Adalgisa Magno Guterres

Adalgisa Magno Guterres

Adaljíza Albertina Xavier Reis Magno (* 7. Januar 1975 in Baguia) ist eine osttimoresische Politikerin. Sie ist Mitglied der FRETILIN und war in der Übergangsregierung unter Premierminister Estanislau da Silva 2007 die geschäftsführende Außenministerin Osttimors.

Zur Person

Adaljiza Magno wurde als Tochter von Ana Xavier G. Magno und Alberto dos Reis Magno geboren. Seit Oktober 2003 ist Adaljiza Magno mit Rosantino Amado Hei dos Anjos verheiratet. Sie haben eine gemeinsame Tochter, Rosejiza Nabilan Magno Hei.

Magno hat verschiedene Artikel zu den Themen Recht, Frauen und Wirtschaft veröffentlicht. Sie spricht fließend Makasae, Tetum, Portugiesisch, Bahasa Indonesia und Englisch.

Leben

Elf Monate nach der Geburt Magnos begann Indonesien mit der Besetzung von Osttimor. Magnos Familie floh zum Berg Matebian, einem Zentrum des FRETILIN-Widerstands gegen die Invasoren. Die Familie lebte vier Jahre auf der Flucht, bevor sie 1979 nach Baguia zurückkehrte. 1980 ergab sie sich der indonesischen Armee, da sie drohte zu Verhungern.

Magno besuchte die Grundschule von 1982 bis 1987, die Vor-Sekundärschule von 1987 bis 1990 und die Sekundärschule von 1990 bis 1993 in Dili. An der Sebelas Maret Nationaluniversität in Surakarta/Indonesien graduierte sie mit einem Abschluss in Wirtschaft.

Vor ihrer Wahl 2001 in die Konstituierende Versammlung aus der später das Nationalparlament wurde, war Magno eine Frauenaktivistin und seit ihrem Studium in Indonesien in der Studentenbewegung aktiv, die für eine Unabhängigkeit Osttimors arbeitete. In Surakarta war sie von 1993 bis 1998 Mitglied der Organisation der Katholischen Studenten der Republik Indonesien PMKRI und schloss sich 1998 dem SAHE Studienclub in Jakarta an. Zur selben Zeit gründete sie mit Freunden ein Kommunikationsforum für osttimoresische Frauen (FORELSAN) in Yogyakarta.

Für das Referendum zur Unabhängigkeit Osttimors von Indonesien 1999 kehrte Magno in ihre Heimat zurück. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses, das sich für die Unabhängigkeit aussprach, kam es zu massiven Angriffen von pro-indonesischen Milizen auf die Bevölkerung. Magno und ihre Familie floh, wie viele andere Einwohner nach Kupang in Westtimor. Als auch hier Milizen die Flüchtlinge attackierten, floh die Familie weiter nach Bali und kehrte erst nach Eintreffen der internationalen Eingreiftruppe INTERFET im Oktober 1999 nach Osttimor zurück.

Magno war 1999 eine Mitgründerin des Sahe Institute for Liberation SIL, einer Nichtregierungsorganisation, die sich für die Bildung der Bevölkerung einsetzt, und bis 2001 für SIL tätig. Von November 1999 bis Juni 2000 arbeitete Magno außerdem für die Menschenrechtsbewegung HAK als Koordinatorin für Fragen der Volksbildung und für das kommunikationsforum für osttimoresische Frauen FOKUPERS.

2000 vertrat Magno die Gewerkschaftskonföderation Osttimor bei der 88. Konferenz der Internationale Arbeitsorganisation ILO in Genf. Im selben Jahr nahm sie bei einer Rednertournee von der Nichtregierungsorganisation East Timor and Indonesia Action Network teil, die sie durch 22 Staaten der USA führte. Zudem unterrichtete Magno an der Nationaluniversität von Timor-Leste zum Thema Menschenrechte.

Magno wurde 2001 zum Mitglied des Organisationskomitees zum Aufbau des Osttimor Frauennetzwerks ernannt. Für den UNFPA diente sie von Juni bis August 2001 als Ansprechpartner zum Thema „Häusliche Gewalt“ in Osttimor.

Politische Karriere

2003 nahm Magno für die FRETILIN an einem Austauschprogramm mit der Volksrepublik China teil, das seine Schwerpunkte in Politik, Kultur, Wirtschaft und Geschichte hatte.

Von 2001 bis 2007 war Adaljiza Magno Mitglied des Nationalparlaments Osttimors und mit ihren damals 26 Jahren die jüngste Abgeordnete. Außerdem wurde Magno zur Sekretärin des Parlamentsauschusses für Wirtschaft und Finanzen ernannt.

Von Juli 2005 bis 2007 war Magno die Vize-Außenministerin in den Regierungen Alkatiri und Ramos-Horta. Hier war sie das jüngste Regierungsmitglied. Nach dem Rücktritt von Ramos-Horta, wurde Magno von dessen Nachfolger Estanislau da Silva am 19. Mai 2007 zur geschäftsführenden Außenministerin der Übergangsregierung ernannt, die bis zum Antritt der neuen Regierung nach den Parlamentswahlen vom 30. Juni 2007 am 8. August im Amt blieb. Bei den Wahlen stand Magno nur auf Platz 60 der FRETILIN und hatte damit praktisch keine Chance einen der 65 Sitze im neuen Parlament zu erhalten.

2002 bis 2006 war Magno wieder für HAK und 2004 bis 2007 für FOKUPERS aktiv. Außerdem vertrat sie 2007 die zivilen Organisationen auf dem dritten Osttimorspendertreffen in Canberra.


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