Dermacentor reticulatus

Dermacentor reticulatus
Auwaldzecke
Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) (Männchen)

Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) (Männchen)

Systematik
Ordnung: Milben (Acarii)
Unterordnung: Parasitiformes
Überfamilie: Zecken (Ixodida od. Metastigmata)
Familie: Schildzecken (Ixodidae)
Gattung: Buntzecken (Dermacentor)
Art: Auwaldzecke
Wissenschaftlicher Name
Dermacentor reticulatus
(Fabricius, 1794)

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist ein Vertreter der Gattung der Buntzecken. Sie hat vor allem als Überträger von Babesia canis canis, dem Erreger der Babesiose der Hunde („Hundemalaria“) eine größere Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Morphologie

Das Zeckenweibchen ist nüchtern etwa fünf, vollgesogen bis zu 16 Millimeter groß und damit größer als der Holzbock. Die Männchen sind etwas kleiner als die weiblichen Zecken. Das Rückenschild bedeckt bei Männchen den ganzen Körper, bei Weibchen nur das vordere Körperdrittel. Es ist weißlich marmoriert. Der Außenrand ist rotorange.

Synonyme

  • Acarus reticulatus Fabricius, 1794[1]
  • Dermacentor ferrugineus Koch, 1844[1]
  • Ixodes holsatus Kolenati, 1857[1]
  • Ixodes marmoratus Mégnin, 1880[1]
  • Dermacentor pardalinus Koch, 1844[1]
  • Ixodes pictus Gervais, 1844[1]

Entwicklungszyklus

Die Auwaldzecke zeigt einen dreimaligen Wirtswechsel. Ein kompletter Entwicklungszyklus dauert etwa 1–1,5 Jahre.

Als Endwirte der Auwaldzecke spielen Haustiere wie Hunde und Pferde, aber auch Rinder und Schafe, Wildschweine, Rehe und Füchse eine Rolle. Die Paarung der adulten Zecken findet auf dem Wirt statt, wobei die Weibchen eine 8-tägige Blutmahlzeit einnehmen müssen und die Kopulation innerhalb der ersten 3 Tage stattfínden muss.

Die Weibchen legen nach der Blutmahlzeit im Frühjahr etwa 3000–5000 Eier ab. Die daraus schlüpfenden Larven und nach Häutung daraus entstehenden Nymphen saugen während des Sommers jeweils an Kleinsäugern (Nagetiere, Insektenfresser, Kaninchen). In trockenen Biotopen legen die Nymphen im Mai bis August eine Ruhepause ein, die sie in feuchten Erdschichten verbringen. In Feuchtgebieten bleiben sie den ganzen Sommer aktiv. Der folgende Winter wird in einer Art Kältestarre unter Laub und Moos verbracht, wobei in milden Wintern eine Aktivität bis in den Januar hinein beobachtet wurde. Mit der Häuting zur adulten Zecke im darauffolgenden Frühjahr ist der Entwicklungszyklus komplettiert.

Verbreitung

Als Lebensraum bevorzugt die Auwaldzecke feuchte Gebiete wie Auwälder und Moore sowie Laubwälder.

Ursprünglich in Ungarn, Österreich und Norditalien zu finden, hat sich das Verbreitungsgebiet der Auwaldzecke seit den 1970er Jahren stark nach Norden ausgedehnt. In Deutschland wurde die erste natürliche Population 1973 am Oberrhein beschrieben [2], die Einschleppung erfolgte vermutlich über Hunde. Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland natürliche (autochthone) Populationen. Als Ursachen werden eine Zunahme natürlicher Biotope infolge Flächenstilllegungen, die damit verbundenen Zunahme an Zwischenwirten und die globale Erwärmung diskutiert. [3]

Quellen

Einzelnachweise

  1. a b c d e f Dermacentor (Dermacentor) reticulatus (Fabricius 1794). Fauna Europaea, Version 1.3, 19.04.2007. Abgerufen am 04.10.2007.
  2. R. Immler: Untersuchungen zur Biologie und Ökologie der Zecke Dermacentor reticulatus. Bull. Soc. Entomol. Suisse 46 (1973)
  3. C. Heile et al.: Dermacentor reticulatus (Fabricius, 1794). Verbreitung, Biologie und Vektor von Babesia canis in Deutschland. Berl. Münch. Tierärztl. Wschr. 119 (2006), S. 330-334.

Literatur

  • Dieter Barutzki et al.: Die Babesiose des Hundes. Deutsches Tierärzteblatt 55 (2007), S. 284-293.
  • Brigitte Menn: Untersuchungen zur Verbreitung und Ökologie von Dermacentor spec. (Ixodidae, Acari) in Deutschland. Dipl.-Arbeit, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; 2006. Volltext als pdf

Weblinks


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