Business Object

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Geschäftsobjekt (engl. Business Object) ist ein Begriff aus der objektorientierten Softwareentwicklung. Geschäftsobjekte werden benutzt, um Objekte der geschäftlichen Welt innerhalb von Informationssystemen zu repräsentieren. Geschäftsobjekte enthalten nicht nur Daten (s. u. Abgrenzung zu Entitäten), sondern auch Verarbeitungslogik.

Inhaltsverzeichnis

Beispiel

Beispiele für Geschäftsobjekte sind die Kunden, Produkte und Bestellungen eines Auftragssystems. Wenn das Auftragssystem z. B. 1.000 Kunden, 2.000 Produkte und 3.000 Aufträge verwaltet, dann enthält es insgesamt 6.000 Geschäftsobjekte. Ein Beispiel für die Verarbeitungslogik von Geschäftsobjekten finden Sie unten unter Objects in Action.

Aufgabe

Geschäftsobjekte bilden den Brückenschlag zwischen

  1. den realen oder gedachten Objekten aus der Vorstellungswelt von Anwendern des Software-Systems und
  2. den Objekten des Informationssystems.

Vorteile

Wenn man ein Informationssystem entlang der Strukturen der von ihm verwalteten Geschäftsobjekte aufbaut, ist es für Anwender und Software-Entwickler leichter zu verstehen. Auf Grund der hohen Übereinstimmung zwischen der empfundenen Wirklichkeit und der Struktur der Software nehmen Anwender ein solches Systeme als „einfach“ wahr und Software-Entwickler finden sich bei seiner Entwicklung und Wartung schneller zurecht. Deshalb unterlaufen weniger Fehler, es gibt weniger Missverständnisse und durch die schnellere Entwicklung sinken auch die Kosten.

Implementierung

In objektorientierten Programmiersprachen werden Geschäftsobjekte direkt als Objektklassen der Programmiersprache implementiert. In älteren, nicht-objektorientierten Programmiersprachen wie z. B. COBOL oder C kann man Geschäftsobjekte nur indirekt, z. B. mit Hilfe des CORBA-Standards der OMG implementieren.

Im Gegensatz zu Geschäftsobjekten repräsentieren technische Objekte die anderen bzw. die restlichen Objekte von Informationssytemen. Technische Objekte sind z. B. die Fenster, Steuerelemente und Datenbank-Tabellen, die man zum Anzeigen und Speichern von Geschäftsobjekten braucht.

Vorgehensweise

Software-Entwickler sollten sich zuerst darum kümmern, die Geschäftsobjekte ihrer Systeme richtig zu beschreiben. Dies tun sie, indem sie ein Objektmodell erstellen. Ein Objektmodell erfüllt dieselbe Aufgabe wie eine technische Zeichnung für z. B. eine Maschine oder ein Haus.

Erst, wenn das Objektmodell richtig ist, sollten Software-Entwickler das Software-System fertigstellen, indem sie es um die technischen Objekte ergänzen.

Verallgemeinerung

Eine Verallgemeinerung des Begriffs „Geschäftsobjekt“ sind Domänen-Objekte. Das Wort „Domäne“ bezeichnet hierbei das Anwendungsgebiet des Software-Systems, z. B. die Steuerung einer Waschmaschine. In diesem Beispiel wäre es unpassend, den Motor, die Temperaturfühler und die anderen für die Software wichtigen Bestandteile der Waschmaschine als „Geschäftsobjekte“ zu bezeichnen.

Abgrenzung zu Entitäten

Geschäftsobjekte sind eine ca. 1994 entstandene Weiterentwicklung von Entitäten. Sie unterscheiden sich von letzteren dadurch, dass sie nicht auf die Datenbank beschränkt sind, sondern auch Verarbeitungslogik (Methoden) enthalten. Häufig wird es als vorteilhaft gesehen, die gesamte Verarbeitungslogik von IT-Systemen den Geschäftsobjekten unterzuordnen.

Objects in Action

  • Situation: Ein Auftrag mit 2 Artikelzeilen. In der 1. Artikelzeile stehen 5 Computer-Monitore und in der zweiten 10 Computer. Ein Monitor kostet 100 EUR und ein Computer 500 EUR. Diese Situation enthält 5 Geschäftsobjekte: Einen Auftrag sowie je 2 Auftragszeilen und Artikel.
  • Aktion: Der Auftrag wird nach seinem Auftragswert gefragt.
  • Erwartetes Ergebnis: 5.500 EUR.
  • Erwarteter Ablauf:
    • Der Auftrag fragt die 1. Zeile: wie hoch ist Dein Zeilenpreis?
    • Die 1. Zeile fragt den Artikel „Monitor“: wie hoch ist Dein Preis?
    • Der Monitor antwortet: 100 EUR
    • Die 1. Zeile berechnet (Menge mal Preis) ihren Preis: 5 Monitore à 100 EUR = 500 EUR
    • Diesen Zeilenpreis (500 EUR) gibt sie an den Auftrag zurück.
    • Der Auftrag fragt die 2. Zeile, die ihren Zeilenpreis auf dieselbe Weise berechnet wie die 1. Zeile
    • Die 2. Zeile gibt ihren Zeilenpreis von (10 Computer à 500 EUR =) 5.000 EUR zurück
    • Der Auftrag addiert die beiden Zeilenpreise und gibt die Summe (500 plus 5.000 =) 5.500 EUR zurück

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