Władysław Odon

Władysław Odon
Das herzogliche Siegel Władysław Odons aus dem Jahr 1231
Das Königreich Polen (Seniorat Polen) im 13. Jahrhundert und die polnischen Herzogtümer, darunter der Machtbereich von Herzog Władysław Odon („Wielkopolska“) mit den drei Hauptzentren Posen, Gnesen und Kalisch (Auf der Karte die Territorien von Gnesen und Kalisch zusammengefasst, politische Situation um 1252; Graufarbig gekennzeichnete Gebiete, waren Territorien, die den polnischen Reichsverband bis 1252 verlassen hatten: Im Westen Land Lebus (auf der Karte nur Lubusz) ging an die Mark Brandenburg und bildete die Keimzelle der späteren „Neuen Mark“; im Osten das Kulmer Land (auf der Karte nur Chełmno) an den Deutschordensstaat (auf der Karte Państwo Krzyżackie) und das Land von Drohiczyn an das Fürstentum Halytsch-Wolhynien und im Norden das Herzogtum Pommerellen unter den Samboriden (polnische Karte)

Władysław Odon (polnisch Władysław Odonic(z), lateinisch Ladislaus; * 1190; † 5. Juni 1239) war Herzog von Großpolen in Kalisz 1207–1217/1229–1234, in Posen 1216–1217/1229–1234 und in Gniezno 1229–1239. In den Jahren 1229–1234 Herzog im gesamten Herzogtum Großpolen. Er war der Sohn von Herzog Odon (1141/49–1194) aus seiner Verbindung mit der ruthenischen Prinzessin Wyszesława von Halytsch, Tochter von Jarosław Ośmiomysław (1130–1187), Fürst von Halytsch aus dem Adelsgeschlecht der Rurikiden. Władysław Odon entstammte in seinem Mannesstamm der Dynastie der Piasten.

Leben

Władysław geriet 1206 in Konflikt mit seinem Onkel, Herzog Władysław III. Dünnbein und Seniorherzog von Polen, der das Herzogtum Kalisch aus Großpolen abtrennen, das Władysław Odon zu seinen Erblanden zählte und an Schlesien übergeben wollte. Sein Versuch, seinen Onkel mit Hilfe lokaler Würdenträger und des Erzbischofs von Gnesen Henryk Kietlicz zu stürzen, scheiterte.

In der Folge floh Władysław nach Schlesien an den Hof von Herzog Heinrich I., den Bärtigen und erhielt von ihm das Herzogtum Kalisz 1207 zurück, das er bis 1217 behielt.

1210 traf sich Władysław mit seinen Verwandten, Konrad I., Herzog von Masowien, Leszek I., Herzog von Kleinpolen und Heinrich I., Herzog von Schlesien, in Borzykowa, um eine Allianz mit Erzbischof Henryk Kietlicz gegen die Herrschaft der Herzöge Władysław III. Dünnbein und Mieszko I., den Schlenkerbein zu bilden, außerdem bestätigten sie der polnischen Kirche ihre Privilegien, die ihr 1180 im ersten polnischen Reichstag zu Łęczyca, gewährt worden waren.

1217 überwarf er sich erneut mit Władysław III. Dünnbein, der zuvor seine ehemaligen Feinde, die Herzöge Heinrich I. und Leszek I. auf seine Seite zog. Władysław Dünnbein stürzte im anschließenden Machtkampf seinen Neffen vom großpolnischen Herzogsthron und zwang ihn zur Flucht nach Ungarn an den Hof von König Andreas II.. Nach Umwegen über die deutschen und böhmischen Lande ging er nach Pommerellen, an den Hof von Herzog Swantopolk II., dessen Gunst er gewann. Durch pommerellischen Militärbeistand gewann er bis 1229 den größten Teil Großpolens zurück.

Im Bündnis mit Herzog Swantopolk II. überfiel er 1227 die in Gąsawa zu einem Wiec versammelten polnischen Herzöge. Dabei kam Herzog Leszek I. ums Leben, während Herzog Heinrich I. schwer verwundet wurde.

1231 ging Heinrich I. im Bund mit Władysław Dünnbein, ohne dauerhaften Erfolg, zur Offensive gegen Großpolen über.

1233 gewährte Władysław Odon dem Bistum Posen Privilegien, was zum Aufstand des lokalen Adels führte. Herzog Heinrich I. nutzte das Machtvakuum aus und eignete sich bis 1239, dem Todesjahr Herzogs Władysław Odon, große Teile Großpolens an.

Władysław Odon fand seine letzte Ruhe in der Kathedrale von Posen.

Ehe und Nachkommen

Aus der Ehe mit Jadwiga († 1249) gingen mehrere Söhne und Töchter hervor:

  • Przemysław (1220/21–1257), Herzog von Großpolen in Posen;
  • Bolesław (1224/27–1279), Herzog von Großpolen;
  • Salomea (1225/35–1267/71), durch Heirat mit Herzog Konrad II., Herzogin von Schlesien in Glogau.
  • Eufemia (vor 1239–1287), durch Heirat mit Herzog Władysław von Oppeln (1225–1281/82), Herzogin von Schlesien in Oppeln;

Links und Literatur


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