河童

河童
Kappa am Ufer
Kappa, Teil einer Darstellung von Hokusai
Schild in Ōsaka, das Kinder vor einem Kanal warnt, u. a. mit der Darstellung eines Kappa

Kappa (jap. 河童) bezeichnet ein Fabelwesen aus der japanischen Mythologie, das in Seen, Flüssen und Teichen Japans zu Hause ist und zur Kategorie der Yōkai (Monster und Kobolde) gezählt wird.

Ein Kappa ist ein grünhäutiges, froschähnliches Wesen mit Schwimmhäuten zwischen Fingern und Zehen. Es ist ungefähr 130 cm groß und transportiert in einer Delle auf dem Kopf Wasser oder eine wasserähnliche Flüssigkeit, aus der es seine magischen Kräfte bezieht. Ein Kappa verbringt sein ganzes Leben im selben Gewässer und zeigt in der Regel ein großes Verantwortungsbewusstsein und Pflichtgefühl gegenüber den untergeordneten Bewohnern seines Reiches, wie Fischen und Pflanzen.

Kappa werden zumeist als launische oder dem Menschen feindlich gesinnte Geschöpfe beschrieben, die gerne Streiche spielen und Zwietracht säen. In einigen Erzählungen ziehen sie sogar Menschen, die sich ihrem Gewässer unvorsichtig nähern oder darin schwimmen, unter Wasser, ertränken sie und saugen ihnen Blut und Eingeweide durch den Anus aus. Kappa sind jedoch nicht besonders schlau: Verbeugt man sich an Land vor einem Kappa, so ist dieser aus Höflichkeit gezwungen, dies auch zu tun, und verschüttet dadurch die Zauberkraft schenkende Flüssigkeit von seinem Kopf, weshalb er sofort in sein Gewässer zurückkehren muss. Es sind allerdings auch Geschichten von gutmütigen oder großzügigen Kappa überliefert, die gute und tüchtige Menschen mit magischen Geschenken belohnen.

Kappa werden auch heute noch vor allem von der ländlichen Bevölkerung als Schutzgeister verehrt, viele Dörfer widmen ihnen eigene Feste und Zeremonien. Aufgrund ihres zwiespältigen Charakters versucht man sie durch Opfergaben in Form ihrer Leibspeise, der Gurke, zu besänftigen. Wenn Japaner solche in ein von Kappa bewohntes Gewässer werfen, nachdem sie ihren Familiennamen in die Schale eingeritzt haben, versprechen sie sich dadurch Schutz vor ihren Attacken. Dieser Brauch ist vor allem unter Süßwasserfischern üblich, da deren Eingriffe in das vom Kappa bewachte Ökosystem eine Basis für eine Antipathie darstellen. In den japanischen Medien werden Kappa, oft in stark verniedlichter Form, als Sympathieträger vor allem für Kinderartikel eingesetzt.

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