Zykladen

Zykladen
Präfektur Kykladen
Νομός Κυκλάδων
Lage der Präfektur Kykladen innerhalb Griechenlands
Basisdaten
Staat: Griechenland
Verwaltungsregion: Südliche Ägäis
Fläche: 2.572 km²
Einwohner: 112.615 (2001 [1])
Bevölkerungsdichte: 43,78 Einwohner je km²


Hauptstadt: Ermoupoli
Stadtgemeinden (δήμοι): 20
Landgemeinden (κοινότητες): 11
ISO 3166-2 Code: GR-82
NUTS-3-Code: GR422
Kfz-Kennzeichen: EM (Ermoupoli)
Website: www.ncyclades.gr
Karte der Kykladen

Die Inselgruppe der Kykladen (Κυκλάδες) im Ägäischen Meer bildet eine der beiden Präfekturen der griechischen Verwaltungsregion (Periferia) „Südliche Ägäis“. In der Antike wurden die Inseln als Kreis um das heilige Eiland Delos betrachtet, was zur Bezeichnung Kykladen („Ringinseln“) führte, während man die außerhalb dieses Kreises gelegenen Inseln Sporaden („zerstreute Inseln“) nannte. Die Kykladen sind eines der beliebtesten touristischen Reiseziele in Griechenland. Verwaltungssitz sowohl der Präfektur als auch der Periferia ist die Stadt Ermoupoli auf der Insel Syros.

Inhaltsverzeichnis

Geografie und Geologie

Die antiken Autoren fassen Anzahl und Umfang der Inseln unterschiedlich. Strabon (Geographie 10. p. 485) zählt zwölf Inseln auf: Keos, Kythnos, Seriphos, Mēlos, Siphnos, Kimolos, Paros, Naxos, Syros, Mykonos, Tēnos und Andros. Artemidoros und ihm später folgend Plinius erhöhten diese Zahl auf fünfzehn (mit Prepesinthos (Despotiko), Ōliaros (Andiparos) und Kyaros (Gyaros)). Die Auflistung des Pseudo-Skylax unterscheidet sich von anderen in der Aufzählung einer nördlichen und einer südlichen Gruppe. Mit Keos, Helena (Makronisos), Kythnos, Seriphos, Siphnos, Paros, Naxos, Dēlos, Rhēnē (Rinia), Syros, Mykonos, Tēnos und Andros in der nördlichen und Mēlos, Kimolos, Ōliaros, Sikinos, Thēra (Santorin), Anaphē und Astypalaia in der südlichen Gruppe umfasst seine Definition die meisten Inseln der heutigen Präfektur und zusätzlich Astypalea, das heute zum Dodekanes gerechnet wird. Die meisten antiken Autoren jedoch folgten grundsätzlich der Zuordnung Strabos, wobei gelegentlich Rhēnē statt Mēlos genannt wurde. [2]

Die Inseln der Kykladen bestehen meist aus Gneis und Glimmerschiefer, mitunter auch aus Granit und vulkanischem Gestein. Wegen ihrer Fruchtbarkeit und ihres lieblichen Klimas nannte sie das Altertum die "Perlen von Hellas". Heute sind viele der Inseln jedoch ohne Baumvegetation, darum auch wasserarm, kahl und verbrannt. Dennoch liefern sie noch immer Wein, Öl, Baumwolle, Seide, Südfrüchte, Honig etc. Die Hitze des Sommers wird durch die Seewinde (Meltemi) vermindert.

Geschichte

Steinzeit

Im Bereich der Kykladen gibt es als ältesten und wichtigsten steinzeitlichen Fundort die kleine Insel Saliagos zwischen Paros und Antiparos. Beziehungen zur nachfolgenden Kykladenkultur bestehen nach derzeitigem Kenntnisstand nicht.

Bronzezeit

Archäologische Funde weisen die sogenannte Kykladenkultur von ca. 3000 bis 1100 v. Chr. nach. Siehe Hauptartikel: Kykladenkultur

Antike

Die Insel Delos war in der Antike eine der bedeutendsten Kultstätten Griechenlands. Daher entstand auch der Name Kykladen, was so viel bedeutet wie Ringinseln. Den Mittelpunkt bildet ebendieses Delos. Die weiter entfernten Inseln wurden dementsprechend Sporaden genannt, was man mit "die Zerstreuten" übersetzen kann. Die Kykladen wurden auch durch den mitrhidatischen Krieg berührt. Dort wurden sie teilweise von Mithridates erobert und infolgedessen unter römisches Protektorat gestellt. Schon in dieser Zeit verloren die Kykladen an Geltung, die sie wegen des Klimas und der Fruchtbarkeit erreicht hatten.

Dunkle Jahrhunderte

Wie auch ganz Griechenland sind die Kykladen von dem Phänomen der Dunklen Jahrhunderte betroffen. Aus der Zeit zwischen der Bronzezeit und der antiken Hochkultur sowie im Mittelalter ist aufgrund von fehlenden Schriften und archäologischen Funden nur weniges oder sogar nichts überliefert.

Erschließung für den Tourismus

In den Jahren zwischen den Weltkriegen wurde begonnen, die Kykladen touristisch zu nutzen. Seitdem wuchs der Tourismus zum wichtigsten Wirtschaftszweig auf den Kykladen. Trotzdem hat jede Insel eine besondere Spezialität: Mykonos beispielsweise zieht seine Touristen eher mit den Stränden und vielen Clubs an. Insel wie Delos bieten dagegen ein kulturell orientiertes Angebot aus der bronzezeitlichen und antiken Kultur. Bekannt sind die Inseln auch für ihre Windmühlen.

Die wichtigsten Inseln

Gemeinden

Siehe Liste der Gemeinden der Kykladen

Verkehr

Haupttransportmittel in den Kykladen sind die vielen Fährenverbindungen. Von Piräus und Rafina sind die Inseln vom Festland her zu erreichen. Die Westkykladen werden zudem von Lavrio angelaufen. Knotenpunkte auf den Inseln sind Mykonos, Naxos, Paros und Santorin, von denen aus man meist alle kleineren Inseln ansteuern kann. Je nach Größe sind die Inseln meist täglich, manchmal jedoch auch nur einmal pro Woche erreichbar. Von Santorin und Mykonos, sowie mit Regionalverkehrsflugzeugen von Milos, Naxos, Paros, Syros und Astypalea bestehen Flugverbindungen hauptsächlich nach Athen. Die beiden erstgenannten Flughäfen verfügen aber auch über einige regelmäßige Auslandsverbindungen (fast ausschliesslich Charterverkehr und nur im Sommerhalbjahr).

Literatur

Eftychia Stavrianopoulou: Gruppenbild mit Dame. Untersuchungen zur rechtlichen und sozialen Stellung der Frau auf den Kykladen im Hellenismus und in der römischen Kaiserzeit (HABES Band 42) . Steiner Verlag, Stuttgart 2006


Siehe auch


Einzelnachweise

  1. Volkszählung 2001, Quelle: Nationaler Statistischer Dienst Griechenlands (ΕΣΥΕ), (PDF 875 KB)
  2. William Smith: Dictionary of Greek and Roman Geography, illustrated by numerous engravings on wood, London (Walton and Maberly) 1854 (online)

37.0525.4666666666677Koordinaten: 37° 3′ N, 25° 28′ O


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