Gunther Bastert

Gunther Bastert

Gunther Bastert (* 23. Juni 1939) ist ein deutscher Frauenarzt, Geburtshelfer und Onkologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Gunther Bastert studierte Medizin an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. 1969 wurde er dort mit der Dissertation „Zur Klinik der Mononucleosis infektiosa“ promoviert. 1976 wurde er ebenfalls in Frankfurt mit der Schrift „Heterotransplantation menschlicher Tumoren, vorzugsweise Mammakarzinome, auf thymusaplastische nu-nu-Mäuse“ habilitiert. Die Arbeit wurde 1977 als beste Frankfurter Habilitationsschrift des Jahres ausgezeichnet.

1984 wechselte Baster von Frankfurt an das Universitätsklinikum des Saarlandes Homburg, wo er an der Universität des Saarlandes zum Professor berufen wurde und bis 1987 als Direktor der Universitätsfrauenklinik tätig war.

1987 nahm Bastert eine Berufung auf den Lehrstuhl an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg als Nachfolger von Fred Kubli (1930–1987) an. Er leitete die Klinik bis 2004. Zu seinem Nachfolger wurde Christof Sohn (* 1961) berufen.

Bastert übernahm 2005 mit 65 Jahren die Leitung der Onkologischen Klinik Bad Trissl in Oberaudorf als Nachfolger von Serban-Dan Costa (* 1955), der für den emeritierten Wolfgang Weise an die Universitätsfrauenklinik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg berufen worden war.

Am 2. September 2009 ging Gunther Bastert in den Ruhestand.

Bastert hat sich in der Onkologie, insbesondere der Behandlung des Brustkrebses, besondere Verdienste erworben und war Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Mitgliedschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Vorstandsmitglied 1980-1984)
  • Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (Mitglied des Vorstandes ab 1980, zeitweise Vorsitzender)
  • Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie
  • Deutsche Krebsgesellschaft (Mitglied des Vorstandes ab 1988)
  • Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe von Guinea (Westafrika) (korrespondierendes Mitglied)
  • Internationale Gesellschaft für Hysteroskopie
  • Deutsche Laser-Gesellschaft
  • Deutsche Gesellschaft für Perinatologie
  • Deutsch-Spanische Gesellschaft für Gynäkologie

Auszeichnungen

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe verleiht den Gunther-Bastert-Preis für innovative Leistungen auf dem Gebiet der gynäkologischen Onkologie. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis wird gesponsert von Novartis Oncology.

Schriften (Auswahl)

  • Gunther Bastert: Zur Klinik der Mononucleosis infektiosa: Untersuchungen über 238 Fälle aus den Jahren 1954-1966., Dissertation, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 1969
  • Gunther Bastert: Heterotransplantation menschlicher Tumoren, vorzugsweise Mammakarzinome, auf thymusaplastische nu-nu-Mäuse: ein wissenschaftliches und klinisches Testmodell. Habilitationsschrift, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main 1976
  • Heinrich Schmidt-Matthiesen, Gunther Bastert: Gynäkologische Onkologie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge der bösartigen Genitaltumoren und des Mammakarzinoms. Schattauer Verlag, Stuttgart 1982, ISBN 3794508491
  • Gunther Bastert: Malignome der Brust. In: Karl Heinrich Wulf, Heinrich Schmidt-Matthiesen: Klinik der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. (begr. von Horst Schwalm und Gustav Döderlein). Urban und Fischer Verlag, München
  • Gunther Bastert, D Wallwiener, D Pollmann, S Rimbach: Lasers in gynecology: possibilities and limitations. Springer-Verlag, 1992, ISBN 3540534091
  • Gunther Bastert: Immuntherapie in der gynäkologischen Onkologie: Realität oder Fiktion. Springer-Verlag, 1994, ISBN 354057722X
  • Gunther Bastert: Entwicklungen in Gynäkologie und Geburtshilfe: Fred Kubli zum Gedächtnis. Springer-Verlag, 1991, ISBN 3540538895
  • Gunther Bastert: Nachruf Heinrich Schmidt-Matthiesen (1923—2006). Newsletter 3/2006 der Deutschen Gesellschaft für Senologie, der Österreichischen Gesellschaft für Senologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie, VI-VII, online (PDF-Dokument; 253 kB)
  • Gunther Bastert: Nachruf auf Professor Heinrich Schmidt-Matthiesen. Frauenarzt 47 (2006), 656-7

Literatur

  • Hans Ludwig, Walter Jonat: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe – Vom Programm zur Botschaft. A short history (1886–2008) of the German Society of Gynecology and Obstetrics reviewing its 57 congresses. 2. Auflage 2008. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, ISBN 3-00-009676-0

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