Suhā Arafat

Suhā Arafat

Suha at-Tawil (arabischسهى الطويل‎, DMG Suhā aṭ-Ṭawīl; * 1963 in Jerusalem) ist die Witwe des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sie wurde in die wohlhabende Bankiersfamilie at-Tawil geboren, christlich-katholisch getauft und von Nonnen erzogen. Ihre Mutter Raymonda Hawa-Tawil ist eine bekannte Journalistin und Feministin in der palästinensischen Nationalbewegung. Während Arafat 1989 erstmals von der französischen Regierung mit allen Ehren in Paris empfangen wurde, lernte er Suha kennen, die an der Sorbonne Internationale Beziehungen studierte. Sie wurde danach seine Wirtschaftsberaterin und Geliebte in seinem Exil in Tunis.

Hochzeit mit Arafat

Im Jahre 1990, Suha war damals 27 Jahre alt, kam es zur Hochzeit mit dem 61jährigen Arafat. Die Hochzeit wurde allerdings geheim gehalten wurde, da Arafat zuvor immer beteuert hatte, er könnte in seinem Leben nur mit Palästina verheiratet sein. Suha konvertierte zum Islam, blieb aber in ihrem Herzen dem Christentum treu. Das offenbarte sich unter anderem daran, dass sie mit Arafat, solange er lebte an Weihnachten die Messe in Betlehem besuchte.

Das Paar mit der gemeinsamem Tochter Zahwa lebte bis zum Beginn der zweiten Intifada in einer Prachtvilla im Gazastreifen, obwohl Suha in den palästinensischen Gebieten nie akzeptiert wurde und klar diskreditiert und unerwünscht ist. Sie ließ sich in teuren deutschen Limousinen durch die staubigen und zerstörten Straßen von Ramallah fahren und trug Designerkleider aus Paris und London. Politisch wurde Arafat nie von seiner Frau unterstützt. Sie brachte immer wieder die palästinensische Führung gegen sich auf, indem sie sich etwa über den durch die USA vermittelten Frieden, den ihr Mann und Benjamin Netanjahu 1998 unterschrieben, lustig machte.

Paris

Seit 2001 lebte Suha und Tochter in einer Suite im Pariser Luxushotel Bristol, welche durch monatliche Zuwendungen Arafats in Höhe von etwa 100.000 Dollar finanziert werden soll. Die Anfeindungen zwischen Palästinenservertretern und Suhā erreichten Ende 2004 während des Pariser Krankenhausaufenthalts Arafats ihren vorläufigen Höhepunkt. Solidaritätsbekundungen durch Mitglieder aller nationalen Parteien und Organisationen für den todkranken Präsidenten auf der einen sowie Spott und Häme für Suha auf der anderen Seite machten die tiefe Abneigung der Palästinenser deutlich. Grund für die Anfeindungen ist das Vermögen Arafats in Milliardenhöhe. Ob ein Testament existiert, ist unklar. 2005 folgte sie einer Einladung von König Fahd von Saudi-Arabien und nahm zum erstenmal an einer Haddsch in Mekka teil.

2007 bezog sie ein Haus in Valletta auf Malta und lebt auch dort. Die Mittel für das Haus kamen von Arafats Freund Muammar al-Gaddafi

Literatur

  • Suha Arafat: Ich bin eine Tochter Palästinas. Goldmann-Verlag, München 1996. ISBN 3-442-12703-3

Weblinks


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