Eukalyptol

Eukalyptol
Strukturformel
Allgemeines
Name 1,8-Cineol
Andere Namen
  • Eucalyptol
  • Limonen-1,8-oxid
  • 1,8-Epoxy-p-menthan
  • 1,3,3-Trimethyl-2-oxabicyclo-[2.2.2]-octan
Summenformel C10H18O
CAS-Nummer 470-82-6
PubChem 2758
DrugBank DB03852
Kurzbeschreibung farblose bis gelbliche, campherartig riechende Flüssigkeit [1]
Eigenschaften
Molare Masse 154,24 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

0,925 g·cm−3 [1]

Schmelzpunkt

1,5 °C [1]

Siedepunkt

174–177 °C [1]

Löslichkeit

löslich in Wasser: 3,25 g·l−1 (21 °C) [1], löslich in organischen Lösungsmitteln

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: 10
S: 16
LD50

2480 mg·kg−1 (Ratte, oral) [1]

WGK 2 – wassergefährdend [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

1,8-Cineol gehört zu den bicyclischen Epoxy-Monoterpenen, genauer den Limonenoxiden. Die organische Verbindung liegt als farblose Flüssigkeit vor. Es findet Anwendung bei Atemwegserkrankungen wie Asthma und Heuschnupfen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

1,8-Cineol kommt in größeren Mengen in Eukalyptus (Eukalyptusöl enthält ungefähr 85 % Cineol) und Lorbeer vor. Weniger stark vorhanden ist es in Minze, Heilsalbei, Thymian, Basilikum und im Teebaum.

Gewinnung

Cineol kann in großen Mengen durch fraktionierte Destillation von Eukalyptusöl gewonnen werden. Bei einer Reinheit von 99,6–99,8 % spricht man von technischem Cineol.

Eigenschaften

1,8-Cineol riecht frisch und campherartig. Es ist in Ether, Ethanol und Chloroform gut löslich. Der Flammpunkt liegt bei 49 °C. [1]

Kalottenmodell des 1,8-Cineol.

Verwendung

1,8-Cineol wird einerseits bei Atemwegserkrankungen des Menschen, vorwiegend aber in der Veterinärmedizin verwendet. Andererseits kommt es als Aromastoff in der Parfümindustrie zum Einsatz. In der Zahnmedizin wird es bei der Revision von Wurzelfüllungen verwendet.

Physiologische Wirkungen

1,8-Cineol wirkt beim Menschen in der Lunge und den Nebenhöhlen schleimlösend und bakterizid. Außerdem hemmt es bestimmte Neurotransmitter, die für die Verengung der Bronchien verantwortlich sind. Bei Asthmatikern kann durch die Gabe von 600 mg reinem Cineol täglich die Lungenfunktion bis zu 20 % gesteigert werden. Cineol stellt jedoch nur in Ausnahmefällen eine Alternative zu Cortison dar, das als Inhalation örtlich und nebenwirkungsarm angewandt werden kann.

Von 1,8-Cineol sind außer leichter Stuhlverflüssigung und eventuell leichter Übelkeit bisher keine Nebenwirkungen bekannt. Beides tritt nur bei oraler Aufnahme auf.

Medizinische Anwendung

Die Einnahme erfolgt durch orale Zufuhr von Kapseln, die sich erst im Dünndarm auflösen, durch Inhalation oder durch Zubereitung entsprechender den Wirkstoff enthaltender Pflanzen als Tee.

Quellen

  1. a b c d e f g h Herstellerangaben der Firma Merck: http://chemdat.merck.de/documents/sds/emd/deu/de/8437/843788.pdf. 21. Jul. 2007
  2. Sicherheitsdatenblatt Carl Roth
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