen Stände bei der Generalversammlung in Prag.
  • Karl Christoph von Sedlnitzky auf Maidelberg (Karel Kryštof Sedlnický na Dívčím Hradě) (1576-1651) gehörte ebenfalls zum radikalen Flügel des Ständeaufstandes und zu den mährischen Direktoren und Defensoren. Er nahm an der Generalversammlung in Prag teil und war Mitglied in verschiedenen Kommissionen. Nach der Schlacht am Weißen Berge wurde sein Vermögen konfisziert. 1622 emigrierte er nach Pommern.
  • Leopold von Sedlnitzky war Fürstbischof von Breslau. Dessen Bruder
  • Josef von Sedlnitzky (Josef Václav Sedlnitzký) war Wiener Polizeipräsident.
  • Wenzel von Sedlnitzky (Václav Sedlnický) besaß Wagstadt und wurde zum Landeshauptmann und Präsidenten des Landesgerichts ernannt.

Perponcher-Sedlnitzky

  • Willem Emmery de Perponcher-Sedlnitzky (1741-1819), niederländischer Politiker und Philosoph
  • Hendrik George de Perponcher Sedlnitsky (1771-1856), niederländischer General; dessen Söhne:
    • Wilhelm von Perponcher-Sedlnitzky (* 1819), preußischer Kammerherr
    • Friedrich von Perponcher-Sedlnitzky (* 1821), preußischer Generalmajor
    • Ludwig von Perponcher-Sedlnitzky (* 1827), preußischer Vizeoberschlosshauptmann
    • sein Bruder Willem Karel de Perponcher (1775-1857) diente seit 1796 in der preußischen Garde du Corps

Besitzungen

In Mähren

In Schlesien

Literatur

  • Joachim Bahlcke u. a.: Handbuch der historischen Stätten Böhmen und Mähren, Kröner-Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8
  • Hugo Weczerka: Handbuch der historischen Stätten Schlesien, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3
  • Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen Schlesien, München / Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-x

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