Ford Focus RS

Ford Focus RS
Ford Focus
Hersteller: Ford Motor Company
Produktionszeitraum: seit 1998
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Schrägheck, drei-/fünftürig
Stufenheck, viertürig
Kombi, fünftürig
Cabrio, zweitürig
Vorgängermodell: Ford Escort
Nachfolgemodell: keines

Der Ford Focus ist eine seit 1998 weltweit vertriebene Pkw-Modellreihe des Automobilherstellers Ford in der Kompaktklasse. Als Nachfolger des Ford Escort war er in den Jahren 2000 und 2001 das weltweit meistverkaufte Auto.[1] Im Jahr 2004 kam die zweite Modellgeneration auf den Markt.

Inhaltsverzeichnis

Focus I (1998–2004)

Focus I (C170)

Ford Focus Stufenheck (1999–2001)

Produktionszeitraum: 1998–2004
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
(55–158 kW)
Dieselmotoren:
1,8 Liter
(55–85 kW)
Länge: 4150–4465 mm
Breite: 1702 mm
Höhe: 1440–1491 mm
Radstand: 2615 mm
Leergewicht: 1125–1390 kg
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[2]

Das Modell wurde im Oktober 1998 in Europa und im Jahr 2000 in Nordamerika auf den Markt gebracht. Obwohl es sich um eine Entwicklung der europäischen Konzerntochter handelte, hatte der Ford Focus auch in den USA Erfolg. Das Fahrzeug war als drei- und fünftürige Limousine mit steilem Fließheck konzipiert. Anfang 1999 folgte die viertürige Variante mit Stufenheck als Nachfolger des Ford Orion, die für Europa in Almussafes bei Valencia (Spanien) gefertigt wurde. Im März 1999 erschien die Kombivariante „Turnier" auf dem deutschen Markt. Der Ford Focus unterschied sich von den Konkurrenzmodellen unter anderem durch das New-Edge-Design, das Ford zuerst 1996 mit dem Ka eingeführt hatte. Darüber hinaus gab es viele technische Details, wie eine zum damaligen Zeitpunkt in der Kompaktwagenklasse einmalig aufwendig konstruierte Hinterachse. Die Serienausstattung der Fahrzeuge in Deutschland umfasste bereits vier Airbags, ABS sowie (abgesehen von der Basis-Variante) Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber (vorne) und bei den stärkeren Motoren eine Antriebsschlupfregelung. Die Aufpreisliste umfasste noch viele weitere Dinge wie Klimaanlage, Bordcomputer, Tempomat, Sitzheizung und später ESP.

Modellpflege 2001

Ford Focus Fünftürer (2001–2004)

Im Oktober 2001 bekam der Ford Focus ein kleines Facelift. Es wurden neue Scheinwerfer mit integrierten Blinkern und getrenntem Fern- und Abblendlicht eingeführt, die Stoßfänger und einige Details im Innenraum (wie etwa der Mitteltunnel) sowie Teile der Elektrik geändert (insbesondere der Einbau eines General-Electric-Moduls wie schon bei anderen Ford-Modellen). Der Turnier war nur noch mit Dachreling erhältlich. Zwei neue Motoren wurden eingeführt, allen voran ein 127 kW (173 PS) starker 2,0-Liter-Benziner im Topmodell ST 170; das ST steht hierbei für Sports Technology. Dieses Modell verfügte über ein Sechsgang-Getriebe, dunkel abgesetzte Scheinwerfer, eine größere Bremsanlage und ein Sportfahrwerk. Weiterhin hatte es spezielle Sportsitze und auf Wunsch gab es solche von Recaro. Ab dem Facelift war Bi-Xenonlicht verfügbar, ebenso eine Klimaautomatik. Ab November 2002 gab es den Focus als Erdgasfahrzeug mit unterflur angeordneten Behältern.

Ebenfalls 2002 wurde der Focus RS vorgestellt, dessen Zweiliter-Turbomotor 158 kW (215 PS) leistete. Er wurde mit zahlreichen Rennsportkomponenten ausgestattet, unter anderem 18-Zoll-Oz-Felgen, Brembo-Bremsen, Quaife-Sperrdifferenzial, Sparco-Halbschalensitzen, Getrag-Sportgetriebe und AP-Racing-Kupplung sowie der Optik des Ford Focus WRC Rallyecars. Der Focus RS war auf 4501 Stück weltweit beschränkt und nur in einer Farbe erhältlich: Imperial Blau (auch Ford Racing Blue genannt). Außerdem ist seine Seriennummer in der Mittelkonsole eingeprägt.

Angeboten wurde der Focus in vier Ausstattungsvarianten: als Sparvariante ohne Namen (umgangssprachlich Basis-Focus, unter anderem ohne Zentralverriegelung und ohne elektrische Fensterheber), in der Grundausstattung Ambiente, in der Sportversion Trend und in der eleganten Ausführung Ghia. Es gab noch verschiedene Sondermodelle wie Viva, Viva X, Futura, Finesse, Sport TDCi und die Luxusversionen Ghia X und Ghia Exclusiv.

Der Ford Focus wird weltweit produziert: in Saarlouis (Deutschland), Almussafes bei Valencia (Spanien), seit Juli 2002 in Vsewoloschk bei Sankt Petersburg (Russland), Hermosillo (Mexiko), General Pacheco (Argentinien) und Wayne (Michigan), USA. Im saarländischen Pilot-plant Saarlouis wurde im Juni 2005 der 10-millionste Wagen der Kompaktklasse produziert (Focus und Vorgängermodell Escort).

Motorisierungen

Benziner

Model Hubraum Zylinder/Ventile Leistung Bauzeit Sonstiges
1.4 1388 cm³ R4 (16V) 55 kW (75 PS) 1998–2004
1.6 1596 cm³ R4 (16V) 74 kW (101 PS) 1998–2004
1.8 1796 cm³ R4 (16V) 85 kW (115 PS) 1998–2004
2.0 1988 cm³ R4 (16V) 96 kW (130 PS) 1998–2004
2.0 1988 cm³ R4 (16V) 127 kW (173 PS) 2002–2004 ST 170
2.0 1988 cm³ R4 (16V) 158 kW (215 PS) 2002–2004 Turbomotor, nur im Sondermodell RS

Diesel

Model Hubraum Zylinder Leistung Bauzeit Sonstiges
1.8 TDDi 1753 cm³ R4 55 kW (75 PS) 1999–2004
1.8 TDDi 1753 cm³ R4 66 kW (90 PS) 1999–2004
1.8 TDCi 1753 cm³ R4 74 kW (101 PS) 2002–2004
1.8 TDCi 1753 cm³ R4 85 kW (115 PS) 2001–2004

Focus II (seit 2004)

Focus II (C307)

Ford Focus Fünftürer (2004–2008)

Produktionszeitraum: seit 2004
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,5 Liter
(59–166 kW)
Dieselmotoren:
1,6–2,0 Liter
(66–100 kW)
Länge: 4342–4509 mm
Breite: 1834–1840 mm
Höhe: 1409–1501 mm
Radstand: 2640 mm
Leergewicht: 1227–1437 kg
Sterne im Euro NCAP-Crashtest[3]

Im November 2004 wurde die zweite Generation des Ford Focus eingeführt. Sie basiert auf der Bodengruppe des schon seit Mitte Mai 2003 produzierten Kompaktvans Ford Focus C-MAX. Die Kombi-Version Turnier und die Stufenheckversion folgten Anfang 2005. Anfangs waren folgende Ausstattungen erhältlich: Ambiente (Grundmodell), Trend, Sport, Ghia und Titanium. Zusätzlich gab es die Editionsmodelle Fun X, Style und Connection.

Optisch unterscheidet sich die zweite Modellgeneration vom Vorgänger insbesondere durch den sichtbaren Größenunterschied sowie die deutlich flacher stehende Heckscheibe.

Der Ford Focus FFV (FFV = Flexible Fuel Vehicle) nutzt Ethanol als Kraftstoff. Dazu wurde das Kraftstoffsystem leicht modifiziert. Benzin und Ethanol können in beliebigem Mischverhältnis in denselben Tank gefüllt werden.

Ab Juli 2006 wurden zwei neue Editionsmodelle angeboten: Den Focus Fun X und den Focus Sport TDCi. Im Gegenzug wurde die Ausstattungsvariante Sport eingestellt. Im Frühjahr 2007 ersetzte das Editionsmodell Style den Fun X.

Sicherheit

Der Ford Focus II hat serienmäßig eine umfangreiche Sicherheitsausstattung: Neben dem üblichen ABS und Gurtstraffern einen Elektronischen Bremsassistenten (EBA), ein ESP mit ASR und zusammen 6 Airbags (Fahrer-/Beifahrer, zwei Seitenairbags und Kopf-Schulterairbags vorn und hinten). Beim Euro NCAP-Crashtest erhielt der Wagen daher mit 5 Sternen die höchste Wertung.

Modellpflege 2008

Ford Focus Fünftürer (seit 2008)

Im Februar 2008 wurde der Focus II im Rahmen einer Modellpflege optisch überarbeitet. Seitdem ist ein Powershift genanntes Direktschaltgetriebe erhältlich (bisher nur für die Dieselmotoren mit 2,0 Liter Hubraum) und in Verbindung mit Xenonlicht auch LED-Rückleuchten lieferbar. Beide Rückleuchten-Varianten sind in heller Farbe gehalten. Im Innenraum gibt es ein neues Kombiinstrument mit dem aus dem Ford S-Max bekannten, moderneren Bordcomputer. Ebenso wird die Modellvariante ECONETIC als 5-Türer und als Turnier angeboten. Eine verbesserte Motorsteuerung, Leichtlaufreifen, spezielles Getriebeöl, Sportfahrwerk und veränderte Schürzen sollen den Verbrauch nochmals senken. So konnte der CO2-Ausstoß des 80 kW (109 PS) starken TDCi-Motor auf 115 g/km gesenkt werden.

Focus C-MAX

Siehe Hauptartikel: Ford C-MAX

Der schon seit Mitte Mai 2003 produzierte Kompaktvan (intern C214), der im Ford-Werk Saarlouis hergestellt wird, bildet die Basis für die zweite Generation des Ford Focus.

Focus ST

Ford Focus ST (2005–2008)
Ford Focus ST (seit 2008)

Seit Herbst 2005 wird der Focus ST gebaut, der mit einem aufgeladenen 2,5-Liter-Fünfzylinder-Reihenmotor mit 166 kW (225 PS) ausgestattet ist. Beim Focus ST werden zahlreiche Teile (beispielsweise Motor und Bremsanlage) von Konzernschwester Volvo beigesteuert. Der Focus ST ist als einziger Ford gegen Aufpreis in der Sonder-Metallic-Lackierung Electric Orange erhältlich, rund 30 Prozent aller in Europa bestellten Fahrzeuge rollten in dieser auffälligen Lackierung vom Band[4]. Der ST ist nicht als Turnier erhältlich.

Der Focus ST erhielt wie die zivileren Focus-Varianten 2008 ein Facelift.

Focus Coupé-Cabriolet

Ford Focus Coupé-Cabriolet (2007–2008)
Focus Coupé-Cabriolet, Heckansicht

Seit März 2007 gibt es eine Cabrio-Version unter dem Namen Focus Coupé-Cabriolet, die von der Firma Pininfarina in Turin (Italien) montiert wird. Es ist das erste Cabrio von Ford in Europa mit einem klappbaren Hardtop. Dieses Stahldach lässt sich innerhalb von 29 Sekunden öffnen oder schließen. Das Cabrio wird mit dem 1,6-Liter-Benziner mit 74 kW (101 PS), dem 2,0-Liter-Benzinmotor mit 107 kW (145 PS) sowie dem 2,0-Liter-Dieselmotor mit 100 kW (136 PS) angeboten.

Das Focus Coupé-Cabrio erfuhr wie die anderen Derivate Anfang 2008 ein Facelift.

Focus SUV

Siehe Hauptartikel: Ford Kuga

Ein weiteres Nischenmodell ist der kompakte SUV Ford Kuga auf der Basis des Focus, der sich seit Februar 2008 in Produktion befindet.

Focus RS

Ford Focus RS (ab 2009)

Am 22. Juli 2008 stellte Ford auf der London International Motor Show erstmals die Serienversion des neuen Focus RS vor, dessen Markteinführung für Frühjahr 2009 geplant ist. Der neue Focus RS basiert auf der sportlichen Modellvariante ST. Der bereits im Focus ST verwendeten 2,5-Liter-Turbo-Fünfzylinder wurde überarbeitet und mit einem neuen Zylinderkopf mit obenliegenden Nockenwellen, größerem Turbolader und Ladeluftkühler, höherem Ladedruck und neuem Motormanagement ausgestattet. Die Leistung steigt dabei auf 224 kW (305 PS) und das maximale Drehmoment liegt bei 440 Newtonmeter.[5] Mit dieser Leistung soll die 100 km/h Marke innerhalb von 5,9 Sekunden erreicht werden, die Höchstgeschwindigkeit wird mit 263 km/h angegeben. Mit einem Preis von 33.900 Euro liegt der Focus RS damit deutlich unter den Preisen der Konkurrenzmodelle Audi S3, BMW 135i Coupé und VW Golf R32.[6]

Motorisierungen

Benziner

Model Hubraum Zylinder/Ventile Leistung Bauzeit Sonstiges
1.4 1388 cm³ R4 (16V) 59 kW (80 PS) seit 2004
1.6 1596 cm³ R4 (16V) 74 kW (101 PS) seit 2004 auch als Coupé-Cabriolet
1.6 Ti-VCT 1596 cm³ R4 (16V) 85 kW (115 PS) seit 2004
1.8 1798 cm³ R4 (16V) 92 kW (125 PS) seit 2006
2.0 1999 cm³ R4 (16V) 107 kW (145 PS) seit 2004 auch als Coupé-Cabriolet
2.5 ST 2521 cm³ R5 (20V) 166 kW (226 PS) seit 2005 Turbomotor, nur im Sondermodell ST
2.5 RS 2522 cm³ R5 (20V) 224 kW (305 PS) ab 2009 Turbomotor, nur im Sondermodell RS
FFV (Flexible Fuel Vehicle)
1.8 Flexifuel 1798 cm³ R4/16 92 kW (125 PS) seit 2006 Bioethanol E85 und Superbenzin in beliebigem Mischungsverhältnis möglich

Diesel

Model Hubraum Zylinder Leistung Bauzeit Sonstiges
1.6 TDCi 1560 cm³ R4 66 kW (90 PS) seit 2004 erst ab Modelljahr 2009 mit geschlossenem Partikelfilter lieferbar (als EURO5-Version)
1.6 TDCi 1560 cm³ R4 74 kW (101 PS) seit 2004 Version für den österreichischen Markt
1.6 TDCi 1560 cm³ R4 80 kW (109 PS) seit 2004 seit 2005 auf Wunsch mit Partikelfilter
1.8 TDCi 1753 cm³ R4 85 kW (115 PS) 2004–2006
2.0 TDCi  1997 cm³ R4 81 kW (110 PS) seit 2008 mit Partikelfilter und nur mit Powershift-Automatikgetriebe
2.0 TDCi 1997 cm³ R4 100 kW (136 PS) seit 2004 seit 2005 auf Wunsch mit Partikelfilter
auch als Coupé-Cabriolet


Focus in den USA

Im Jahr 2000 begann auch in Nordamerika die Fertigung des Focus. 2008 wurde dort die zweite Generation auf den Markt gebracht.

Im Gegensatz zur ersten Modellgeneration unterscheidet sich das neue US-Modell im Aussehen deutlich von der europäischen Variante. Während der erste US-Focus mit der europäischen Version identisch war (bis auf ein paar optischen Kleinigkeiten und den Motoren) und auch wie dieser als drei- und fünftüriges Schrägheck, Stufenheck und Kombi (in den USA Wagon genannt) zur Verfügung stand, wird die zweite Focus-Generation nur noch als viertürige Stufenhecklimousine und zweitüriges Coupé angeboten. Einziger Motor ist der 2,0-l-Duratec mit 104 kW (140 PS).

Einzelnachweise

  1. www.presseportal.ch: Drei Millionen Ford Focus in Europa produziert. 26. Februar 2004. Abgerufen am 21. Februar 2009.
  2. Der Focus I (1998-2004) im Euro NCAP-Crashtest
  3. Der Focus II im Euro NCAP-Crashtest
  4. Bericht der Seite www.rallyefoto.com über die Vorstellung des Facelifts des Ford Focus ST 2007
  5. Auto-News
  6. Artikel der AutoBild

Weblinks


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