EDLI

EDLI
Bielefeld
Kenndaten
IATA-Code BFE
ICAO-Code EDLI
Flugplatztyp Verkehrslandeplatz
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 7 km südlich von Bielefeld
Straße B68, A2 [1]
Nahverkehr Buslinie 135 [2], Buslinie 36 [3]
Basisdaten
Eröffnung 30.08.1930
Betreiber Flughafen Bielefeld GmbH
Fläche
Start- und Landebahn
11/29 1.256 m × 20 m Asphalt

Der Flugplatz Bielefeld liegt in der Stadt gleichnamigen Bielefeld in Ostwestfalen-Lippe. Er liegt rund 7 Kilometer südlich der Innenstadt im Stadtteil Senne.

Offiziell heißt der Flugplatz „Verkehrslandeplatz Bielefeld (EDLI)“ und wird von der Flughafen Bielefeld GmbH betrieben. Gesellschafter der Flughafen Bielefeld GmbH sind unter anderem die Stadt Bielefeld, die IHK Bielefeld und 14 Unternehmen aus der Region. Er verfügt über eine knapp 1.300 Meter lange, befeuerte und asphaltierte Start-/Landebahn. Genutzt wird der Flugplatz vor allem von regionalen Unternehmen, Privatpersonen und örtlichen Luftsportvereinen.

Im heimischen Raum ist der Flugplatz aufgrund des gleichnamigen Ortsteils auch unter dem Namen Flugplatz Windelsbleiche bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und heutige Entwicklung

Tower am Bielefelder Flugplatz

Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Luftfahrt nach dem Ersten Weltkrieg, gediehen auch in der aufstrebenden Stadt Bielefeld Pläne, welche die Errichtung eines Luftlandeplatzes vorsahen. Nach einer monatelangen Diskussion über den Standort entschied man sich schließlich für ein Gebiet in der Senne, welches 1929 von der Stadtverwaltung, als Standort für die Trinkwassergewinnung, aufgekauft worden war. Am 31. August des Jahres 1930 wurde der Flugplatz Bielefeld mit der Landung des Luftschiffes "Graf Zeppelin" im Beisein von 100.000 Zuschauern eingeweiht. Ab 1932 wurde auch Motorfliegerei auf dem Flugplatz betrieben. Für diesen Zweck wurde eine Halle errichtet, in der zwei Motorflugzeuge Platz fanden. Im Jahr 1936, passend zu den Olympischen Spielen in Berlin, wurde eine Reichssportfliegerschule eingeweiht. Im darauffolgenden Jahr fiel der Bielefelder Luftfahrtverein der Gleichschaltung zum Opfer. Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Windelsbleiche Lehrlinge und Schüler zur vormilitärischen Ausbildung im Segelflug geschult. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Flugplatz bis 1955 unter Kontrolle der britischen Besatzungstruppen, doch schon ab 1952 startete die Bielefelder Segelfluggruppe wieder vom Windelsbleicher Flugfeld. Als Deutschland im Jahr 1956 die Lufthoheit wiedererlangte, ging der Flugplatzunterhalt vom Bielefelder Luftfahrtverein an die neugegründete Flughafen GmbH über. Im Jahr 1971 wurde der Flugplatz um ein Vereinsheim für den Luftfahrtverein erweitert.[4][5] Seit den sechziger Jahren wird der Flugplatz Bielefeld intensiv von der heimischen Wirtschaft für Flüge mit zweimotorigen Geschäftsreiseflugzeugen genutzt.

Anfang der 1990er Jahre stand die Verlängerung der Betriebserlaubnis für den Flugplatz zur Diskussion. Unter anderem mit Hilfe einer Bürgerinitiative, die über 8000 Unterschriften zum Erhalt des Flugplatzes sammelte, konnte der Erhalt des Flugplatzes gesichert werden.[5] Im Jahr 1994 wurde dann durch die zuständige Luftfahrtbehörde die erste unbefristete Genehmigung des Flugplatzes erteilt. 1997 übernahmen dann weitere Unternehmen Anteil an der Gesellschaft und schafften damit die Voraussetzung für die weitere Modernisierung des Flugplatzes. Die Stadt Bielefeld ist seitdem weiterhin mit einem Anteil von rd. 25 % größter Einzelgesellschafter. Die schrittweise Modernisierung des Flugplatzes erfolgte durch die Errichtung eines neuen Tower, mehrerer neuer Hangars, einer PAPI Anflughilfe und einer modernen Landebahnbefeuerung. Den vorläufigen Abschluss der Bautätigkeiten stellte 2005 die Verlängerung der Landebahn und die Befestigung der Rollwege dar. Seit 2006 wird der Flugplatz Bielefeld regelmäßig auch von düsengetriebenen Geschäftsreiseflugzeugen genutzt. Eine Cessna Citation CJ2+ ist bereits fest stationiert und wird als Charterflugzeug genutzt.

Zweck und Nutzung des Flugplatzes

Die auf dem Flugplatz Bielefeld stationierte Cessna Citation CJ2
Eine King Air B200 auf dem Flugplatz Bielefeld

Nach der Luftverkehrskonzeption des Landes Nordrhein-Westfalen erfüllt der Flugplatz Bielefeld die Aufgabe eines Schwerpunktflugplatzes für den Geschäftsreiseverkehr. Genutzt wird der Flugplatz Bielefeld überwiegend von Flugzeugen bis 5,7 Tonnen Abfluggewicht, Hubschraubern, Segelflugzeugen und Ballonen. Der Verkehr teilt sich im Wesentlichen auf zwischen privaten Flügen, Geschäftsreiseflügen und Ausbildungsflügen. Der Flugplatz Bielefeld ist an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Starts sind zugelassen ab 06 Uhr und Landungen bis 22 Uhr.

Ausbau des Flughafens

Im Jahr 2002 beschloss die Flughafengesellschaft die Landebahn des Flugplatzes auszubauen. Grund hierfür war eine neue Sicherheitsverordnung der Europäischen Union, nach der die damalige Landebahnlänge von 750 Metern für einen Geschäftsflugbetrieb nicht mehr ausgereicht hätte.[6] Gegen den Ausbau der Landebahn formierte sich eine Bürgerinitiative[7], da Bürger einen starken Anstieg der Flugbewegungen und damit einhergehende Lärmbelästigung befürchteten. Da gleichzeitig die Betriebsgenehmigung angepasst wurde, standen Befürchtungen im Raum, dass eine Verlagerung des Geschäftsflugverkehrs von Paderborn-Lippstadt auf diesen Verkehrslandeplatz stattfinden würde. Im Mai 2005 wurde der Ausbau der Landebahn schlussendlich genehmigt. Die Arbeiten begannen kurz darauf. Seit Oktober 2005 ist die neue Landebahn in Betrieb.
Die Finanzierung des rund 2 Mio. teuren Ausbaus teilten sich das Land Nordrhein-Westfalen und die Flughafenbetreibergesellschaft jeweils in etwa zur Hälfte.

Veranstaltungen

Seit 1996 findet jedes Jahr am vorletzten Augustwochenende ein zweitägiges Flugplatzfest statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden neben verschiedenen Kunstflugdarbietungen auch historische Flugzeuge präsentiert. Alljährlich ist dabei u.a. der größte Doppeldecker der Welt, die Antonow An-2, zu sehen. Neben Rundflügen in der Antonow, bieten die Piloten der ansässigen Vereine, Rundflüge mit ihren Flugzeugen über ganz Ostwestfalen an.

Seit mehreren Jahren findet am Sonntag nach dem Nikolaustag ein Nikolausfliegen statt. An diesem Nachmittag landet der Nikolaus und verteilt Geschenke an die Kinder aus der Nachbarschaft.

Vereine am Flugplatz

  • Luftsportverein Bielefeld-Gütersloh e.V.
  • Segelflugverein Bielefeld e.V.

Unternehmen am Flugplatz

Am Flugplatz gibt es einen gastronomischen Betrieb, zwei Flugschulen und mehrere Firmen für den Lufttransport und für Luftaufnahmen.

Siehe auch

Weblinks

Quellen

  1. Autobahn A2, Abfahrt 26 (Bielefeld-Sennestadt), ca. 1 km über die B68 in Richtung Brackwede bis zur Kreuzung Buschkampstraße, dort links, nach weiteren 400 m rechts in die Straße Am Flugplatz
  2. S-Bahn Line 1 Richtung bis Endstation Senne. Buslinie 135 Richtung Sennestadt (Württemberger Allee) bis Haltestelle Flugplatz. Hinter der Shell Tankstelle rechts in den Hafnerweg. An der T-Kreuzung links. Nach 250 Metern rechts auf den Flugplatzparkplatz abbiegen.
  3. S-Bahn Linie 1 Richtung Senne bis Endstation Senne. Buslinie 36 Richtung Sieker bis Haltestelle Stellmacherweg.
  4. Schumacher, Hans. Bielefeld-Senne. Ein Stadtbezirk auf alten Ansichten. Erfurt: Sutton, 2004 S.45-48
  5. a b Schwerelos durch die Luft. Neue Westfälische Nr.14, 17./18. Januar 2009, Stadtteile Senne u.a.
  6. Gutachten zum Ausbau der Landebahn http://www.wiwi.uni-muenster.de/ivm/forschen/projekte/bielefeld.html
  7. Seite der Bürgerinitiative http://www.landeplatz-senne.de/

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