Voulí ton Ellínon

Voulí ton Ellínon
Die große Moschee in Nafplion, 1825 bis 1828 provisorischer Sitz der Nationalversammlung
Das ehemalige Parlamentsgebäude in der Stadiou-Straße
Das heutige Parlamentsgebäude vom Syntagma-Platz aus gesehen; im Vordergrund das Denkmal des unbekannten Soldaten

Das Griechische Parlament (griechisch Βουλή των Ελλήνων, Vouli ton Ellinon, vom altgriechischen Verb βουλεύομαι, voulevomai, "denken", "entscheiden", "an einem Rat teilnehmen um Entscheidungen zu treffen"[1] ), ist das Parlament Griechenlands, das sich am Syntagma-Platz (griechisch Πλατεία Συντάγματος) in Athen befindet. Das Parlament hat eine Kammer und 300 gewählte Mitglieder.

Es trat erstmals 1846 infolge eines Volksaufstandes zusammen, woraus die erste Verfassung des modernen Griechenlandes hervorging. Vor der Bildung des Athener Parlaments war der Regierungssitz von 1829 bis 1834 in Nafplion, bis er 1834 von König Otto nach Athen verlegt wurde. Das erste Parlamentsgebäude wurde 1929 in der Stadiou-Straße errichtet und beherbergt heute das Nationale Historische Museum Athen.

Inhaltsverzeichnis

Das heutige Parlamentsgebäude

Erste Entwürfe zu einer Residenz stammten von Leo von Klenze. Dessen Schüler Friedrich von Gärtner erhielt schließlich den Auftrag zur Ausführung des Gebäudes. Er übernahm dessen Grundkonzept der rechteckigen Grundform mit zwei Innenhöfen. Einflüsse können auch von einem älteren Entwurf Karl Friedrich Schinkels stammen, der das Schloss zuvor auf der Akropolis geplant hatte. 1836 legte König Otto den Grundstein für das neue Stadtschloss. Das Gebäude zeichnet sich durch eine reduzierte klassizistische Formensprache aus. Das Gebäude wurde bis 1910 als Residenz genutzt, nach einem Brand nutzte die königliche Familie ausschließlich das Schloss Tatoi als Hauptstadtsitz. Nach dem verlorenen Griechisch-Türkischen Krieg, in Griechenland auch als „kleinasiatische Katastrophe“ bezeichnet, diente das Gebäude als Auffanglager. In den 1930er-Jahren wurde es renoviert und als Parlament hergerichtet.

Aufgrund der Enge in der Athener Innenstadt wird gegenwärtig über den Umzug des Parlaments diskutiert. Man erhofft sich durch einen Neubau von Parlamentsgebäude und wichtigen Ministerien am Stadtrand mehr Platz und geringere Kosten (viele Ministerien sind in gemieteten Bürogebäuden im Zentrum untergebracht). Das bisherige Gebäude am Syntagma-Platz soll dann für eine kulturelle Nutzung umgebaut werden.

Der Park

Der Architekt Gärtner hatte einen französischen Garten vorgesehen, doch Königin Amalia, die sich sehr für Gartenkunst und Landwirtschaft interessierte, ließ 1836 von François-Luis Barrauld einen deutschen Landschaftsgarten im Stil der Romantik anlegen. Von 1855 bis 1889 verlieh ihm Friedrich Schmidt den Charakter eines botanischen Gartens mit Pflanzen aus der ganzen Mittelmeerregion. König Ludwig I. von Bayern soll mit einer Schiffsladung von 15.000 Stecklingen dazu beigetragen haben.

Die aufwendige Bewässerung wurde besonders im Trockenjahr 1843 sehr kritisiert, seit 1855 folgt sie dem Verlauf einer antiken Wasserleitung aus dem 6. Jahrhundert v. Chr, die man bei der Anpflanzung gefunden hatte. 1857 wurde ein kleines Botanisches Museum zur Geschichte des Parks errichtet. Seit 1923 ist der Park als Nationalgarten öffentlich zugänglich. Nahe dem Ausgang zur Vasilissis Sofias ist ein großflächiger römischer Mosaikfußboden erhalten.

Im Park befinden sich auch einige Büsten zumeist von griechischen Dichtern, aber auch von Philhellenen wie den Schweizer Bankier Jean Gabriel Eynard. Südwestlich des Parks liegt die Kaserne der Evzonen (Parlamentsgarde), südlich das Zappeion.

Grabmal des unbekannten Soldaten

1928 wurde die Seite zum Syntagma-Platz umgestaltet. Es wurden eine Stützmauer mit zwei Rampen angebaut und das Grabmal des unbekannten Soldaten errichtet. In Anlehnung an den Giebel des Ägina-Tempels entwarfen Phokion Rok (1891–1945) und Constantinos Demetriades (1881–1943) ein Relief mit Kriegerfiguren. Die Inschriften neben den Bronzeschilden nennen die Siege der griechischen Heere seit den Freiheitskriegen und den Anfang von Perikles’ Grabrede an die ersten Gefallenen des Peloponnesischen Krieges.

Fraktionen

Seit den Parlamentswahlen im September 2007 sind wieder fünf statt vier Fraktionen im Griechischen Parlament vertreten:

Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Griechenland

Parlamentswahlen

Parlamentswahlen 2004

Hauptartikel: Parlamentswahlen in Griechenland 2004

Parlamentswahlen in Griechenland am 7. März 2004
Partei Stimmanteil Stimmen Sitze
ND 45,36 % 3.359.058 165
PASOK 40,55 % 3.002.531 117
KKE 5,90 % 436.573 12
SYRIZA 3,26 % 241.539 6

Parlamentswahlen 2007

Hauptartikel: Parlamentswahlen in Griechenland 2007

Parlamentswahlen in Griechenland am 16. September 2007
Partei Stimmanteil Stimmen Sitze
ND 41,84 % 2.995.421 152
PASOK 38,10 % 2.727.652 102
KKE 8,15 % 583.767 22
SYRIZA 5,04 % 361.215 14
LAOS 3,80 % 271.750 10

Minderheitenvertretung im Parlament

Nach einer Reihe amtlicher und halbamtlicher Repressalien gegen die muslimische Minderheit während der 1980er-Jahre bildete diese Anfang der 1990er-Jahre, auch mit aktiver Unterstützung aus der Türkei, Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete im Parlament vertreten, was jedoch durch die Einführung einer 3-%-Hürde unterbunden wurde. Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit.

Einzelnachweise

  1. Übersetzung von βουλεύομαι (altgriechisch- griechisch): http://www.greek-language.gr/greekLang/ancient_greek/tools/lexicon/search.html?lq=%CE%B2%CE%BF%CF%85%CE%BB%CE%B5%CF%8D%CF%89&dq=

Weblinks

37.97527777777823.7369444444447Koordinaten: 37° 58′ 31″ N, 23° 44′ 13″ O


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