Elsene

Elsene
Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Ixelles/Elsene, welche gemeinsam mit 18 anderen Gemeinden der Region Brüssel-Hauptstadt ein zusammenhängendes städtisches Siedlungsgebiet bildet. Für alle Artikel um das Thema Brüssel, siehe Brüssel (Begriffsklärung).
Ixelles/Elsene
Ixelles/Elsene (Belgien)
DEC
Ixelles/Elsene
Ixelles/Elsene
Staat Belgien
Region Brüssel
Bezirk Brüssel-Hauptstadt
Koordinaten 50° 50′ N, 4° 22′ O50.82754.37166666666677Koordinaten: 50° 50′ N, 4° 22′ O
Fläche 6,34 km²
Einwohner (Stand)
- Bevölkerungsdichte
79.768 Einw. (1. Januar 2008)
12582 Einw./km²
Postleitzahl 1050
Vorwahl 02
Bürgermeister Willy Decourty (PS)
Adresse der
Stadtverwaltung
Chaussée d'Ixelles 168/
Elsene steenweg 168
1050 Brüssel
Webseite www.ixelles.be

lplh

Ixelles (frz.) oder Elsene (niederl.) ist eine Gemeinde der zweisprachigen Hauptstadtregion Brüssel, Belgien, mit 77.341 Einwohnern. Sie liegt im Südosten der Brüsseler Innenstadt und grenzt an die Stadt Brüssel, an Etterbeek, Auderghem/Oudergem, Watermael-Boitsfort/Watermaal-Bosvoorde, Uccle/Ukkel und Saint-Gilles/Sint-Gillis. Das Gemeindegebiet ist zweigeteilt, weil die mitten durch Ixelles/Elsene verlaufende Prachtstraße Louisenallee (Avenue Louise oder Louizalaan) zur Gemeinde Brüssel gehört. Der Name Elsene entstammt einer Bezeichnung des Dorfes Elsele, und bedeutet so viel wie Erlenheim (Else für Erle).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ecke Rue du Lac 52-54 / Av. Louise 340 bzw. Meerstr. 52-54 / Louizalaan 240

Der Bau der mit Kastanienbäumen gesäumten Louisenallee wurde 1847 in Auftrag gegeben. Die Allee sollte der erste Hausmann-artige Boulevard Brüssels werden. Gegen das Projekt gab es zunächst heftigen Widerstand aus Ixelles/Elsene. Da die Allee als einziger Zugangsweg zum Stadtwald (Bois de la Cambre/Ter Kamerenbos) vom König genutzt werden sollte, und alle Verhandlungen mit der Gemeinde Ixelles/Elsene fruchtlos blieben, wurde der schmale Streifen von der Gemeinde Brüssel 1864 annektiert und somit der Widerstand der Gemeinde Ixelles/Elsene umgangen. Die Annexion resultierte in einer geografischen Zweiteilung der Gemeinde Ixelles/Elsene.

Gemeinde

Als sehr kontrastreiche Gemeinde umfasst Ixelles/Elsene geschäftige Viertel im Bereich des Namener Tors (Porte de Namur/Naamse poort), Grünzonen in der Nähe des Stadtwaldes Bois de la Cambre/Ter Kamerenbos, Luxusviertel aber auch Problemzonen. Mit seinen zahlreichen Theatern und Kinos hat die Gemeinde sich als ein Zentrum des Brüsseler Kultur- und Nachtlebens etabliert. Sehenswert sind die Elsener Teichpromenaden Les Étangs d’Ixelles/Vijvers van Elsene, die anliegenden Jugendstil-Wohnviertel und die Abtei de la Cambre/ter Kameren deren Stadtwald Le Bois de la Cambre/Ter Kamerenbos jedoch auf Brüsseler Stadtgebiet liegt. In Ixelles/Elsene liegen die nach Sprachen getrennten, eigenständigen Universitäten Vrije Universiteit Brussel (VUB) und Université Libre de Bruxelles (ULB). Das Leopoldsviertel und der Bahnhof Brüssel-Luxemburg gehören teilweise zu Ixelles/Elsene, ebenfalls einige der gleich hinter dem Bahnhof stehenden Gebäude des Europäischen Parlaments. Durch seine Nähe zu den Europäischen Institutionen ist Ixelles/Elsene eine beliebte Wohngegend für junge Mitarbeiter und Praktikanten der Institutionen und Verbände geworden. Eine weitere Besonderheit der Gemeinde ist der 5 Hektar große Friedhof, der gemessen an den dort begrabenen Persönlichkeiten, als einer der wichtigsten belgischen Friedhöfe angesehen. Unter vielen anderen ist dort der belgische Architekt Victor Horta begraben. Das 1930 im Art Déco Stil gebaute Flageygebäude am Flageyplatz, welches unter seinem früheren Namen "Maison de la Radio" Bekanntheit erlangte, wurde 2002 renoviert und beherbergt seitdem eine Reihe niederländischsprachiger Medien.

Besondere Stadtviertel

Typischer Straßenzug im geschäftigen Teil von Ixelles/Elsene - Chausée d'Ixelles/Elsensesteenweg
Geschäftsstraße nahe dem Namener Stadttor
Die Abtei De la Cambre/Ter Kameren
Gemeindefriedhof
Die Weiher von Ixelles/Elsene (Etangs/Vijvers)
Panorama des Gemeindegebiets

Das afrikanisch anmutende Viertel Matongé rund um das Namener Stadttor ist für seinen multikulturellen Charme bekannt, dessen Ursprung sich im Maison Africaine findet, dem ehemaligen Studentenwohnheim für kongolesische Studenten. Vor allem in der Rue de la Longe Vie/Lang Levenstraat entfaltet sich abends das afrikanische Nachtleben. In den frühen 2000er Jahren kam Matongé wegen Krawallen und Kriminalität als Problemzone zeitweilig in Verruf. Südwestlich von Matongé befindet sich das Luxusviertel um die zum Brüsseler Stadtgebiet gehörende Louisenallee, das zum Flanieren und Shoppen einlädt. Auch die Boulevards am Meeussquare und am Froidurepark laden zum Spazieren gehen ein. Das Boondaelviertel, zwischen den beiden Universitätscampi der ULB gelegen, gilt als studentisches Szeneviertel und ist ebenso lebhaft wie das multikulturelle Viertel Flagey, welches eine Aufwertung durch den derzeitigen Umbau seines zentralen Platzes Eugène Flagey erfahren soll. Im eher bürgerlichen Kastanienviertel (am Place du Chatelain/Kasteleinsplein) findet man überdurchschnittlich viele Restaurants gehobener Klasse, Biolebensmittelläden, Büchereien und Kunstläden.

Verkehr

Durch Ixelles/Elsene fahren die Straßenbahnlinien 23, 81, 82, 90, 93 und 94. Außer dem Bahnhof Luxemburgstation liegen noch die Stationen Etterbeek und Bondaal der Belgischen Eisenbahngesellschaft (SNCB/NMBS) im Gemeindegebiet.

Museen

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks


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