- Charles Blé Goudé
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Charles Blé Goudé (alias: Général; Génie de kpo; Gbapé Zadi;[1] * 1. Januar 1972 in Niagbrahio, Elfenbeinküste) ist ein ivorischer Politiker, Chef der ausländerfeindlichen Jugendorganisation "Junge Patrioten" und Jugendminister der international nicht anerkannten Regierung Laurent Gbagbos. Er ist ein aggressiver Vertreter des Concept d’Ivoirité, nach dem ein großer Teil der Bevölkerung insbesondere der nördlichen Elfenbeinküste kein Anrecht auf die Staatsbürgerschaft des Landes hat.
Leben und politische Entwicklung
Goudé studierte Englisch an der Université de Cocody in Abidjan, wo er Führer der Jugendorganisation Fédération estudiantine et scolaire de Côte d'Ivoire (FESCI) wurde, die mit der von Laurent Gbagbo gegründeten Partei Front Populaire Ivoirien verbunden ist. Unter seiner Führung wandelte sich der Intellektuellen-Verband in eine Schlägertruppe, die von ihren Gegnern in Anlehnung an die Faschisten als "Fescisten" beschimpft wird. [2]. Ein weiteres Studium an der University of Manchester zu Konfliktlösungsstrategien brach er 2002 ab, als in seiner Heimat ein Putschversuch gegen den damaligen Präsidenten Gbagbo unternommen wurde. Er kehrte in die Elfenbeinküste zurück und gründete eine Jugendorganisation zur Unterstützung Gbagbos mit Namen Alliance des jeunes patriotes pour le sursaut national, kurz die "Jungen Patrioten" genannt. Seine Organisation entwickelte er zu einer bewaffneten Miliz, die für Gewalttätigkeiten und Plünderungen berüchtigt wurde. 2004 äußerte Goudé in einem Interview Sympathien für Hitler und Mussolini. Während des Bürgerkriegs in der Elfenbeinküste von 2002 bis 2006 organisierte er Aktionen für den Abzug der französischen Truppen aus dem Land und den Kampf gegen die Rebellen in der nördlichen Elfenbeinküste.
Im Zuge der Regierungskrise 2010/2011 war er Minister für Jugend, berufliche Bildung und Beschäftigung in der Regierung Aké N'Gbo. Er war als Anführer der Jeunes Patriotes am 29. Oktober von internationalen Sanktionen betroffen. So durfte er nicht in die EU einreisen und seine Gelder wurden eingefroren. Die Vorwürfe waren:[1]
- wiederholte öffentliche Aufrufe zu Gewalt gegen Einrichtungen und Personal der Vereinten Nationen und gegen Ausländer
- Anführung und Ausübung von Gewaltakten von Straßenmilizen, unter anderem von Prügeleien, Vergewaltigungen und außergerichtlichen Hinrichtungen
- Versuch der Einschüchterung der Vereinten Nationen, der Internationalen Arbeitsgruppe, der politischen Opposition und der unabhängigen Presse
- Sabotage internationaler Radiosender
- Behinderung der Arbeit der Internationalen Arbeitsgruppe, der Operation der Vereinten Nationen in Côte d’Ivoire (UNOCI), der französischen Streitkräfte und des Friedensprozesses nach der Resolution 1643.
Weblinks
Quellen
- ↑ a b Durchführungsbeschluss 2011/261/GASP des Rates. In: EU-Amtsblatt. 29. November 2010, abgerufen am 2. Mai 2011 (deutsch).
- ↑ Artikel "Gbagbos Scharfmacher, taz vom 21. Dezember 2010, s. auch hier, entnommen 25. Dezember 2010
Präsident: Laurent Gbagbo | Premierminister: Gilbert Marie N'gbo Aké
Minister:
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