Hälsingehof

Hälsingehof
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Hälsingehöfe sind Kulturerbe und ein Beispiel für schwedische Bautradition in Hälsinglands alter Bauerngesellschaft.

Ein Hälsingehof ist ein Hof oder ein ehemaliger Hof in Hälsingland mit bewahrten kulturhistorischen Werten. Die stolzen Hauptgebäude sind zum Symbol für den Begriff geworden, es ist jedoch der ganze Hof als Produktionseinheit, mit Wirtschaftsgebäuden und Ländereien, der einen Hälsingehof ausmacht. Die Hälsingehöfe spiegeln die Bautradition des Landes, völlig auf Holz basiert, und sind Ausdruck für volkstümliche Baukunst, d.h. das Bauen der Bauern so wie es sich laut den gegebenen Voraussetzungen entwickelt hat. Es ist schwer ein generelles Bild von den Hälsingehöfen zu geben, da sie alle verschieden aussehen beruhend von ihrer Lage in der Landschaft und unter welcher Periode sie aufgeführt wurden.

Das Bemerkenswerte der Helsingehöfe ist u.a. der Wille, etwas Großes zu bauen. Nirgendwo in der Welt gibt es eine solche Konzentration von Höfen mit großen Gebäuden wie in Hälsingland. Auf den Höfen gibt es große und reichlich verzierte Wohnhäuser, oft zwei oder drei, manchmal als Generationswohnungen oder als Gesindestuben und Festräume benutzt. Die Wohnhäuser wurden oft zweistöckig aufgeführt, aber es gibt auch welche, die als einstöckige Paarhäuschen gebaut wurden. Die wohlgebauten Wohnhäuser, oft reichlich dekorierte mit profiliertem Dachfuß, geschnitztem oder profilgesägtem Fensterfutter und kunstvoll ausgeführten Hauseingängen, repräsentieren hauptsächlich den Stil des 18. Jahrhunderts. Es gibt aber auch veraltete Höfe mit niedrigen, unangestrichen Gebäuden, im Viereck um einen Hofraum aufgeführt, und Häuser von der Jahrhundertwende mit reicher Holzverzierung und großen Veranden versehen.

Viele Gemeinden hatten ihre eigene Bauart, und die verschiedenen Merkmale kamen am meisten bei den markanten Hauseingängen zum Ausdruck, vor allem bei den wohlbekannten Austritten. In gewissen Gemeinden, vor allem in den Küstengemeinden, fehlten die Vortreppen völlig, anstatt dessen hatte man kostspieligere Treppen und Türfutter.

Die Hälsingehöfe haben oft wohlbewahrte Interieure mit Wandgemälden, Schablonegemälden und Tapeten an ihrem ursprünglichen Platz. Da kann man biblische Motive übersetzt ins Hälsingemilieu sehen, wie auch lustige Erzählungen und drohenden Aufforderungen gemischt mit den Kurbitsmalereien mit Blumen und Bändern von den wandernden Dalamalern, teure, importierte Tapeten wurden mit volkstümlicher Schablonenmalerei zu etwas ganz eigenem vermischt, während Schablonenmalerei an anderen Stellen frei über Wände, Decke und Mauern schwebte. Die Menge von wohlbewahrten Interieuren an ihrem ursprünglichen Platz ist einmalig in der Welt.

Zu den Höfen gehörten auch eine große Menge Wirtschaftsgebäude, frei außerhalb des Hofraums platziert. Jedes Gebäude hatte seine eigene Funktion. Scheunen für das Dreschen, Vorratskammern für die Verwahrung von Lebensmittel, Scheunen, Schmieden, Waschhäuser, Trockenhäuser für Getreide und andere Lebensmittel, Pferde- und Kuhställe geben alle ein Bild für das altertümliche System mit vielen Gebäuden, welches am Ende des 18. Jahrhunderts von großen multifunktionellen Wiertschaftsgebäuden mit vielen Funktionen unterm selben Dach ersetzt wurden.

Die Höfe haben oft eine starke Verbindung mit anderer Bebauung z.B. mit außerhalb liegenden Häfen, Mühlen, wassergetriebenen Werken und Sennhütten, die insgesamt ein Bild über die bäuerliche Kultur der Hälsingehäfe geben. Die Höfe sind auch in altertümlichen Dorfstrukturen eingeteilt, Strukturen mit Wurzeln in vorhistorischer Zeit, die nur teilweise bei der Teilung im 18. Jahrhundert geändert wurden.

Heute gibt es rund 1000 Hälsingehöfe mit kulturhistorischem Wert in dem Landesteil. Einige von ihnen sind für das UNESCO-Kulturerbe nominiert.

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